Sonnen-Blüten

Auf einmal ist die Wiese hinter unserem Haus  wieder gelb vor Löwenzahnblüten! Und auch diein den Beeten  übersehenen Pflanzen verraten sich jetzt  durch erste gelbe Blüten. Der Löwenzahn ist ein tolles Wildkraut mit vielerlei Nutzen, aber in den Staudenbeeten möchte ich ihn trotzdem nicht haben. Dafür darf er hinten im Garten unter den Obstgehölzen wachsen. Und im Vorübergehen pflücke ich immer mal wieder ein paar jüngere Blätter und esse sie. Denn die Bitterstoffe sind gesund für Leber und Galle. Naturarznei aus erster Hand. Nur den weißen Milchsaft der Blatt- und Blütenstiele sollte man sich nicht auf die Kleidung holen. Das gibt braune Flecken, die nie wieder raus gehen...



Fruchtgemüse, die Zweite

Schon ist es  Mitte April und die nächste Aussaat für das Hochbeet steht an. Sommerliche Fruchtgemüse wie Zucchini, Kürbis und Gurke säe ich jetzt und ziehe sie im Haus vor. Von Allen braucht man nur eine geringe Anzahl an Pflanzen, so dass ich sie gleich einzeln in kleine Kunststofftöpfe mit Aussaaterde säe. Legt man die Samen flach in die Erde oder hochkant? Gibt es da bei einer Variante  eigentlich Vorteile? Das recherchiere ich mal im Internet... Also, man soll die Samen hochkant mit dem etwas spitzeren Ende (siehe Foto) nach unten zeigend in die Topferde stecken. Kürbisgewächse sind Dunkelkeimer. Daher sollten sie zwei Zentimeter mit Erde bedeckt sein. Dann die Erde anfeuchten, feucht halten und warten.



Wilde Frühlingsblüten

Beim Gang durch den Garten erfreuen mich Anfang April diese kleinen Pflänzchen vom Hohlen Lerchensporn. Mit ihren rot-violetten, gespornten Blüten und dem blaugrünem Laub setzen sie Farbtupfer zwischen die frühblühenden Zwiebelblüher im Beet. Ich habe die zarte Wildstaude nie gesät oder gepflanzt. Ihre eiweißreichen, winzigen Samen werden meist durch Ameisen in den Garten ein- und darin dann auch verschleppt. Die gespornten Blütenröhren der Pflanze werden gern von einigen Wildbienen-Arten besucht der und sind für diese eine wichtige, frühe Pollen- und Nektarquelle.  Aber Achtung: Die Pflanze enthält Giftstoffe, vor allem in der rundlichen Wurzel-Knolle.



Bärlauchsession

Es vergeht kaum ein Tag, wo ich jetzt im zeitigen Frühling nicht Bärlauch pflücken gehe. Das gesunde Frühlingskraut mit den breiten hellgrünen Blättern ist mit das erste Grün, dass es in meinem Garten zu ernten gibt. Manche halten den Geschmack für überbewertet. Ich würde mir Bärlauch auch nicht für teures Geld auf dem Markt kaufen, sondern sonst vielleicht  mehr Knoblauch, Schnittlauch oder Frühlingszwiebeln verwenden. Aber wenn man die Blätterpracht in Mengen im Garten hat und weiß, was drin steckt, sollte man ihn jeden Tag in den Speisezettel einbinden. Gestern habe ich Bärlauchspätzle davon gemacht (Foto). Auch sehr lecker! Bei mir stehen die genügsamen Zwiebelpflanzen im Schutz einer Hainbuchenhecke unter einer alten Blutpflaume und vermehren sich zügig.

 



Auf Stauden ist Verlass

Wo gibt es das heute noch:  bedingungslose Verlässlichkeit. Bei Gartenstauden ist dies der Fall.
In jedem Frühjahr ist es für mich immer noch faszinierend zu beobachten, wie sich unter abgestorbenen Pflanzenresten im Beet wieder Leben regt. Besonders frisch Maigrün sind immer die jungen Triebe  der Taglilien.  Durch den milden Winterverlauf sind einige Stauden schon recht weit ausgetrieben. Doch keine Angst, es ist immer noch Zeit, sie zu versetzen oder zu teilen, falls das Miteinander im Staudenbeet zu eng wird. Einige Stauden brauchen dies  sogar regelmäßig.  So zum Beispiel die Wiesen-Iris (Foto), deren dichte Horste sonst von innen schnell verkahlen.



Nachwuchs im Staudenbeet

Jetzt haben meine Lenzrosen (Helleborus-Orientalis-Hybriden) ihren großen Auftritt. Sie stehen in voller Blüte. Das alte Laub vom Vorjahr schneide ich im zeitigen Frühjahr zurück. Oh, neuer Nachwuchs ist auch schon da. Rings um die Mutterpflanzen sprießen kleine Lenzröschen aus dem Beet und sind jetzt im sonst noch eher kahlen Beet besonders gut sichtbar. Auch als Sämling sehen sie schon robust aus, mit ihre dunkelgrünen, zuerst dreigeteilten, ledrigen  Blättchen. Es ist immer ein Stück Gärtnerglück, wenn Pflanzen sich im Garten heimisch fühlen und  auch noch von selbst vermehren. (Ausnahme sind natürlich Giersch, Schachtelhalm und Quecke...) Bei den Lenzrosen kann man dies besonders gut beobachten. 

Gartenarbeit ohne Bodenkontakt

Es ist tatsächlich trocken und ein paar Sonnenstrahlen locken nach Tagen des Dauerregens ins Freie. Ich muss meinen Garten neu erkunden, solange bin ich nicht mehr in allen Winkeln gewesen. Und es ist erstaunlich, was schon alles austreibt. Wie jedes Jahr überrascht mich der Bärlauch, dessen grüne Blattzipfel hinter der nach Süden weisenden Hainbuchenhecke schon sichtbar sind. Und es wird Zeit für den Rückschnitt von Chinaschilf und Herbsthimbeeren. Denn es regt sich schon neues Grün. Gartenarbeiten, bei denen ich den nasskalten Boden noch nicht berühren muss. Das ist auch gut so. Und zum Schluss pflücke ich mir noch einen Mini-Strauß Elfenkrokusse und Winterlingee für den Frühstückstisch. Das sorgt für gute Laune am Morgen.

 



Winter-Schnecken

Woran merkt man, dass der Winter wirklich zu milde ist? Na? Bereits die Blüten von den Schneeglöckchen werden von Schnecken angefressen! Gestern waren sie noch unversehrt, heute fällt es mir beim Gang durch den Garten gleich auf. Und beim Leeren des Bioeimers aus der Küche werde ich auch im Thermo-Komposter fündig. In den Furchen der Klappdeckel sitzen schon ein paar Mini-Exemplare der Spanischen Wegschnecke. Da können sie ja auch ruhig bleiben und zur Zersetzung der Pflanzenreste jeglicher Art beitragen. Aber ich möchte sie nicht in zwei Monaten als Halbstarke an meinen Salatkeimlingen auf dem Hochbeet wiedertreffen. Bei mir bleiben die Schneckenbretter zum Abfangen vor allem der kleineren Exemplare im Frühjahr jetzt das ganze Jahr dort liegen. 



Vorbereitet auf die neue Gartensaison

Die Wetterlage lässt wirklich keine Gartenarbeit zu, gefühlt schon seit Wochen. Es stürmt und regnet, die Erde ist  kalt und sehr nass. Auch wenn die ersten Frühblüher wie Schneeglöckchen und Winterlinge schon da sind, fehlt es an Sonne, damit ihre Blüten sich öffnen. Aber die nächste Gartensaison wird trotzdem bald wieder starten und da will ich vorbereitet sein. Aus meinen Gartennotizen vom letzten Jahr mache ich mir eine Einkaufsliste und checke meine Saatgutvorräte. Frische Aussaaterde gehört bei mir immer auf den Garten-Einkaufszettel im Frühjahr. Dann bin ich gewappnet, wenn es losgeht mit der Anzucht von Chili, Tomate und Co. 

 



Winter-Vitamine: Sprossen vom Daikon-Rettich

Sie waren ein Goodie bei einer Saatgutbestellung im letzten Frühjahr und sind zu meinen Lieblings-Sprossen geworden: Die würzig scharfen Keimlinge vom Diakon-Rettich. Sie wachsen Turbo-Tempo von etwa fünf Tagen heran und zum Beispiel als leckerer Vitaminschub für ein Brot mit Frischkäse, als Salattopping oder würzige Suppeneinlage perfekt. Die etwa drei Millimeter großen Samen bilden schnell kräftige Keimpflanzen. Und in diesem Frühjahr werde ich auch einen Versuch mit der Anzucht dieser Asiatischen Rettiche auf dem Hochbeet starten.

 



Staude des Jahres: Das Japan-Berggras

Wie so manche Pflanzen kam auch das Japan-Berggras als Ableger über eine befreundete Hobbygärtnerin in meinen Garten und ist nun am Teichrand fast rund um das Jahr ein farbiger Hingucker, ganz ohne Blüten aber mit sehr dekorativem Laub. Es ist die Sorte 'Naomi’. So überrascht es mich nicht, dass die Staudengärtner das Gras Hakonechloa macro zur Staude des Jahres 2022 gewählt haben. Noch ist das niedrige, horstig wachsende Gras eher selten in Gartenbeeten zu finden. Doch es hat viele Vorzüge und lässt sich prima mit Bodendeckern kombinieren. Vom Aussehen her mit einem Mini-Bambus zu vergleichen, kann das Gras zum Beispiel am Gehölzrand farbige Akzente setzen. Ich werde meine inzwischen deutlich breiter gewordene Pflanze im Frühjahr teilen und die Einzelteile als Bodendecker in ein anderes Beet umpflanzen.



Mandarinenkiste

Es ist nicht die erste Mandarinen-Kiste, die ich herrenlos herumliegend finde. Mal wird die Sperrholzverpackung an der Abfallstation im Supermarkt zurückgelassen, mal liegt sie auf einem Altglascontainer. Als Sachensucher kann ich die makellosen Holzobjekte nicht liegen lassen. Meist mit dem Gedanken, dass die Bretter und Eckstützen noch prima Anmachholz für den Kamin abgeben, nehme ich sie mit. Aber eigentlich sind sie auch für diesen Zweck zu schade. Im Gartenhaus kann ich die rechteckigen Behälter gut stapeln und zum Lagern von Handgeräten oder anderem Gartenbedarf nutzen. Außerdem beginnt bald die neue Aussaatsaison. Dann nutze ich die Kisten als kleines Anzuchtbeet. Vielleicht fällt mir auch noch eine andere Idee ein...



Winter-Sonnenwende

Ab heute geht es wieder bergauf mit der Tageslänge. Mit der Wintersonnenwende am 21. Dezember werden jetzt die Tage langsam, aber sicher wieder länger und hoffentlich auch heller. Auch wenn der Winter erst beginnt und sicher noch viel Kälte und Dunkelheit vor uns liegt: Wie schön ist es, darauf vertrauen zu können, dass die Natur auch diesen Winter überstehen wird und der nächste Frühling den Garten bald wieder aufweckt. Eine hoffnungsvolle Zusicherung, die wir auch in anderen Bereichen dringend bräuchten. Ich wünsche Allen friedliche und gesunde Feiertage. Vielleicht liegt ja auch mein Hochbeetbuch unter dem einen oder anderen Weihnachtsbaum oder etwas anderes Nützliches oder Dekoratives für den Garten. 

 



Der Winter zieht in den Garten

Ist es nun zunehmende Faulheit oder Einsicht in die Natur? In jedem Herbst räumen wir den Garten weniger auf., lassen die Staudentriebe stehen, auch wenn sie schon trocken sind. Nur von der kleinen Rasenfläche am Teich und von den gepflasterten Wegen entfernen wir das Laub, damit es keine Rutschgefahr darstellt. Jetzt fangen wir mit der Winterfütterung der Vögel an und alles, was in Kübeln nicht so ganz frosthart sein könnte, wandert in das Gewächshaus. So zum Beispiel unsere Feige und die Topf-Funkien. Auch auf den Hochbeeten lasse ich im Zweifel alles, was bis vor kurzem noch Wachstum zeigte oder erst im kommenden Frühjahr zu ernten sein wird wie der Wilde Brokkoli, stehen. 



Herbstschönheit Ginkgo

Er steht zwar nicht in meinem Garten, aber der Ginkgo im Nachbargarten ist nicht nur ein ganz besonderer Baum, sondern auch eine wahre Herbstschönheit. Das ledrige, jetzt goldgelbe Laub leuchtet in der kurz erscheinenden Abendsonne. Das Gehölz aus China ist ein lebendes Fossil, das schon auf der Erde wuchs, als es noch Dinosaurier gab, im Erdzeitalter des Trias, vor rund 250 Millionen Jahren. Das belegen fossile Funde. Der Ginkgo wächst langsam und kann zudem uralt werden, Man hat erforscht, dass es Exemplare gab, die über tausend Jahre geworden sind. Als fossiles Relikt ist der Ginkgo weder ein Laub- noch ein Nadelbaum, sondern gehört zu einer ganz eigenen Pflanzenordnung. Wirklich ein ganz besonderer Baum!



Dauerbrenner Mangold

Der Mangold wächst und wächst und wächst...Fast ist es beängstigend, wie das orange- und rotgestielte Laub des Blattgemüses auf dem Hochbeet trotz herbstlicher Temperaturen weiter sprießen. Ich ernte schon nur noch die jungen Blätter und habe vor Monaten das letzte Mal gedüngt. Wahrscheinlich wird erst der erste richtige Frost dem Ganzen ein Ende setzen. Den Mangold habe ich als Jungpflänzchen im Frühjahr über den Gartenzaun bekommen. Eigentlich gehört er nicht zu meinen Lieblingsgemüse-Arten. Inzwischen habe ich aber schon einige leckere Rezepte damit ausprobiert. Toll ist auf jeden Fall Mangold in Sahne-Senfsoße zu Linguine. 



Frühsport mit Eibe

Der Morgen ist trübe, aber windstill und für Oktober mit 10 °C mild. Ideale Bedingungen für den Frühsport im Garten.  Statt um die Häuser zu stöckern (Nordic Walking...), ziehe ich die Gummistiefel an und bringe meine zwei alten Eiben in Schuss. Sie sollen auch in Form bleiben - in runder Form. Dann kann ich sie für die Adventszeit mit Lichterketten schmücken. Handschuhe beim Schneiden sind Pflicht, denn alle Teile der Eibe sind giftig – nur der rote, saftige Samenmantel nicht. Dieser lockt Vögel an. Der hartschalige Same darin wandert unbeschadet durch deren Verdauungstrakt und fällt mit dem Vogelkot wieder zu Boden. Den Eiben- Nachwuchs findet man im nächsten Frühjahr als Sämling im Beet wieder. Die Natur ist genial.



Neue Wanze auf dem Vormarsch

Einerseits gibt es das Insektensterben, das nicht zu unterschätzen ist. Andererseits tauchen immer neue Insektenarten auf, die aus anderen Ländern bei uns eingeschleppt werden. Und dies nicht immer zum Nutzen der Natur und auch des Gärtners.  Die Marmorierte Baumwanze stammt ursprünglich aus Asien und verbreitet sich bei uns zügig. Sie gilt im Obstanbau als Schädling. Bei mir sitzt die Wanze an den Himbeeren und auch an der hellen Hauswand findet man jetzt Exemplare auf der Suche nach einem Winterquartier. Erkennbar sind diese graubraunen Baumwanzen an ihren hell-dunkel gefärbten Rändern des Hinterleibes  und an den gestreiften Fühlern. 



Grünkohl aus dem Blumenladen

Beim Bummeln durch den Nachbarort konnte ich nicht Wiederstehen: Im Blumenladen (!) habe ich zwei Grünkohl-Pflanzen im Topf erworben. Den Palmkohl (Foto links) und eine rotblättrige Grünkohlsorte (Foto rechts) ohne genaue Sortenbezeichnung. Beide habe ich noch nicht selbst kultiviert, so dass mir die zwei Experimentierpflanzen ganz recht kamen. Sie sind gleich nach dem Fotografieren auf das Hochbeet gewandert und habe sie beim Einpflanzen noch mit etwas Gemüsedünger-Pellets versorgt. Nun kann ich hoffentlich im Spätherbst davon ernten. 

 



Zeit für Gräser

Die fedrigen Blütenstände des Chinaschilfs 'Kleine Fontäne' (Foto) leuchten jetzt besonders schön im Gegenlicht der niedrig stehenden Herbstsonne. Bis weit in den Winter sind die Ziergräser in meinem Garten ein Blickfang. So auch das Diamantgras, dessen silbrige Blütenstände viele tausend Tau- oder Raureiftropfen auffangen und zum Glitzern bringen. Am Holzdeck unseres Teiches wächst und blüht eine andere Chinaschilfsorte so überbordend, dass man im Herbst kaum noch daran vorbei kommt. Sie trotzt Sturm, Regen und Schnee oft bis zum Frühjahr. Gräser geben dem Garten Struktur und bringen auch Bewegung ins Beet. Sie sind mir genauso lieb wie auffällige Blütenstauden oder Rosen.