Libellen-Leben

Beim morgendlichen Schwimmen in unserem Teich bin ich mit ihr auf Augenhöhe: Eine Libelle ist am frühen Morgen geschlüpft und sitzt jetzt auf einem der grasartigen, langen Blätter einer Schwanenblume. Es ist immer wieder ein einzigartiger Moment den Übergang der Insekten vom Larvenleben im Wasser zum Leben in der Luft beobachten zu können. Einige Zentimeter tiefer klammert noch die eben verlassene Larvenhülle am Blatt. Genau wie ich würde die Libelle sich sicher etwas mehr Sonne an diesem Morgen wünschen für ihren Start ins Leben in der Luft. Aber sie ist trotzdem schon voll entwickelt und startet auch gleich zu ihrem ersten Flug als ich noch näher komme. In den nächsten Wochen werde ich sie sicher noch oft beobachten können bei ihrer Jagd nach Insekten über dem Wasser.

Kontrolle am Kohl

Den meisten Schaden auf meinen Hochbeeten durch Insekten habe ich an Kohlpflanzen wie Brokkoli oder Grünkohl. Daher beobachte ich in der Wachstumsphase genau, was sich so auf bzw. genauer gesagt unter den Blättern tut. Denn dort legen Weiße Fliegen (Foto), Kohlweißling oder Eulenfalter jetzt ihre Eigelege ab. Deren Larven bzw. bei den Schmetterlingen die Raupen saugen oder fressen dann an Blättern oder Blütenknospen.  Kontrolliert man die Kohlblätter regelmäßig und entfernt dabei Eigelege oder Schädlinge mechanisch, kann man Schlimmeres verhindern. Ein dichtmaschiges Insektenschutznetz über den Kulturen schützt vor neuen Eindringlingen und sichert eine gute Ernte ohne Fraßschäden oder Raupen im Blumenkohlgratin...

Kräutersegen

Es wird höchste Zeit, etwas von dem reichen Kräutersegen in meinem Garten zu konservieren, denn mit dem Verzehr kommen wir bei der Vielfalt eh nicht nach und im Winter freut man sich, wenn man kleine Vorräte an eingefrorener Petersilie oder Schnittlauch hat. Auch die Zitronenmelisse (Foto) friert man besser ein, als dass man sie trocknet. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass das Aroma dabei flöten geht. Bei der Zitronenmelisse wird es jetzt eh Zeit für einen Rückschnitt. So kann man bald wieder frisch ausgetriebenes Laub ernten. Trocknen kann man alle Sorten von Minze oder auch Salbei. Letzterer lässt sich aber auch fast das ganze Jahr über beernten, so dass ich mir hier die Mühe spare. Egal welches Kraut, am besten erntet man die Kräuter am zeitigen Vormittag, wenn der Morgentau abgetrocknet ist.

Dicke Backen bei Dicken Bohnen

Einige Schwarze Blattläuse turnen auch nach der scharfen Kaltwasserdusche aus dem Gartenschlauch gestern noch auf meinen Dicke Bohnen-Pflanzen herum. Leider sind sie dafür sehr empfänglich. Die eiweißreichen Bohnenkerne der auch Puffbohne genannten Pflanze ziehe ich seit ein paar Jahren regelmäßig auf dem Hochbeet, diesmal die Sorte 'Witkiem'. Ein paar Mal bin dabei schon auf die prallen, bereits erntereif aussehenden Hülsen hereingefallen. Obwohl sie schon sehr dick sind, sind die Samen darin oft noch klein. Daher drücke ich die Schoten erst einmal vorsichtig, ob sie schon ausreichend gefüllt sind, bevor ich welche pflücke. Und die erste gepflückte Bohnenhülse öffne ich und schaue nach, ob sich die weitere Ernte der wirklich sehr gesunden und leckeren Bohnenkerne lohnt.

Käfer-Ansturm auf meine Rosen

Kaum eine Blüte, in der zur Zeit nicht die kleinen schwarzen Rapsglanzkäfer herumkrabbeln und Pollen und Nektar fressen: Die etwa 2,5 mm großen Käfer sind eigentlich auf Raps und verwandte Kreuzblütler aus, aber auch was ansonsten gelbe Blüten hat oder zumindest gelbe Staubblätter im Inneren bleibt nicht verschont. Bei der üppigen Rosenblüte kann ich den Befall verschmerzen, allerdings sollen die Käfer in Ermangelung von Raps im Frühjahr auch die Rosenknospen befallen und ihre Eier hineinlegen. Das habe ich aber noch nicht erlebt und irgendwo müssen die Tiere ja hin, wenn die riesigen Monokulturen vom Raps hier bei uns im Norden verblüht sind. Die letzte richtige Plage war laut Statistik 2009, wo die Strände der Ostseeküste überschwemmt waren damit.

Strauchparade

Unsere üppige Rosen-Deutzie blüht in voller Pracht. Und die Bienen schleppen ab, was sie kriegen können und verwandeln die Nektarfülle in leckeren Honig. Die Blütenfülle größerer Sträucher liefert natürlich immer gleich eine Menge Nahrung für die Insektenwelt. Bei uns blühen vom Spätwinter bis zum Spätsommer immer wieder andere Gehölze, an denen Insekten Nahrung finden. Bald wird es wieder der Sommerflieder sein, der sie anlockt. Um den Blütenreigen bis in den Herbst perfekt zu machen, fehlt uns noch eigentlich nur noch ein Tausendblütenbaum (Euodia hupehensis), auch Honigesche genannt. Dieses ursprünglich aus China stammende Gehölz blüht von August bis in den September mit weißen Blütendolden. Wir müssen nur noch einen Platz im Garten dafür finden.

Funkien-Vielfalt

Als Kind im elterlichen Garten fand ich die blassgrünen Blattschöpfe der einen Funkien in unserem Hofgarten hinter dem Haus eher langweilig. Die Liebe kam später mit dem Wissen über die inzwischen entstandene ungeheure Sortenvielfalt in Blattgröße, -form und -farbe der vielseitigen Stauden. Einige kleinere Sorten und eine Lanzen-Funkie mit roten Blattstielen mit dem Namen 'Red October' kultiviere ich in Töpfen. Niedlich und wuchsfreudig ist darunter auch die Mini-Blaublatt-Funkie 'Blue Mouse Ears' (im Foto ganz rechts). Auf den Stufen vom Wintergarten in den Garten hinein drappiert, sind sie auch jetzt - noch ohne Blüten - ein Hingucker. Bestimmt kommt beim nächsten Besuch eines Gartenmarktes wieder eine neue Sorte dazu.

Im Senkgarten

Mein Lieblingsplatz in meinem Garten ist zur Zeit  der in drei Stufen angelegte, halbrunde Senkgarten vor der ehemaligen Tiefgaragen-Einfahrt an unserem Haus. Eigentlich müsste man eine "Vorherfoto" dazufügen, um zu zeigen, welches Paradies für Mensch und Biene hier entstanden ist. Hier beginnt die Blütezeit jetzt mit gelben, blauen und weißen Schwertlilien, dann kommen die Polsternelken, der Salbei, weiße Buschrosen und der Lavendel mit ihrer duftenden Blütenpracht. Ich habe versucht, hier viele Duftpflanzen und würzige Kräuter zu pflanzen, um deren Duft auf Nasenhöhe genießen zu können. Auf dem Liegestuhl davor ist gut aushalten. Die geschützte Lage ermöglicht hier auch bei nicht so warmem Wetter, die Sonnenstrahlen zu nutzen und den Duft zu genießen. Ein Gartenteil, der die Sinne berührt.

Bienenfutter

Es summt und brummt an den kleinen, weißen Ilexblüten. Unsere Bienen haben scheinbar viel Spaß beim Blütenbesuch. Selber gepflanzt hätte ich die beiden in unserem Garten stehenden Stechpalmen (Ilex aquifolium) nicht. Die überhängenden und vor allem im unteren Bereich sehr wirr durcheinander wachsenden Triebe sind nicht so meins. Die immergrünen Sträucher standen schon vorher im Garten. Die eine, recht hoch gewachsene Pflanze, ist inzwischen von den Trieben der Ramblerrose 'Bobby James' überwuchert und zur Blütezeit ein absolutes Highlight im Garten. Der andere Ilexstrauch dient als Sichtschutz und wird auf Heckenhöhe gehalten. Da er begehrtes Bienenfutter liefert, wird er wohl einen Platz im Garten noch lange behalten. Stechpalmen können bis zu 300 Jahre alt werden...

Schön und heilsam - Fieberklee

Unser Fieberklee im Teich blüht! Viele heimische Pflanzen tragen schon im Namen einen Hinweis darauf, dass sie als Heilpflanze genutzt wurden oder immer noch werden; Wie der Fieber- oder Bitterklee (Menyanthes trifoliata). Sie enthält  heilsame Bitterstoffe, die Magen und Darm nützen. Die Pflanze  ist wirklich etwas Besonderes, weil sie auch die einzige Art in Ihrer Pflanzengattung Menyanthes ist. Außergewöhnlich sind außerdem die weißen Trichterblüten, deren Blütenblätter innen von zahlreichen Fransenhaaren bedeckt sind. Als heimische Sumpfpflanze, ist sie wie so viele Wildpflanzen feuchter Gebiete in Ihrem Bestand gefährdet. Bei uns im Gartenteich fühlt sie sich allerdings pudelwohl und wächst üppig. Zur Freude der Hummeln und Bienen, die die Blüten gern besuchen. 

Endlich Regen!

Wenn man im April schon jeden Morgen durch den Garten laufen muss, um die Aussaaten im Hochbeet, die  Kübel und frisch Gepflanztes in den Beeten zu wässern, ist das lästig. Eigentlich gibt es genug Anderes zu tun im frühlingshaften Garten. Aber es nützt nichts, der Start in die Frühlingssaison ist einfach zu trocken. Um so mehr freut es mich, dass es nun endlich geregnet hat, innerhalb von zwei Tagen etwa 15 Liter/qm. Das kann ich an meinem Regenmesser ablesen. Nach ihm habe ich heute morgen gleich geschaut, um zu sehen, was der Regen gebracht hat. Unser Erdtank ist wieder aufgefüllt und die Regentonne am Gewächshaus hat sich zumindest zur Hälfte gefüllt. Aber am schönsten ist es, sich heute Morgen entspannt zurückzulehnen und sich am frischen Grün zu freuen.

Elfenhafte Blüten

Da sind sie wieder: Zuerst sieht man den neuen Austrieb von Blätter und Blüten bei den Elfenblumen kaum, doch dann entwickeln sich an den dünnen drahtigen Stielen die reizvollen Blüten und sehen aus, als ob ein Schwarm kleiner Elfen mit Reifrock über dem Laub tanzt wie hier bei der Sorte 'Orangekönigin' (Epimedium x warleyense, Foto).

Den Reiz der zarten Blütenwunder kann man so richtig erst bestaunen, wenn man in die Hocke geht. Deshalb pflücke ich mir in jedem Frühling ein paar Blütenstiele und stelle sie in eine Vase, um mich einmal mehr an ihnen zu erfreuen. Auch ist die Blütezeit leider nicht lang, dafür hat man an dem fast immergrünen Laub des Bodendeckers noch lange Freude. Und wo die Elfenblume mit ihren dichverzweigten Rhizomen wächst, kommt kein unerwünschtes Wildkraut ins Beet.

Frohe Ostern!

 

 

 

Ich wünsche allen Hochbeet- und  Gartenfans schöne Ostertage!

Es sprießt so grün

Da sind sie ja: in meinem kleinen Juwel-Hochbeet mit Frühbeet-Aufsatz sprießt der Spinat 'Monnopa'. Das Beet aus Kunststoffbausteinen ist eine gute Ergänzung zu seinen großen Geschwistern aus Holz. Schon früh im Jahr kann ich es nutzen. Meist säe ich erst Spinat, bevor Ende Mai wärmeliebende Kulturen wie Kürbis oder Süßkartoffel einziehen. Im letzten Jahr haben wir es einmal ganz neu aufgesetzt und mit halbreifem Kompost als Grundfüllung für Nährstoffnachschub gesorgt. Auch Knoblauch habe ich darin schon zum Wachsen gebracht. Die Umrandung aus Doppelstegplatten bleibt auch im Sommer um das Beet, gibt den Pflanzen Halt und schafft ein günstiges Kleinklima, auch wenn ich die Frühbeet-Abdeckung dann weglasse. Mal sehen, was ich in diesem Jahr alles ernten kann.

Blütenwolken

Blühende Bäume und Sträucher sind immer ein besonders beeindruckender Gartenschmuck. Vor allem jetzt, im zeitigen Frühling,  wenn die Gehölze ansonsten noch kahl sind und erst nach der Blüte beginnen, auch Laub zu treiben. Forsythie, Blutpflaume und bald auch Felsenbirne und Kirsche blühen vor dem Blattaustrieb, was die Wirkung ihrer Blütenpracht noch verstärkt.
Strahlend gelb leuchten jetzt die Forsythienblüten in der Sonne und rosige Blütenwolken haben sich über die Blutpflaumen in unserem Garten ergossen (Foto). Bei jedem Gang durch den Garten oder Blick aus dem Fenster erfreut diese Blütenfülle die Seele und bestätigt, dass jetzt wirklich Frühling ist.

Wilde Kräuter

Gerade einige Wildkräuter wie Bärlauch und Süßdolde sind zeitig im Frühjahr am Start und gehören zum Ersten, was ich ernten kann. Dafür unternehme ich einen Gartenspaziergang , denn die Pflanzen wachsen nicht im Kräuterbeet, sondern an ganz verschiedenen Stellen in meinem Garten. Die Süßdolde steht am Gehölzrandbeet neben dem Weg zum Haus unter Blütensträuchern. Ihr farnartiges, hellgrünes Laub (Foto) bildet dort im Sommer einen schönen Kontrast zu den ledrigen, dunkelgrünen Blättern der Lenzrosen. Der Bärlauch wächst an der Südgrenze hinter unserer Hainbuchenhecke zur Straße und fühlt sich dort sehr wohl. Im Sommer ist es hier unter der alten Blutpflaume und hinter der dann dicht belaubten Hecke schattig und ideal zum Übersommern für die Waldpflanze.

Früh am Start

Die milde Vorfrühlings-Wetterlage lässt wieder alles sprießen, auch die Pflanzen, die man nicht so gern im Garten hat, weil sie sich zu üppig aussäen oder sonst wie vermehren. Ganz früh am Start ist dabei das Bartige oder Garten-Schaumkraut (Cardamine hirsuta). Die kleinen Blatt-Rosetten mit den gefiederten Blättern finden jetzt überall im Garten, denn die eher unscheinbare, aber sehr robuste Pflanze bildet schon früh Blüten und zahlreiche Samen, die durch die Luft geschleudert werden. Doch bevor ich im Garten Pflanzen eliminiere, recherchiere ich erst einmal, ob sie nicht geniessbar sind. Tatsächlich schmeckt die Pflanze samt Wurzel kresseartig, enthält viel Vitamin C und Senfölglucoside, wirkt verdauungsfördernd und gegen Rheuma. Also guten Appetit nach dem "Unkrautziehen".

Düngen bei Vollmond

Heute ist Vollmond und der Frühling steht vor der Tür. Das erinnert mich daran, sass die Düngesaison wieder losgeht. Ich bin da eher nachlässig, aber in diesem Jahr will ich es richtig machen. Meine Palme im Hausflur und die überwinterten Pflanzen im Wintergarten bekommen jetzt eine Stärkung. Zum Start in die neue Wachstumsperiode freuen sie sich über eine gute Portion Stickstoff aus einem Grünpflanzendünger. Für meine Phalaenopsis-Orchideen habe ich noch Orchideen-Spezialdünger, der natürlich nicht so hoch stickstoffdosiert ist. Wichtig beim Düngen ist, dass die Erde bzw. das Orchideensubstrat nicht ausgetrocknet ist, damit beim Gießen mit der Düngerlösung die Wurzeln durch die plötzlich hohe Salzkonzentration keinen Schaden nehmen. Also Erde vorher etwas anfeuchten und dann  mit der Düngerlösung gießen (Foto: Neudorff)

Ran an die Schere

Es kribbelt im Grünen Daumen, denn die Sonne scheint und es ist windstill. Doch was kann man schon tun im Garten? Aufräumen, alte Töpfe aussortieren, im Gewächshaus nach dem Rechten sehen. Da fällt mein Blick auf die Eibe am Gartenweg zum Hauseingang. Sie könnte einen Schnitt gebrauchen, denn bald ragt ihre üppige Kugelkrone bis über den Weg. Also schnell die Heckenschere schnappen und los geht es. Die weichen grünen Triebspitzen rieseln zu Boden. Bloß nicht zu zaghaft, denn die Pflanze wird schnell wieder nachwachsen im Frühjahr.

Nach und Nach nimmt die Pflanze wieder Form an. Kaum eine andere Gartenpflanze ist so unkaputtbar wie eine Eibe. Für die Oberseite brauche ich allerdings eine Leiter, um überall anzukommen. Die kommt dann morgen dran...

Salat-Experimente

Frisches Grün aus alten Gemüseresten, ein ganzes Buch ist mit  Ideen gefüllt, aus Möhrenresten, Salatstrünken oder Ingwerstücken neues Erntegut wachsen zu lassen. "Regrow your Veggies" von Melissa Raupach und Felix Lill (Ulmer Verlag) haben ihre Erfahrungen mit Gemüseresten, Kräuterstecklingen und allerlei Knollen hier zusammengetragen. Ich habe den Versuch mit Römersalatherzen mal nachgemacht und etwa 3 cm lange Strünke der Salatpflanzen in eine kleine Schale mit Wasser gestellt. Erstaunlicherweise konnte man den neuen Blättern fast beim Wachsen zusehen. Die Ernte ist zwar bescheiden, aber immerhin. Als Nächstes werde ich versuchen, mir eine eigene Kurkumapflanze zu ziehen, ein paar frische Rhizom-Knöllchen habe ich noch.