Gräserzeit

Im Herbst zeigen meine Gräser im Garten ihre ganze Pracht: zwei Sorten vom Chinaschilf sowie Rutenhirse, Pfeifengras, Lampenputzergras und Federgras blühen um die Wette. Und das Diamantgras (Calamagrostis brachytricha), dass seit drei Jahren am Rand des Weges zum Hauseingang wächst. An seinen graugrünen Blütenrispen funkeln am Morgen feinste Tautropfen wie kleine Edelsteine. Im Gegensatz zu den anderen Ziergräsern in meinem Garten habe ich beim Diamantgras bemerkt, dass es sich selber aussät, dass heißt es keimt hier und da an anderen Stellen im Beet und auch in den Pflasterfugen, das ist weniger schön... Aber ich möchte es trotzdem nicht missen, bereichern die Rispen doch meine spätsommerlichen Blumensträuße aus dem Garten vortrefflich

Gemüseneuling

Ich bin schon so gespannt: Auf meinem Hochbeet wachsen neben Grünkohl auch die sogenannten Flower Sprouts heran, eine englische Kreuzung aus Rosenkohl und Grünkohl. In dem Namen findet sich der englische Begriff für Rosenkohl "Brussel Sprouts" wieder und die an Blüten erinnernde Form der kleinen Röschen. Sie sind nicht dicht geschlossen wie beim Rosenkohl, sondern stark gekraust und haben eine grün-violette Farbe. Die Kultur ähnelt der vom Rosenkohl. Die kalorienarmen und vitaminreichen Kohlröschen sind schon ein Renner in den USA und werden sicher auch bei uns viele Fans finden. Ich bin gespannt, wann ich die ersten Exempalre ernten kann. Jeden Tag werden die Knospen in den Blattachseln jetzt etwas größer.

Was ist das denn?

Die Wildrosenhecke an der Gartengrenze zur Wiese hinter dem Haus trägt jetzt im Frühherbst süppigen Fruchtschmuck: Hagebutten in Orange, Schwarz oder Rot, je nach Wildrosen-Art. Eine schöne Herbstdeko, wenn die Vögel nicht vorher alles wegnaschen. Doch was ist das? An einer Rose haben sich wollige Büschel an den Zweigen gebildet. Beim Nachlesen finde ich auch gleich die Ursache heraus. Die winzige Rosen-Gallwespe hat ihre Eier im Frühling in die  Blattknospen gelegt und verursacht diese Missbildung des Gewebes. Schneidet man die wolligen, häufig verholzten Gebilde auf, kann man einzelne Kammern darin erkennen, in denen die Larven geschützt heranwachsen. Diese sogenannten Rosen- oder Schlafäpfel  schaden den Rosen kaum, da sie meist nur vereinzelt auftreten.

Saatgut-Beute

Der Herbst beginnt mit sonnigen Tagen und es wird Zeit, Samen zu ernten. An den mannshohen Blütenständen der Stockmalven haben sich im unteren Bereich bereits rundliche Samenstände gebildet, in denen die scheibenförmigen Samen dicht an dicht sitzen. Einen Teil davon ernte ich und streue sie gleich unter den Pflanzen wieder auf den Boden. Meist vermehrt sich die Pflanze so von selbst. Einige hebe ich in einer kleinen Papiertüte für nächstes Jahr auf.  Auch von der Süßdolde und der wilden Rauke habe ich bei dem sonnigen Wetter schon Samen gesammelt. Wichtig ist, die Samentüten zu beschriften, sonst weiß man im nächsten Jahr oft nicht, um welche Sorte es sich handelt. Nicht alle Samen haben ein so charakteristisches Aussehen wie die der Stockmalve.

Libellenleben

Zahlreiche Libellen surren kreuz und quer über den Teich, froh, dass heute wieder die Sonne scheint und sie deren Energie tanken können. Ich habe den Strandkorb noch einmal aufgemacht und beobachte  bei einer Tasse Kaffee das rege Treiben. Was macht so eine Libelle eigentlich, wenn es stürmt und dauerregnet, wie die letzten Tage? Wie andere Insekten verkriechen sie sich sicher irgendwo im Staudendickicht am Teichrand. Wasser ist jetzt nicht mehr ihr Element, nur ihre Kinderstube liegt unter Wasser, wo die Larven je nach Art wenige Monate und bis zu fünf Jahre verbringen, bis sie an einem Wasserpflanzenhalm an die Luft klettern und schlüpfen (Foto). Jetzt brauchen sie Luft und Sonne zum Leben. Auch auf den letzten Sommerfliederblüten ist noch reges Treiben. Jetzt sind es vor allem die Admiralfalter, die man dort flattern sieht.

Sockenwetter

Seit heute ist nun der Sommer für mich offiziell beendet. Ich habe wieder Socken angezogen, das sommerliche Barfußgefühl ist mit dem Dauerregen und den kühleren Temperaturen dem  winterlichen Kalte-Füße-Gefühl gewichen. Damit verbunden sind auch die ersten Ein- und Umräumarbeiten im Garten. Betroffen ist vor allem die Terrasse. Die Polster auf den Gartenstühlen kommen wieder in den Keller, denn jetzt werden sie auch unter der Überdachung mit der Zeit klamm.  Zum sommerlichen Terrasseninventar gehören auch der Sonnenschirmständer und die Sprudelschale. Sie wandern wieder in das Gartenhaus. Unser Gasgrill erhält wieder seine Schutzabdeckung - wir sind keine Wintergriller. Und den abgeblühten Lavendel als Tischdeko habe ich schon mal gegen eine Chrysantheme getauscht. Der Herbst kann kommen.

 

Start in den Frühherbst

Die letzten Nächte sind leider sehr kalt gewesen, am Morgen liegt Nebel über den Wiesen hinter unserem Haus. Ein Bad im Schwimmteich verkneife ich mir am frühen Morgen, die Temperatur ist unter 16 °C gesunken - meine Schmerzgrenze. Vielleicht werden die Nächte noch einmal milder, dann klappt es vielleicht die nächsten Tage wieder. Aber bald ist die Badesaison wohl leider endgültig vorbei. Dafür gibt es jetzt andere Genüsse im Garten wie aromatisch-süße Brombeeren und dicke rote Herbsthimbeeren, die bis in den Oktober täglich zu naschen sind. Die Blütenstände von Chinaschilf, Rutenhirse (Foto) und Diamantgras setzen neue Akzente in meinen Beeten und lassen den Herbst erahnen, genau wie die sich langsam verfärbenden Blütenstände der Hortensien.

Bienenmagnet

Schon am frühen Morgen, wenn ich durch unseren Vorgarten gehe, um die Zeitugn aus dem Briefkasten zu holen, ist Betrieb auf der gelbgrünen Fetthenne am Beetrand. Unsere Bienen tummeln sich dort und sammeln fleißig Nektar. Das gleiche Bild noch bei den letzten Strahlen der Abendsonne. Diese Pflanze hat es ihnen wirklich angetan. Dabei habe ich sie nicht bewusst gepflanzt. Irgendwie ist die Pflanze in meinen Garten gekommen und hat sich inzwischen prächtig entwickelt. Vermutlich hat diese Fetthennen-Sorte (Sedum telephium ssp. ruprechtii) sich selbst gesät, denn sie hat inzwischen bereits an zwei anderen Stellen neu gekeimt. Ob der Samen mit der Topferde einer anderen Staude in den Garten gelangt ist oder über Vögel oder Ameisen lässt sich nur vermuten. Auf jeden Fall erfreut sie jetzt im Spätsommer Mensch und Biene.

Grüne Schoten

Auf Mallorca haben wir sie zum ersten Mal gegessen: kleinen grüne Paprikaschoten, in Olivenöl gebraten und mit grobem Meersalz bestreut. Jetzt wachsen vier Pflanzen 'Pimientos de Patròn' in meinem Gewächshaus und tragen gut. Denn sie verzweigen sich nach oben immer mehr und setzen so reichlich Blüten an, die auch willig Früchte bilden. Das Spannende an den Pimientos ist die Tatsache, dass sie unreif milde wie normale grüne Gemüsepaprika sind und mit zunehmender Reife scharf wie Chili werden. Äußerlich ist das den Früchten aber nicht unbedingt anzusehen. Auf jeden Fall sind sie oberlecker. In diesem Jahr werde ich mal eine oder zwei Schoten ganz lange hängen lassen und für eigenes Saatgut ernten.  Saatgut gibt es z.B. von der Englischen Firma Thompson & Morgan.

Insektenmagnet Buddleja

Kaum öffnen sich seine ersten Blüten, schon sind sie alle da: Admiral, Tagpfauenauge (Foto) und Co. umschwärmen die violetten Blütenrispen vom Sommerflieder (Buddleja). Oft sind es ein Dutzend und mehr. Aber auch Bienen, Hummeln und Schwebfliegen zählen zu den Besuchern der nektarreichen Blüten. Dabei war der erste Austrieb des Strauches im Frühjahr sogar vom Spätfrost überrascht worden und sah erst recht kümmerlich aus. Jetzt blüht er so üppig wie noch nie. Man sollte Sommerflieder unbedingt in Sitzplatznähe pflanzen, um das Treiben aus der Nähe beobachten zu können. Zugucken wie Andere arbeiten ist häufig sehr entspannend...
Mir gefallen die dunkler blühenden Sorten übrigens besser, weil ihre verwelkten, braunen Blüten im Strauch nicht so auffallen wie bei den weißen oder hellviolett bühenden Exemplaren.

Mitesser

Nach Schneckeninvasion und Blattlaushorden steht mit dem Beginn der Spätsommers eine weitere Herausforderung für den Gemüsegärtner ins Haus bzw. ins Hochbeet. Gefrässige Raupen von Kohlweißling, Eulenfaltern und Co. zernagen die Blätter junger Kohlpflanzen wie hier bei meinen Setzlingen der Rosenkohl-Variante 'Flowersprouts Autumn Star'. Kennzeichen sind zuerst eher kleine Löcher in den Blättern, die dazu passenden - noch sehr winzigen - Raupen finden sich auf der Blattunterseite. Da hilft nur wachsam sein, auf erste Anzeichen achten und die Miniraupen absammeln, bevor sie noch größer und gefrässiger werden. Ein Gemüseschutznetz über das Hochbeet gespannt kann eine weitere Eiablage der zweiten Generation Ende August verhindern.

Windenprunk

Jeden Morgen freue ich mich über die im Gegenlicht blauvioletten, samtenen Windenblüten, die  in den beiden  Terrakottakübel am Wegerondell  blühen. Ohne die leicht aus Samen zu ziehenden Ranker fehlt mir im Sommer etwas. Seit vielen Jahren ziehe ich sie jedes Frühjahr selber aus Samen an. Nachschub dafür kann ich im Herbst von den Pflanzen ernten. Prunkwinden sind Frühaufsteher. Sie öffnen ihre Blüten in den Morgenstunden für einen Tag und schließen sie bereit am Nachmittag wieder. Aber es gibt viele Wochen genügend Nachschub an Knospen.
Unterpflanzt ist das Ganze mit der filigranen Euphorbie ‘Diamond Frost‘, deren weiße Blütenwolken ein schöner Kontrast sind.

Friedliches Schwirren

Was schwirrt mir da um den Kopf? Mit einer abwehrenden Armbewegung will ich die vermutliche Mücke oder Fliege verscheuchen. Da sehe ich in der Morgensonne das rege Treiben der zarten Schwebfliegen auf den Geraniumblüten. Zusammen mit Bienen und Hummeln tummeln sie sich auf der blauen Blütenwolke von ‘Rozanne‘. Den Hinterleib gelb-schwarz gefärbt, ahmen sie gefährliche Wespen nach. Das wird ihnen sicher oft zur Falle, wenn Hobbygärtner die nützlichen Insekten nicht gleich erkennen. Ihre fast durchscheinenden Larven sind Blattlausjäger, darum sollte man sie fördern. Den Namen Schwebfliegen tragen sie aufgrund ihres Fluges, bei dem sie wie schwebend in der Luft stehen können. Auch daran kann man sie von Wespen unterscheiden, deren Zickzack-Flug ganz anders ist.

Empfindsames Gemüse

Die Dicken Bohnen sind reif und geerntet. Schwupps, rein in das kochende Wasser mit den hellgrünen Bohnenkernen. Sie fangen an zu zischen und wispern.  Ein Geräusch, das man beim Gemüse kochen sonst nicht hört. Mein schlechtes Gewissen macht sich bemerkbar wie damals bei der Lenormutti (ältere Semester werden sich erinnern). Habe ich nicht neulich etwas darüber gelesen, dass Pflanzen mehr fühlen können, als wir gemein hin glauben. Einen lebenden Hummer hätte ich nicht ins kochende Wasser schmeißen können....  Aber Empfindsamkeit hin oder her, die Dicken Bohnen hatten ein schnelles Ende und waren lecker. Vermutlich hat die  plötzliche Hitzeeinwirkung eine Druckerhöhung im Inneren hervorgerufen und die ausströmende Luft konnte nur geräuschvoll durch feine Poren in der Schale entweichen.

Amselhelden

Vor kurzem war ich noch sauer auf meine Amselschar im Garten, denn irgendwie haben sie  nach ein paaar Jahren ihre Vorliebe für meine Johannisbeeren entdeckt. Erst waren die Sträucher mit den roten Beeren dran, dann schmeckten ihnen auch die hellen Beeren. Wir mussten schnell alles abernten, um noch etwas abzubekommen. Doch jetzt habe ich in den letzten Tagen zum ersten Mal gleich zweimal beobachten können, wie eine Amsel sich aus dem Bodendeckergewirr meiner Beete eine Nacktschnecke schnappt und wenn auch mit Mühe, derer habhaft zu werden versucht. Es sind nicht die ganz großen Exemplare der Spanischen Wegschnecke, mehr so die halbwüchsige Generation, aber immerhin...

Borretschblau

Die Sonne scheint und die ersten Blüten vom Borretsch (Borago officinalis) haben sich geöffnet - in einem wunderschönen, leuchtenden Blau. Hat man die einjährige Kräuterpflanze einmal im Garten ausgesät, findet sie sich die nächste Jahre eigentlich immer wieder von selber ein. Die raubehaarten Blätter und Stiele stehen im Kontrast zu den samtigweichen Blüten. Diese sind beliebt bei Bienen und Hummeln. Ich streue die Blüten gern über sommerliche Salate oder dekoriere Cocktails damit. Die jungen Blätter haben einen frischen Geschmack, der dem Kraut auch den Namen Gurkenkraut verschafft hat. Sie würzen Salate, Dipps oder Kräutersoßen. Wie die borstige Behaarung schon zeigt, gehört sie wie Beinwell oder Vergissmeinnicht zu den Raublattgewächsen und ist sogar Namensgeber der Familie Boraginaceae.

Blattgold

Ich liebe unkomplizierte Pflanzen und der Goldmajoran (Origanum vulgare 'Aureum', Foto) gehört dazu. Er wächst bei mir in breiten Matten auf  dem Steingartenhügel. Seine leuchtend gelben Blätter bringen vom Frühjahr bis zum Herbst Farbe in das Beet, auch ohne zu blühen. Das tut der Goldmajoran auch, aber seine Blattfärbrung ist aufregender. Andere Majoransorten sind würziger, aber zum Dekorieren von Gerichten und für Salate sind die gelben Blätter vom Gold-Majoran gut geeignet, vor allem im Kontrast mit grünen Kräutern und Blattsalaten. Wie viele meiner Pflanzen im Garten ist auch diese als Ableger aus einem anderen Garten zu mir gekommen, wo mir die leuchtende Blattfarbe gleich aufgefallen war.

Rosensommer

Im Sommer genieße ich meinen Garten am liebsten am frühen Morgen, wenn der Tau noch auf den Pflanzen liegt, die ersten Sonnenstrahlen den Strandkorb am Teich erwärmen und das Wasser zu einem erfrischenden Bad verlockt, um richtig wach zu werden. Jetzt im Juni kommt noch der herrliche Rosenduft hinzu. In der Ramblerrose 'Boby James' summt und brummt es schon am Morgen durch den intensiven Besuch ihrer cremeweißen Blütenschalen durch unsere Bienen und Hummeln. Beim Gang in den Küchengarten hinter dem Haus gehe ich durch ein Blütenmeer der apricotfarbenen 'Ghislaine de Feligonde', die über einen Rosenbogen rankt (Foto). Und an den Hochbeeten hüllt mich der zarte Duft meiner Wildrosenhecke ein. Erst einmal tief durchatmen... Dann holt mich der Gärtneralltag ein und es geht ans Gießen von Zucchini, Bohnen und Co.

Holunderwunder

Wenn der Schwarze Holunder (Sambucus nigra) blüht - bei uns im Norden wird der Wildstrauch auch "Fliederbeere" genannt - beginnt nach dem phänologischen Jahreskalender der Frühsommer. Und für mich beginnt die Einmachzeit. Aus den süßaromatisch duftenden Blüten mache ich Sirup und Gelee. Auch in Teig ausgebacken und mit Puderzucker bestäubt sind sie lecker. Dieses Jahr werde ich auch noch einige Blütenstände trocknen. Holunderblütentee ist schweißtreibend und hilft dann im Herbst und Winter gegen aufkommende Erkältungen. Hoffentlich bleiben noch genug Blütenansätze für die Holunderbeeren-Ernte im Herbst...

Bohnen am Start

ich bin spät dran mit meinen Bohnen dieses Jahr. Da die Schnecken durch das feuchte Wetter auf dem Vormarsch sind, säe ich diese lieber zuerst in eine kleine Multitopfpalette und nicht direkt ins Beet. Die schlanken braunen Samen der Buschbohne 'Maxi' (im Foto unten) und die rundlichen weißen Samen der rankenden alten Sorte 'Türkische Erbse' (im Foto rechts) sollen es sein. 'Maxi' blüht deutlich über dem Laub und das Pflücken der Hülsen ist leicht, da sie nicht zwischen den Blättern gesucht werden müssen. Die Türkische Erbse ist eine aromatische alte Sorte mit runden Hülsen ähnlich den Buschbohnen und ebenso robust wie ertragreich. Ich stecke in jedes Fach zwei Samen in Aussaaterde und lasse sie auf der Fensterbank keimen. So sind sie erst einmal unter Kontrolle. Mal sehen, wann sich die ersten Blätter zeigen?