Die Blätter fallen

Mit jedem Windstoß rieselt das Laub jetzt unaufhörlich zu Boden. Und je mehr von dem Geäst unseres großen, alten Feldahorns und der anderen hohen Bäume an der hinteren Gartengrenze sichtbar werden, um so mehr fallen die Vögel wieder auf, die über die Zweige hüpfen und sich an den Samen erfreuen. Es ist reichlich an Nahrung vorhanden, noch stelle ich das Futterhaus nicht raus. Da, ein Girlitzpärchen knabbert an den Samenständen der großen Birke. Erst durch das Fernglas kann ich die kleinen gelb-grünlichen Vögel genau erkennen. Mal sehen, wer dieses Jahr über den Herbst an gefiederten Gästen so alles zu Besuch kommen wird auf dem Zug ins Winterquartier.

Frostiges Erwachen

Das kam jetzt unerwartet, in der letzten Nacht hat es gefroren, am Morgen sind noch -2 °C. Darauf hat meine Wetter-App leider nicht vorbereitet, denn die sagte etwas von +2 Grad  als Tiefsttemperatur. Die Glasscheiben vom Wintergartendach sind mit wunderschönen Eisblumen geschmückt. Aber schon nach dem Frühstück ist die Pracht vorbei. Ein kurzer Gartengang zeigt das gewohnte Bild nach dem ersten Frost: Kapuzinerkresse und Dahlien hat es erwischt, deren Blütenpracht ist jetzt vorbei. Ob das Abdecken mit einem Laken oder Luftpolsterfolie geholfen hätte? Egal, jetzt ist es eh zu spät. Schade, denn es wird wieder milder die nächsten Tage und die Pflanzen hätten sicher noch eine Weile durchgehalten.

Süßkartoffel-Ernte

Der Herbst ist da, nach dem ersten richtigen Regentag seit langem hat es heute Nacht auch ordentlich gestürmt. Aber heute Morgen scheint die Sonne und ich werde die ersten Süßkartoffeln meines Lebens ernten. Mit der Grabegabel bewaffnet mache ich mich auf den Weg zu meinem Mini-Hochbeet von Juwel. Im Frühjahr haben wir das halbhohe Beet mit halbreifem Kompost und Komposterde frisch aufgesetzt.  Die im Mai gepflanzte rotschalige Süßkartoffelpflanze hat den Butternut Kürbis daneben  längst überwuchert. Der erste Stich in die lockere Erde ist schon erfolgreich und nach und nach hole ich rund ein Dutzend zum Teil riesiger Süßkartoffeln aus dem Boden. Überraschung gelungen, jetzt gibt es Süßkartoffelpommes satt die nächsten Wochen.

Türkische Erbse

Das Hochbeetjahr war speziell, manches hat bessser geklappt als sonst, manches hat sehr unter der Hitze gelitten. Meine Buschbohnen haben die Spinnmilben inzwischen masakriert, aber eine Pflanze der sogenannten Türkischen Erbse trägt und blüht munter weiter. Die etwa zwei Meter lang rankende Bohnensorte aus der Gruppe der Perlbohnen mit dem irreführenden Namen wächst seitlich am Rand vom Hochbeet um einen Bogen aus zwei Bambusstangen. Ich hatte sechs Samen ausgesät, aber nur eine war gekeimt. Mehr aus Verlegenheit habe ich die eine Pflanze dann ins Beet zu den Buschbohnen gepflanzt. Die Triebe habe ich immer mal wieder an dem Bambusbogen hin- und her geleitet. Im nächsten Jahr bekommt die Türkische Erbse auf jeden Fall einen Stammplatz auf dem Hochbeet.

Apfelsegen

Jetzt ist es schon Tradition: Zum Herbstbeginn treffen wir uns bei Freunden zur Apfelernte. In ihrem Garten stehen zwei alte, ausladende Apfelbäume, ein Boskop und ein Glockenapfel, beides aromatische Lageräpfel. Mit Apfelpflücker, Leiter und zahlreichen Körben geht es ans Werk. Die Bäume sind übervoll und schnell füllt sich Korb um Korb mit den saftigen Früchten. Um die Äpfel lagern zu können, werden nur unversehrte Exemplare in die Kisten getan. Die restlichen Äpfel mit ein paar Macken werden zur sofortigen Verarbeitung separat gesammelt. Zum Glück spielt das Wetter mit und wir können sogar nach getaner Arbeit auf der Terrasse sitzen und leckeren Apfelkuchen genießen.

 

Goldobst

Acht Jahre nach dem Pflanzen ist unsere Nancy-Mirabelle zu einem stattlichen Baum herangewachsen und liefert in diesem Sommer eine Rekordernte. Aufgrund der Höhe, die der Baum inzwischen erreicht hat, müssen wir einen Obstpflücker verwenden, um die süß-saftigen Früchte mit den roten Sprenkeln einzufangen. Ein großer Teil davon wird gleich an Freunde und Bekannte weitergereicht. Immer wieder höre ich dabei Geschichten über Mirabellenbäume, die in den Gärten der Großeltern standen und deren aromatische Früchte noch in guter Erinerung sind. Die reiche Ernte spornt die Hausfrau in mir an: Leckere Mirabellenkonfitüre mit Limette, Mirabellenchutney , Quark-Ölteig-Taschen mit Mirabellen-Mandelfüllung und  Mirabellensorbet sind so schon entstanden. Mal sehen, was als Nächstes kommt.

 

Wüstenklima

So extrem wie dieser Sommer ist, so gut kann ich jetzt im Garten beobachten, welche Pflanzen mit der Trockenheit wirklich zurecht kommen und welche nicht. Verlierer sind auf jedenfall die Phloxe, die wirklich sehr schnell erbärmlich aussahen und deshalb von mir auch gezielt gewässert werden, damit sie nicht ganz den Geist aufgeben. Auch die Hortensien leider natürlich unter der Dürre. Die habe ich beim Gießen aber auch im Auge. Hingegen unser üppiger Schmetterlingsflieder hat mich überrascht an seinem sonnigen Standort. Er hat bis jetzt gut durchgehalten ohne schlappe Blätter. Auch die drei Bodendeckerrosen 'Alfabia' (Foto) neben dem Weg zum Hauseingang blühen so üppig wie nie und sehen auch nach Wochen noch super aus. Trotzdem ist jetzt endlich mal Regen nötig...

Bienen-Liebling

Wir versuchen, unseren Garten vom Frühjahr bis zum Herbst mit vielen Nektar- und Pollenspendern zum Bienenparadies zu machen. Nicht nur, weil wir Honigbienen haben. Aber es ist immer wieder schön zu beobachten, welche Gartenstauden besonders viele Insekten anlocken. Zur Zeit sorgt neben einem Schmetterlingsstrauch und den Minzpflanzen der rosarote Kerzen-Knöterich (Polygonum amplexicaule) für geschäftiges Treiben an seinen schmalen Blütenrispen mit vielen kleinen Einzelblütchen. Neben dieser Blütenfarbe gibt es auch andere Sorten mit eher roten oder auch weißen Blütenständen. Diese blühen wochenlang und erfreuen so eine Vielzahl von Insekten. Eine Staude, die sich auch prima kombinieren lässt. Bei mir bildet sie mit dem blaßrosa blühenden Dost eine schöne Blüheinheit am Teichrand.

Feuer-Farben

Mein Lieblingsplatz im Moment: Die Hängematte auf der Terrasse im Schatten des Sonnenschirms. Dort zu lesen oder einfach nur zu dösen ist Entspannung pur.  Die leuchtenden Farben des Baumwollstoffes spiegeln sich in den Blüten einer orangerot blühenden Blattschmuck-Pelargonie auf dem Terrassentisch wieder. Sie blüht seit Ende Mai unermüdlich und hat dazu noch dekoratives, mehrfarbiges Laub.  Einmal die Woche bekommt sie jetzt etwas Blühpflanzendünger, steht aber immer noch in ihrem ursprünglichen, eher kleinen Pflanztopf. Also ist auch tägliches Wässern angesagt. Ein Hingucker, jedesmal wenn man die Terrasse betritt. Auch die Feige im Kübel auf der Terrasse hat nun endlich Früchte angesetzt, die sich bei dem sonnigen Wetter sicher gut entwickeln werden.

Gerettet!

Endlich! Schon in der letzten Nacht habe ich im Halbschlaf den Regen auf die Dachflächenfenster tropfen hören und auch am Tage regnet es mal schwächer und mal stärker vor sich hin, so dass unser Regenmesser am Abend schließlich bis fast an den Rand gefüllt ist. Kein Starkregen, kein Sturm oder starkes Gewitter, einfach nur ein schöner Landregen, der den Garten und uns aufatmen lässt. Schwimmteich, Regentonne und Wassertank im Erdreich sind nun wieder aufgefüllt. Endlich kann man wieder pflanzen und umpflanzen, der Boden ist durchdringend feucht, die Luft angenehm klar. Und der Sommer soll nun weiter gehen, was haben wir für ein Glück! Für die Landwirte wird der Regen für das Getreide aber wohl leider zu spät gekommen sein.

Mitbringsel

Natürlich hätte ich auf meiner Reise gern ausgiebig in den an die Englischen Gärten angeschlossenen Gärtnereien eingekauft. Am interessantesten war das Angebot für mich in Great Dixter. aber im Flugzeug geschweige denn im Koffer konnte ich  angetreten wurde, war die Mitnahme von Pflanzen nicht möglich. Dafür habe ich in einem Gartencenter in der Nähe unseres Hotels ein paar Kleinigkeiten erstanden, die problemlos zu transportieren waren. Neben Saatgut und einem Metallanhänger mit Libelle besitze ich jetzt eine zweizinkige Jätegabel von der bekannten Firma Burgon & Ball, die mir noch im Sortiment meiner Handgeräte fehlte. Sie war dort auch etwa 30 % preiswerter als hier, also auch noch  ein Schnäppchen! Wenn ich jetzt am Hochbeet und zwischen Stauden jäte, werde ich mich an die Gartenreise erinnern.

Angekommen!

Nach 30 Jahren als Gartenjournalistin habe ich es endlich in die berühmten Gärten Südenglands geschafft: Hampton Court Palace, Sissinghurst, Wisley Garden und Great Dexter waren für mich die wichtigsten Stationen auf meiner einwöchigen Gartenreise nach Kent und Sussex. Die beeindruckenden Bilder bekannter Pflanzenfotografen aus diesen Gärten mit den typischen Mixed-Border-Beeten und kunstvoll gestalteten Kiesgärten, überbordende Hanging Baskets und vieles mehr durfte ich schon oft für Gartenmagazine betexten - und nun endlich live erleben! Bei schönstem Sommerwetter bin ich buchstäblich durch die Pflanzenpracht geschwebt. Am besten hat mir der Landsitz Great Dixter gefallen (Foto), wo noch der Geist von Christopher Lloyd, dem bekanntesten Gartenjournalisten Englands im Haus und Garten spürbar war.

Fundstück

Gemäß der Redensart „Man geht nie zweimal in denselben Garten“ habe ich heute beim Stöbern in den Beeten eine neue Pflanze entdeckt. Nicht gesät und nicht gepflanzt, aber herzlich willkommen sind mir die weißen Blüten einer Malva moschata 'Alba', der Weißen Mochusmalve. Die Wildform dieser Wildstaude blüht hellrosa. Die Malve ist in dem Gewusel der Mutterkrautpflanzen unbemerkt herangewachsen  und jetzt erst im Blühen sichtbar. So kommen immer mal wieder Samen aus Nachbargärten oder auch durch Topferde von gekauften Stauden in meinen Garten. In diesem Fall mal kein „Unkraut“, sondern eine Staude, die ich gern weiterwachsen lasse und auch versuchen werde, sie durch gezielte Aussaat weiter zu vermehren.

Trocken, trocken, trocken...

Gestern Abend hat es tatsächlich mal wieder geregnet, aber das war nur der sprichwörtliche Tropfen auf den heißen Stein. Gerade mal einen Liter auf den Quadratmeter hat der Regenschauer gebracht. Zum Glück ist die Hitze vorbei, man kann aufatmen und sich auch über die Mittagszeit mal im Garten aufhalten. Schon zum zweiten Mal haben wir Wasser in unseren Schwimmteich nachgefüllt, damit der eingebaute Pumpenschacht nicht trockenfällt. Nun merkt man, welche Pflanzen im Garten wirklich mit der Trockenheit zurecht kommen und welche nicht. Die tiefer wurzelnden Rosen sehen noch gut aus, die späten Rhododendrensorten haben kaum Kraft gehabt, die Blütenknospen zu öffnen. Andauernde Trockenheit seit Wochen, die nur einmal von einem ordentlichen Regenguss unterbrochen wurde.

Zarte Zucchini

So früh im Jahr habe ich noch nie eigene Zucchini ernten können. Die erste kleine Frucht bereichert heute eine Gemüsepfanne mit Schafskäse. Das sehr warme Wetter hat die Pflanze gut gedeihen lassen. Ich hatte sie dieses Jahr auch mehr durch Zufall schon im März mit den Tomaten zusammen ausgesät. Dazu schützte der inzwischen an anderer Stelle überflüssig gewordene Frühbeetkasten die schon Anfang Mai gepflanzte Zucchini- und Kürbisjungpflanze vor Regen und kaltem Wind und schuf ein günstiges Kleinklima - später auch ohne Abdeckung darüber. Klein und zart sind mir Zucchini am liebsten, je mehr man erntet, um so mehr Früchte reifen heran. Kopfschütteln kann ich nur immer wieder bei der Präsentation von Riesenzucchini, deren ledrige Schale und schwammiges Fruchtfleisch kein wirklicher Genuss sind....

Wilde Rosen

Die Rosenblüte in unserem Garten hat begonnen, schon am frühen Morgen weht mir beim Gießen der Hochbeete eine Wolke des unvergleichlichen Duftes unserer Wildrosenhecke entgegen. Die rosafarbenen Blüten der Rosa majalis oder Zimtrose und die weißen Blütenbüschel von Rosa multiflora, der Vielblütigen Wildblüte haben sich besonders ausgebreitet innerhalb der Hecke entlang der Nordgrenze hinter unserem Haus. Rosa glauca, die Hechtrose mit ihrem blaugrünen Laub geht etwas unter bei der Konkurrenz - und Rosa pimpinellifolia, die Bibernell-Rose  blüht erst etwas später. Egal welche Art, unsere Honig-Bienen und ihre wilden Geschwister lieben die offenen Schalenblüten als Nektar- und Pollenlieferanten. Und wir lieben das muntere Summen und Brummen in den unzähligen Blüten.

 

Türkischer Mohn

In jedem Mai freue ich mich darauf, wenn sich die erste Blüte vom roten Türken-Mohn in meinem Garten öffnet. Wie viele malende Künstler hat das weithin feuerrot leuchtende Mohngewächs und sein Verwandter der Klatschmohn schon zu wunderschönen Bildern inspiriert. Ob Claude Monet oder Emil Nolde, beim Anblick der Blüten kommt automatisch das Bedürfnis, deren Schönheit und Farbkraft irgendwie festzuhalten. Auch ich zücke heute wieder die Kamera für eine stimmungsvolle Gegenlichtaufnahme der samtenen Blüten. Zusammen mit der blauen Wiesen-Iris und den zitronengelben Blüten einer Taglilie entsteht am Teichrand ein Dreiklang der drei Grundfarben, der so in meinem Garten zu keiner anderen Jahreszeit wieder zu sehen ist. Für die nächsten zwei Wochen muss ich mich also daran satt sehen.

 

 

Blüten-Leckereien

Wenn der Bärlauch blüht, geht die Erntesaison langsam zu Ende. Dafür kann ich nun nicht nur die aromatischen Blätter ernten, sondern auch die Blütendolden mit den weißen Sternchenblüten als Blickfang für Salate oder zur Dekoration von anderen Gerichten. Apropos essbare Blüten: In diesem Jahr hat meine frühblühende gelbe Taglilie 'Corky' so viele Knospen, dass ich auch diese für Salate verwenden werden. Das sieht nicht nur schön aus, sie schmecken auch lecker. Die länglichen Taglilienknospen soll man auch braten können, sie schmecken ähnlich wie Spargel. Wird auch noch ausprobiert. Eine schöne Ergänzung für die ersten Salate vom Hochbeet mit Spinatblättern, Rauke und Pflücksalat sind außerdem weiße Gänseblümchenblüten. Deren Knospen kann man auch in Essig einlegen und als Kapernersatz nutzen.

 

 

Obstblüte

Nach einem kurzen Regenschauer am Morgen betrete ich meinen Garten und staune. Über die klare, milde Luft, die Farben, das Blühen. War nicht gefühlt eben noch Winter und jetzt ist alles vergessen. In diesem Frühling blühen fast alle Obstgehölze gleichzeitg, Johannisbeeren und Kirsche, Mirabelle und auch die frühen Apflsorten haben ihre Blüten schon geöffnet. Man weiß gar nicht, wo man hinschauen soll. Jetzt die meiste Zeit im Garten verbringen zu können, ist ein Geschenk. Hoffentlich sind unsere Bienen auch fleißig genug, alle Blüten zu bestäuben. Aber auch die Hummeln im Garten helfen dabei ordentlich mit. Schon früh am Morgen, wenn es den Bienen noch zu kalt ist, brummen sie an meiner Jostabeere unüberhörbar von Blüte zu Blüte.

Stauden am Start

Die ersten Blüten im Garten genieße ich am besonders. Zumeist gehören sie frühblühenden Zwiebelblumen. Aber auch bei den Stauden gibt es Schnellstarter. Dazu gehört auch das  Lungenkraut (Pulmonaria officinalis) mit seinen hübsch gefleckten Blättern und den rosa bis blau gefärbten, zarten Blüten. Die heimische Pflanze ist dekorativ und nützlich zugleich, denn wie ihr Name schon sagt, wirkt sie heilend auf Beschwerden des Atemsystems wie Bronchitis und Heiserkeit. Das Lungenkraut sät sich auch selber im Garten aus, ohne dabei lästig zu werden. Ich pflücke ihre Blütenstiele gern zusammen mit anderen Frühjahrsblühern für kleine Sträuße. Neben der Wild-Art gibt es viele schöne Gartensorten, die aber erst etwas später blühen. Allesamt sind bei auch bei Bienen und Hummeln beliebt.