Obstblüte

Nach einem kurzen Regenschauer am Morgen betrete ich meinen Garten und staune. Über die klare, milde Luft, die Farben, das Blühen. War nicht gefühlt eben noch Winter und jetzt ist alles vergessen. In diesem Frühling blühen fast alle Obstgehölze gleichzeitg, Johannisbeeren und Kirsche, Mirabelle und auch die frühen Apflsorten haben ihre Blüten schon geöffnet. Man weiß gar nicht, wo man hinschauen soll. Jetzt die meiste Zeit im Garten verbringen zu können, ist ein Geschenk. Hoffentlich sind unsere Bienen auch fleißig genug, alle Blüten zu bestäuben. Aber auch die Hummeln im Garten helfen dabei ordentlich mit. Schon früh am Morgen, wenn es den Bienen noch zu kalt ist, brummen sie an meiner Jostabeere unüberhörbar von Blüte zu Blüte.

Stauden am Start

Die ersten Blüten im Garten genieße ich am besonders. Zumeist gehören sie frühblühenden Zwiebelblumen. Aber auch bei den Stauden gibt es Schnellstarter. Dazu gehört auch das  Lungenkraut (Pulmonaria officinalis) mit seinen hübsch gefleckten Blättern und den rosa bis blau gefärbten, zarten Blüten. Die heimische Pflanze ist dekorativ und nützlich zugleich, denn wie ihr Name schon sagt, wirkt sie heilend auf Beschwerden des Atemsystems wie Bronchitis und Heiserkeit. Das Lungenkraut sät sich auch selber im Garten aus, ohne dabei lästig zu werden. Ich pflücke ihre Blütenstiele gern zusammen mit anderen Frühjahrsblühern für kleine Sträuße. Neben der Wild-Art gibt es viele schöne Gartensorten, die aber erst etwas später blühen. Allesamt sind bei auch bei Bienen und Hummeln beliebt.

Erdbeer-Schnäppchen

Es ist nicht das erste Mal. dass ich beim Aldi-Einkauf etwas für den Garten erstehe: Pflanzenbinder, Radieschensamen oder einen Gartentub-Eimer habe ich hier zum Beispiel schon im Vorbeigehen gekauft. Diesmal komme ich nicht an dem 1 Euro-Schnäppchen für 6 Erdbeerpflanzen vorbei, die ganz gesund aussehen. Die Sorte heißt 'Loran'. Nie gehört, aber kann man ja schnell mal googeln, was die so hergibt. Ich erfahre, dass es sich um eine frühblühende Hängeerdbeere handelt, die bis zu 6 cm große, aromatische Früchte tragen soll. Frühblühend klingt gut, denn ansonsten habe ich Pflanzen der Sorte 'Senga Sengana' und die blüht  mittelspät. Also eine gute Ergänzung. Mal sehen wie meine Erdbeerschnäppchen sich entwickeln und ob sie lecker sind.  Dafür brauchen sie ein sonniges, nicht zu feuchtes  Frühjahr.

 

 

Erster Bärlauch

Da sind sie, die ersten zartgrünen Blätter vom Bärlauch, meinem ganz persönlichen Frühlingsboten. Unter der alten Blutpflaume haben sie sich in den letzten Tagen rasant entwickelt. Das lange Zeit vergessene heimische Zwiebelgewächs hat in den letzten Jahren eine steile Küchenkarriere hingelegt und gehört mit zu den ersten Kräutergenüssen aus meinem Garten. Das Knoblaucharoma seiner Blätter verleiht Bärenkräfte und würzt jetzt bei mir Suppen, Quark und Kartoffelpüree. Bärlauch hat kleine, länglichen Zwiebeln und vermehrt sich sowohl durch Aussaat als auch durch  Tochter-zwiebeln. So kann er sich an einem geeigneten Standort schnell ausbreiten. Auch die weißen Blütensterne sind essbar und im Mai eine tolle, frühlingsfrische Deko für Salat und Ähnliches.

Tauwetter

Seit heute Morgen taut es, jetzt gucken schon die ersten Schneeglöckchenblüten wieder aus der nicht mehr ganz so weißen Pracht.  Auch die Wetteraussichten sind deutlich besser  und vielleicht ist das jetzt endlich der Anfang vom Winterende, Zeit wird es ja. Jetzt heißt es handeln, schließlich ist die erste Märzwoche schon fast vorbei. Eigentlich hätte ich schon längst Chili aussäen wollen. Die Tüte mit der Ausssaaterde steht aber leider noch gefroren unter dem Pflanztisch im Garten... Bis morgen ist sie sicher aufgetaut.
Da die Tüte schon angebrochen ist, werde ich die Erde im Backofen besser noch mal sterilisieren. Ich feuchte sie dafür leicht an und packe sie in einen Bratschlauch. Im Backofen bei 180 °C solange erhitzen, bis die Erde einige Minuten 100 °C hat. Das lässt sich mit einem Bratenthermometer überprüfen.

Wintermärchen

Die Amsel hopst dick aufgeplustert vor der Terrassentür herum, als ich in die Küche komme. Oh ja, erst einmal die Vögel füttern. Sie bekommt den Strunk von meinem Frühstücksapfel, ein paar Haferflocken und die Brotkrümel vom Schneidebrett. Für die Meisen, Dompfaffe  und anderen Körnerfresser am Vogelhaus gibt es Sonnenblumenkerne.  Keine leichte Zeit für die Vogelwelt, wo sie doch eigenlich schon auf Frühling eignestellt war. Die dicke Schneeschicht auf den Beeten wird die Stauden und Rosen hoffentlich vor dem starken Frost schützen. Was an Trieben zurückfriert, holen die Pflanzen schon wieder auf, aber der Wurzelstock muss durchhalten. Alles ist weiß, die Sonne scheint, ein Wintermärchen, wie wir es hier oben selten erleben. Aber ich warte trotzdem sehnlichst auf den Start in die Gartensaison.

Gartengedächtnis

Ich führe es zwar unregelmäßig, aber inzwischen sind schon viele Glücksmomente  und Naturbeobachtungen aus meinem Gartenleben darin gesammelt - in meinem Gartennotizbuch. Es liegt immer griffbereit auf dem Stehtisch in der Küche, gleich neben der Terrassentür raus in den Vordergarten. Wann die ersten Schneeglöckchen zu blühen beginnen steht darin oder wann sich die erste Rosenblüte öffnet oder die ersten Tomaten erntereif sind. Notiert man sich diese und andere Garten-Highlights, ergibt sich ein Schatz an Beobachtungen und auch viele Ideen für Veränderung halte ich darin fest.
Hilfreich ist es, am Ende ein paar Seiten als  Einkaufsliste für Sämereien oder auch Pflanzenwünsche vorzusehen mit Sorten, die man unbedingt mal ausprobieren will oder die einem z.B. auf einer Gartenbauausstellung gefallen haben. Meine Garten-Notizbuch habe ich von meiner besten Freundin geschenkt bekommen. Ein schönes Mitbringsel für jeden Gartenfan - verschenkt doch auch mal eines.


Eis-Lichter

Dafür braucht es schon ein paar Tage Dauerfrost, aber das Ergebnis kann sich sehen lassen. Für dieses Eis-Windlicht habe ich einen kleinen Kunststoffeimer (5 Liter) verwendet, der nach unten etwas  abgerundet war.  Zuerst etwa 5 Zentimeter hoch kaltes Wasser in den Eimer einfüllen. Über Nacht durchfrieren lassen. Das ist der Boden für das Windlicht. Dann ein kleineres und möglichst etwas höheres Gefäß aus Kunststoff in die Mitte auf die Eissohle stellen und mit einem Stein darin beschweren. Dann bis kurz unter den Rand des Gefäßes Wasser füllen und erneut durchfrieren lassen. Dann kann man den Einsatz in der Mitte vorsichtig entfernen und auch der Plastikeimer löst sich leicht, wenn man etwas lauwarmes Wasser drüber laufen lässt. Teelicht hinein und fertig. Ich habe die Lichter auf der Terrasse so aufgestellt, dass ich sie abends von drinnen gut sehen kann.

Blütenstars

Mit jedem neuen Jahr werden wieder andere Tiere und Pflanzen in den Mittelpunkt des Interesses gerückt durch Initiativen wie "Vogel des Jahres" oder "Blume des Jahres". Gefreut habe ich mich über die "Staude des Jahres 2018", denn es ist die Taglilie (Hemerocallis) geworden und ich liebe Taglilien,  vor allem die Sorten mit Wildcharakter, die schmale Blütenblätter haben. Die langlebigen, pflegeleichten Stauden bereichern mit ihrem grasartigen Blätterhorsten und den daraus aufragenden Blütenstielen,  jeden Garten. Über Wochenöffnen sich immer wieder neue Blütenknospen. Bei mir fühlen sie sich in undserem feuchten, nährstoffreichen Gartenboden pudelwohl, Extradünger gibt es nicht.  Ich freue mich jetzt schon, wenn die früheste Sorte in meinem Garten die erste Blüte öffent.

Winterblüher

Die Vögel zwitschern, fast liegt schon Frühling in der Luft... Und beim Gang durch den Garten fallen die gelben Blüten der Hamamelis auf. So schön hat sie die letzten Jahr nicht geblüht, 

ihr Standort ist im Sommer wohl normalerweise zu trocken für den Flachwurzeler und ans Gießen denkt man irgendwie nicht, denn am Laub sieht man der Pflanze die Trockenheit nicht an. Nur werden im Spätsommer die Blütenknospen für das nächste Jahr angesetzt und das klappt nur, bei ausreichend feuchtem Boden.  Na, den hatten wir im letzten Sommer ja wirklich, nicht einmal war unser Rasen gelb und das geht normlerweise leider sehr schnell. Dafür können wir uns jetzt an den Hamamelisblüten freuen, auf einen schöneren Sommer hoffen und dann hoffentlich auch an die Hamamelis denken.

Ingwer-Hype

Der Schubeck wars! Seit der in seinen zahlreichen Fernsehauftritten immer wieder die Wunderkräfte vom Ingwer anpries, hat es die helle Sproßknolle bis in das Gemüseprogramm von Aldi geschafft - sogar in Bioqualität, allerdings aus Peru. Inzwischen bin ich auch Ingwerfan - ob als Heißgetränk mit Zitrone und etwas Honig oder im Gemüsecurry  u.a. mit Winterhecke und Grünkohl vom Hochbeet (lecker!): die Schärfe vom Ingwer wärmt, gerade jetzt in der ungemütlichen Winterzeit. Da liegt es nahe, mal einen Versuch zu wagen, die Rhizome selber anzutreiben und zu vermehren. Ich denke, das wird viel Wärme brauchen. Ich werde es ausprobieren und den Ingwer erst einmal auf Seramis-Substrat legen und feucht halten. Im Badezimmer unter dem Dachflächenfenster soll er dann neue Triebe bilden, mal sehen, was daraus wird.

Winterkräuter

Mit der Sonne kommt auch der Frost, aber irgendwann muss es ja auch noch mal Winter werden. Bis gestern konnte ich noch Kräuter ernten, eine Minze an einem geschützten Platz lieferte immer noch frisches Grün. Wir hatte ja auch noch kaum Temperaturen unter 0°C.  Wie schön, sich immer noch einen frischen Minztee aufbrühen zu können. Schon beim Pflücken steigt das Muntermacher-Aroma in die Nase und der Tee ist zartgrün und nicht bräunlich, wie bei dem herkömmlichen Teebeutel-Pulverkram.  Auch Salbei, Rosmarin und Thymian liefern noch frische Aromen in die Küche. Die kleine tägliche Prise Wellness und Freude, die ein Garten seinem Hüter auch im Winter bieten kann.

Fröhliche Feiertage

Ab heute geht es wieder bergauf mit der Tageslänge. Mit der Wintersonnenwende am 21. Dezember werden jetzt die Tage langsam, aber sicher wieder heller. Auch wenn der Winter heute erst beginnt und noch viel Kälte vor uns liegt. Wie schön ist es, darauf vertrauen zu können, dass die Natur auch diesen Winter überstehen wird, es in unseren norddeutschen Breiten vergleichsweise harmlose "Schneekatastrophen" geben wird und der nächste Frühling ungeschadet kommen kann, wenn wir ihn nur lassen. Ich wünsche allen friedliche Feiertage und ein paar nette Geschenke unter dem Christbaum. Vielleicht ist auch ein schönes Gartenbuch dabei oder etwas ebenso praktisches wie dekorativves zum Gärtnern.

Einen gesunden Start in das Jahr 2018!

Der erste Schnee

Da ist er nun der Winter, der weiße Schnee reflektiert das Licht und es wird gleich etwas heller im Haus. Man mag gar nicht nach draußen treten, um die  weiße Pracht nicht zu zerstören. Aber die Vögel wollen gefüttert werden, denn bei Frost und Schnee finden Meise, Rotkehlchen und Co. wenig Nahrhaftes in der Natur. Sobald unser Futterhäuschen versorgt ist, beginnt ein reges Treiben. Ein Kleiber ist immer mit der erste am Futterhäuschen, wenn es etwas zu fressen gibt. Ich beobachte die Vögel eine Weile und denke, dass das ihr gerechter Lohn ist für die fleißige Fütterung ihrer Brut mit Blattläusen und Schädlingslarven im Frühling. Auch ein Reh lässt sich hinter
dem Haus auf der Wiese sehen. Schön, die Natur so nah am Haus zu haben.

 

Eigener Meerrettich

Diesmal habe ich rechtzeitig daran gedacht und mein Mann hat mir eine Meerrettichwurzel ausgegraben, bevor der Boden durchfriert. Ganz leicht war es trotzdem nicht, ein Stück der langen Pfahlwurzel zu ernten. Die Pflanzen stehen hinter dem Holzdeck in einer Gartenecke, wo wir auch gern mal ein paar Algen aus dem Teich abladen. Das scheint ihnen gut gefallen zu haben, denn die Pflanzen sind den Sommer über üppig gewachsen und das Wurzelstück ist kräftig. Es sind Ableger aus Mutter Natur, denn in manchen Gegenden wächst der Meerrettich wild am Wegesrand. Frisch geriebener Meerrettich in Crème fraîche ist zu Räucherlachs oder -forelle besonders lecker und nicht zu vergleichen mit den abgepackten Meerrettichprodukten. Die Wurzel liegt jetzt einsatzbereit im Gemüsefach im Kühlschrank.

 


 

Winterblüher

Ich liebe Winterblüher, sie verkürzen in trüben Zeiten die Vorfreude auf die kommende Blühsaison. Vor einer Woche hat mein Winterjasmin zu blühen begonnen (Jasminum nudiflorum). Die Strauch mit den überlangen Trieben lässt sich ähnlich wie eine Kletterpflanze an einem Spalier z.B. an einer geschützte Hauswand hoch leiten oder die Triebe können auch wie bei mir über eine Brüstung nach unten fallen. Seine sonnengelben Blüten trotzen Eis und Schnee.
Die Pflanze lässt sich übrigens leicht über Absenker vermehren. Dafür im Frühsommer gewachsene Triebe auf den Boden leiten und mit einem Stein oder einer Metallkrampe fixieren. Wo der Trieb die Erde berührt, bildet er bald Wurzeln. Später kann man ihn von der Mutterpflanze abtrennen und separat einpflanzen.

 

Finger weg vom Salbei

Bloß mediterrane Kräuter wie Salbei oder Thymian jetzt noch nicht zurückschneiden. Einmal liefern die beblätterten Triebe einen guten Winterschutz für die Basis der Pflanze, zum anderen kann man die aromatischen Südländer noch lange in den Winter hinein beernten. Gerade der Salbei ist bestens zum Gurgeln bei Erkältungen oder Halsentzündungen zu nutzen und natürlich auch in der Küche zum Würzen von Gnocchi mit Salbeibutter und Parmesan oder für dünne Putenschnitzel à la Saltimbocca - lecker! Meist verliert Salbei sein Laub erst im Spätwinter. Wenn sich im Frühjahr neuer Austrieb zeigt, schneide ich die Triebe auf etwa 10 cm zurück, damit die Pflanze kompakt wieder austreiben kann.

Dahlien im Winterschlaf

Das war‘s: Gestern noch blühend und in voller Kraft hängen die Triebe und Blätter meiner Dahlien nach der ersten Frostnacht schlapp herunter. Jetzt wird es Zeit, die dicken Knollen aus der Erde zu holen. Diese haben mittlerweile fast den ganzen Kübel eingenommen und so ordentllich Kraft für den Winter gesammelt. Ich überwintere die Knollen im Keller locker in Folientüten verpackt. Zuerst bleiben sie aber in Aussaatschalen offen liegen, bis die Erde gut abgetrocknet ist. Die Lose Erde schüttele ich dann ab und kürze die Triebe  auf ein paar Zentimeter ein. Sie trocknen später ganz ein. So überstehen die robusten Pflanzen die kalte Jahreszeit meist unbeschadet. Und im nächsten Jahr beginnt das Spiel von vorn.

 

Piepshow

Das Abendprogramm im Fernsehen ist mal wieder öde... Deshalb schalten ich erst einmal auf unsere ganz persönliche Piepshow um. Denn in unserem Vogelkasten mit Kamera ist wieder Action, das können wir auf dem Fernsehschirm verfolgen. Fast jeden Abend macht es sich eine Kohlmeise darin gemütlich und verwandelt sich beim Schlafengehen in einen flauschigen Federball, bei dem man kaum noch unterscheiden kann, was hinten oder vorne ist. Deshalb säubere ich im Herbst die Nistkästen rechtzeitig, wenn im Frühjahr darin gebrütet wurde. Wer den Vögeln dann noch etwas Gutes tun möchte, legt etwas frisches, trockenes Heu in den Kasten.

 

Gräserzeit

Im Herbst zeigen meine Gräser im Garten ihre ganze Pracht: zwei Sorten vom Chinaschilf sowie Rutenhirse, Pfeifengras, Lampenputzergras und Federgras blühen um die Wette. Und das Diamantgras (Calamagrostis brachytricha), dass seit drei Jahren am Rand des Weges zum Hauseingang wächst. An seinen graugrünen Blütenrispen funkeln am Morgen feinste Tautropfen wie kleine Edelsteine. Im Gegensatz zu den anderen Ziergräsern in meinem Garten habe ich beim Diamantgras bemerkt, dass es sich selber aussät, dass heißt es keimt hier und da an anderen Stellen im Beet und auch in den Pflasterfugen, das ist weniger schön... Aber ich möchte es trotzdem nicht missen, bereichern die Rispen doch meine spätsommerlichen Blumensträuße aus dem Garten vortrefflich