Samtige Süßdolde

Fast jeden Tag zupfe ich ein paar junge Blätter von meinen Süßdolden-Pflanzen am Gehölzrand. Das feinbehaarte farnartige Laub erinnert im Geschmack an Kerbel oder Anis. Sein süß-aromatisches Aroma ergänzt jede Frühlingskräuter-Mischung perfekt. Die Süßdolde ist ein Küchenkraut, dass auch im Staudenbeet viel hermacht. Sie treibt früh aus, das helle, farnartige Laub setzt Kontraste zu anderen Blattformen und die weißen Blüten im Mai sind ebenfalls sehr attraktiv im schattigen Staudenbeet. Die Pflanze liebt lichten Schatten und feuchten Boden. Rund um die Mutterpflanze bildet sich bald eine Nachwuchsschar an Sämlingen. Ich grabe gern welche davon aus und verschenke sie an andere Gartenfans. Ein ausführliches Pflanzenporträt meines Lieblingskrautes von mir findet ihr hier.

Blaues Wunder

Irgendwie habe ich im Frühjahr das Gefühl, ich habe noch viel Platz im Garten für neue Pflanzen. Das ändert sich dann schnell wieder, wenn erst einmal alle Stauden in den Beeten wieder austreiben und ihren Raum einnehmen. Trotzdem habe ich zugeschlagen und mir im Versand unter Anderem drei Pflanzen von Agastache 'Blue Fortune' schicken lassen. Diese Duftstaude hat einen lange Blütezeit und soll ein besonderer Anziehungspunkt für Schmetterlinge und Bienen sein. Den ersten Austrieb habe ich lieber vor den Frostnächten die letzten Tage geschützt und die Pflanzen im Gewächshaus verwahrt. Jetzt stehen sie unter Dach im Freien auf der Terrasse. Am Wochenende bekommen meine  Duftnesseln dann ihren Platz im Beet und ich bin gespannt auf die ersten Blüten (Bild Horstmann).

Frühlings-Frost

Frühlings-Frost gleich Frühlings-Frust. Alles steht bei mir in den Startlöchern: Eine Palette mit Hornveilchen, die bestimmt nicht im Freiland gewachsen sind, eine Clematis zum Begrünen eines neuen Rankbogens und ein Birnbaum, der eingpflanzt werden möchte. Ich will sie alle nicht dem nächtlichen Frost in Kombi mit der frühen Morgensonne aussetzen. Auch die im Gewächshaus überwinterte Mini-Funkiensammlung und andere Topfpflanzen warten jetzt auf einen Platz im Freien - haben aber unter Glas schon ausgetrieben und sind daher gefährdet. Das sonnenreiche, aber für frisch Gepflanztes  und den Gärtner eher stressige Hochdruckwetter macht es in diesen Tagen nicht leicht, den Garten so zu managen, dass man keine Verluste hat. Auch hier gilt Durchhalten und Hoffen. 

 

 

 

Und täglich grüßt der Bärlauch!

Einmal mehr wird es einem jetzt bewusst, wie gut es ist, durch eigenes Gemüse und frische Kräuter aus dem eigenen Garten etwas für die Gesundheit tun zu können.

Jeden Tag pflücken wir Bärlauch, Petersilie aus dem Frühbeet und Süßdolde für die Küche. An zwei Stellen im Garten haben wir den Bärlauch verwildern lassen. Er hat sich dort gut ausgebreitet und zieht ein, wenn im späten Frühjahr Stauden wie Funkien die Beetbereiche erobern. Bärlauch kommt bei uns in die Tomatensoße, das Käseomelett (Foto), den Kräuterquark, wird zu Pesto oder Kräuterbutter. Hauptsache grün und gesund. Wie alle Zwiebelgewächse steckt die Pflanze voller Vitamine (A, B und C), wichtiger Mineralstoffe, Chlorophyll und zahlreicher anderer pflanzlicher  Vitalstoffe.

Herbstgemüse für den Frühling

Das Wachsen beginnt wieder. Auch die Winterheckzwiebeln, Asia-Salate und der restliche Grünkohl auf unserem Hochbeet zeigt frisches Grün. Bevor es an die Neuaussaat auf den Beeten geht, kann ich also noch einmal ernten. Um diese Zeit frisches Grün aus dem eigenen Garten zu haben, ist toll. Auch der Bärlauch treibt aufgrund der fast frostfreien Wintertemperaturen schon kräftig aus. Für Vitaminnachschub zum Start in den Frühling ist also gesorgt. Daran laben sich leider auch schon die ersten Schnecken, so dass jeder Gang zum Hochbeet auch dafür genutzt wird, dass ich die Schneckenbretter darauf kontrolliere. Meist werde ich fündig und kann die eine oder ander Nacktschnecke daran hindern, größer und gefrässiger zu werden.

Erste Aussaaten

Endlich ist es so weit! Das Säen kann losgehen.  Vor Ende Februar starte ich meistens nicht, sonst muss ich zu lange mit den vorgezogenen Pflanzen rumhühnern, bevor sie ausgepflanzt werden können. Gemüse-Sämlinge geilen leider im Haus schnell in die Höhe, wenn die Töpfe zu warm stehen. So gut wie es ist, wenn einige Fruchtgemüse zum Keimen Temperaturen über 20 °C brauchen und man sie im Mini-Gewächshaus schnell ans Keimen bekommt, so sorgfältig sollte man den Standort danach wählen. Wenn die Sonne noch nicht länger scheint, bekommen sie dann einen Platz in unserem wenig beheizten Wintergarten. Dort ist auch der Lichteinfall von oben gewährleistet. Der verhindert, dass die Sämlinge seitlich zum Licht hinwachsen und kurze, kräftige Stiele behalten.

 

 

Zarte Krokus-Elfen

Wenn die Sonne sich mal etwas länger durch die Wolken kämpft, recken sich  die kleinen hellvioletten Elfenkrokusse (Crocus tommasianus) mit ihren gelben Staubfäden und Stempeln ihr entgegen und öffnen die zarte Blütenpracht. Das wird unsere Bienen freuen, wenn es denn mal länger als eine Stunde dauert mit dem Pollenbuffet und nicht bald schon wieder Wolken aufziehen. Ich liebe diese Wildkrokusse sehr, ihre frühe Blütezeit, die hauchzarten Blüten und ihre Eigenschaft, sich mit zahlreichen Tochterknollen willig zu vermehren. Zusammen mit den weißen Schneeglöckchen und den sich jetzt bereits wieder verabschiedenden gelben Winterlingen sind sie ein tolles Blütentrio am sonnigen Gehölzrand.

Dankbare Amaryllis

Diese schöne Amaryllis mit den sternförmigen Blüten habe ich jetzt schon bestimmt zehn Jahre und sie blüht jedes Jahr wieder zuverlässig mit mehreren Blütenstielen. Nach dem es im Topf eng wurde, habe ich auch schon Tochterzwiebeln abgenommen, separat gepflanzt und verschenkt. Sie heißt ‘Supreme Gardens‘. Jedes Jahr um diese Zeit blüht sie einige Wochen mit orange-roten Blüten. Dabei ähnelt die Blütenform eher der Naturform der Amaryllis, was mir besonders gefällt. Im Gegensatz zu den üblichen Amaryllis- Hybriden bildet diese Sorte ein ganzes Nest von Zwiebeln und behält auch über den Winter ihr Laub. Wichtig ist, sie während der Blüte ausreichend zu wässern und danach Blüte regelmäßig zu düngen. Im Wintergarten steht sie bei mir im Herbst vor der nächsten Blüte kühl und trockener.

 

Gras mit Haltung: Die Rutenhirse

Oh, das freut mich: In diesem Jahr ist die Rutenhirse (Panicum virgatum) zur Staude des Jahres gewählt worden. Als Gräserfan habe ich das robuste Gras aus dem Bereich Prairiegarten in mein Herz geschlossen. Die blaugrauen Halme der straff aufrecht wachsenden Sorte 'Heavy Metall' schmücken seit einigen Jahren unseren Teichrand. Die feinen Blütenrispen kann ich im Sommer gut mit allerlei Sommerblüten für Sträuße kombinieren und sie sind ein schöner Winterschmuck im Beet. Die Pflanze baucht kaum Aufmerksamkeit, bei mir weder zusätzlich Wasser noch Dünger. Nur einmal im Jahr, im Spätwinter, kümmere ich mich um sie und schneide den dichten und immer noch aufrecht stehenden Halmdickicht knapp über dem Boden zurück. Das schafft Platz für den neuen Austrieb im Frühling.

Frühlingserwachen im Winter

So viele Pflanzen haben in meinem Garten im Januar noch nie gleichzeitig geblüht. Schuld ist die milder Witterung, der man um diese Jahreszeit natürlich nicht vertrauen kann. Das dicke oder in diesem Fall das frostige Wetter wird wohl noch kommen. Ansonsten wird es der wärmste Winter in Norddeutschland "ever". Auch für die nächsten 9 Tage sagt meine Wetter-App auf dem Handy keine Temperaturen unter Null und Regen statt Schnee voraus.  In meinem Garten blühen deshalb ungestört Christrosen, Winterjasmin und Zaubernuss weiter. Seit kurzem sind auch die ersten Winterlinge und Schneeglöckchen dabebi. Und auch die  Blüten meiner Lenzrosen (Foto) sind schon am Start. Diese vermehren sich bei mir bestens und blühen jedes Jahr üppiger. Aber eben erst deutlich später....

Very british

Es regnet den ganzen trüben Tag... Um meine Laune zu verbessern, schaue ich bei der britischen Gartensendung 'Gardeners World' mit Monty Don (Foto: Screenshot aus der Sendung) vorbei. Ich kenne keinen anderen Gartenexperten, der seine Begeisterung für Pflanzen und Garten so gut rüberbringt. Zudem zieht er auch leidenschaftlich gern selber Gemüse und es macht echt Spaß, ihm dabei über die Schulter zu gucken. Selbst wenn jemand des Englischen nicht so mächtig ist, ist das Betrachten entspannend und inspiriert zu eigenen Taten. Zudem werden die Namen der vorgestellten Pflanzen auch immer eingeblendet, so daß man sich Notizen machen kann. Leider ist der Kanal BBC 2 bei uns nicht zu empfangen. Einzelne Clips gibt es aber auf der Webseite der Sendung und einige Folgen auf you tube.

Was bringt das neue Jahr?

Mit Beginn des Januars erwacht trotz Schmuddelwetter die Vorfreude auf das neue Gartenjahr. Die Planung der neuen Hochbeetsaison steht damit an erster Stelle. Was will ich in diesem Jahr Neues ausprobieren? Ganz oben auf der Liste steht Staudensellerie fürs Hochbeet. Für mich eine vielfältig zu nutzende Kultur, ob gedünstet oder roh hat die Verwandte vom Knollensellerie etwas zu bieten. Außerdem lassen sich von den Pflanzen auch einzelne Triebe ernten und die Pflanze selber bleibt lange auf dem Beet und kann nachtreiben.  Wahrscheinlich werde ich den Staudensellerie aber nicht aussäen, sondern mir im Frühjahr Jungpflanzen beschaffen. Ansonsten werde ich die Tage mal meine Saatgutkiste sortieren, um für die ersten Aussaaten im Februar gerüstet zu sein.

Frohe Weihnachten!

 

 

 

 

Ich wünsche allen friedliche, geruhsame Weihnachtstage und einen guten Start in das neue Jahrzehnt!

 

 

 

 

Das Laub ist ab

Sanft segeln die Blätter von der großen Eiche, die ich vom Schreibtisch aus sehen kann, zu Boden. Kein Windhauch weht, aber der Frost der letzten Nacht hat ihren Widerstand gebrochen und lässt sie fallen. Wenn die Bäume erst einmal kahl sind, gibt es kein Zurück mehr, der Winter kommt. Und mit ihm eine ganz andere Seite des Gartens, Strukturen und Konturen der laubabwerfenden Gehölzen werden sichtbar, die von Frühling bis Herbst unter Laub und Blütenschmuck unsichtbar werden. Man erkennt die verschiedenen Wuchsformen und die artspezifischen Verästelungen, die bis in die Spitzen immer feiner werden. Für mich ist ein Garten fast nur mit immergrünen Pflanzen eher langweilig, zu wenig Wandel ist darin. Auf die richtige Mischung kommt es an.

Nachhaltige Ernte

Klimaschutz und Nachhaltigkeit stehen hoch im Kurs zur Zeit und hoffentlich auch in Zukunft. Als Hochbeetgärtner kann man hier nur Pluspunkte sammeln. Denn das eigene Gemüse vom Hochbeet verbraucht so gut wie keine Energie für die Herstellung, vor allem wenn man das Saatgut dafür  selber ernet, mit selbst gesammeltem Regenwasser gießt und die Pflanzen mit Brennessel- oder Beinwelljauche düngt.

Natürlich wird auch keine Energie verbraucht, um das Erntegut von A nach B zu befördern, schlimmstenfalls einmal durch die Republik. Nur ein paar Schritte sind es, um frisch Geerntetes vom Beet in die Küche zu tragen. Das sollte man sich immer mal wieder klar machen. Selbstgezogenes schmeckt dann noch einmal so gut.

 

Dahlien mögen keinen Frost

Das war‘s. Eben noch blühend und in voller Kraft, hängen die Triebe meiner Dahlien nach den ersten Frostnächten schlapp herunter. Jetzt wird es höchste Zeit, die Pflanzen mit den länglichen Knollen aus der Erde zu holen. Die fleischigen Knollen haben mittlerweile fast den ganzen Kübel eingenommen und stecken voller Nähr- und Speicherstoffe für den neuen Austrieb im nächsten Frühjahr. Ich überwintere die Knollen im Keller in Folientüten verpackt, die ich aber nicht luftdicht verschließe. Zuerst bleiben sie aber in Aussaatschalen geschützt offen liegen (Foto), bis sie abgetrocknet sind. Die Triebe werden auf ein paar Zentimeter eingekürzt und trocknen später ganz ein. Und im nächsten Jahr beginnt das Spiel von vorn.

Herbstleuchten

Wieder einmal haben unsere Felsenbirnen meine Aufmerksamkeit. Ihr Laub färbt sich gerade kupferrot und leuchtet schon von Weitem hinter unserem Teich Teich. Eine schöne Laubfärbung von Sträuchern oder auch Stauden ist ein so wichtiger Hingucker im Hausgarten und bringt noch einmal Farbe ins Saisonfinale. So farbenprächtig wie ihr Laub im Frühjahr beim Austrieb gekommen ist, verabschiedet sich die Felsenbirne im Herbst wieder. Dazwischen kann man sich mit den frischen Blättern zusammen an den weißen Blüten erfreuen. Und die Vögel lieben die blauschwarz reifenden Beerenfrüchte, die auch für Menschen genießbar sind und ähnlich wie Rosinen schmecken. Meist sind die Vögel aber schneller. Es sei Ihnen gegönnt.

Meine Klima-Weinrebe

Langsam werden die Trauben an meinem Rebstock 'Fanny' reif und süß. Erkennbar auch an der jetzt eher gelblichen Farbe und der feinen, rostbraunen Sommersprossen-Sprenkelung. Die Frühherbstsonne tut ein Übriges und ich muss auf der Hut sein, dass nicht alle Trauben durch die Amseln in meinem Garten weggefuttert werden. Seit  meinem Besuch in Andernach 2013 zum Kongress "Essbare Stadt" wächst die Rebe in meinem Senkgarten und rankt an der Reling über der Holzterasse entlang. Die robuste Züchtung aus Ungarn kommt mit Winterkälte gut klar und ist unempfindlich gegen Mehltau und andere Pilzkrankheiten. Jeder Kongress-Teilnehmer bekam damals eine Rebe geschenkt, mit der Aufgabe, diese zu pflanzen als C02-Ausgleich für die An- und Abreise zum Kongress.

The Winner is...

Sie fruchtet immer noch: Die Bohne 'Hestia' ist mein Gemüse des Jahres 2019 auf dem Hochbeet. Im letzten Jahr habe ich die üppig weiß-rot blühende Prunkbohne auf meiner Reise durch die Gärten Südenglands als Ampelpflanze bewundert

und mir gleich vor Ort Saatgut gekauft. Das praktische an ihr ist, dass sie besonders üppig und lange blüht, aber kompakt wächst, ähnlich wie eine Buschbohne. Die Triebe werden etwas länger, die breiten, flachen  Bohnenhülsen sind sehr aromatisch. Ich habe vier Pflanzen jeweils in zwei Ecken meiner  Hochbeete gepflanzt, so dass die Triebe über den Rand hängen können. Zwischendurch hat 'Hestia' mal etwas geschwächelt und ihre kleinen Fruchtansätze fielen vorseitig ab. Wahrscheinlich habe ich sie bei der großen Hitze nicht ausreichend gegossen.

 

Blüten für Frühaufsteher

Die samtenen, rotvioletten Blüten der Prunkwinde (Ipomoea purpurea) kann man am besten als Frühaufsteher genießen. Denn am frühen Nachmittag schließen sie sich schon wieder und blühen auch jeweils nur einen Tag. Die einjährige Rankpflanze  begleitet mich fast schon mein ganzes Gärtnerleben. Das liegt auch daran, dass sie reichlich Saatgut produziert, das nicht zu fein ist und sich leicht aussäen lässt. Häufig keimen an geeignetem Standort auch die auf den Boden gefallenen Samen von allein ab Mitte Mai. Um schneller die Blütenpracht genießen zu können, säe ich sie aber schon Ende März zu je drei Samen in kleinen Anzuchttöpfen vor und verpflanze die Sämlinge dann z. B. Mitte Mai in die beiden Kübel mit Obelisken, die im Vorgarten die Weg zum Haus eskortieren.