Insektenmagnet Buddleja

Kaum öffnen sich seine ersten Blüten, schon sind sie alle da: Admiral, Tagpfauenauge (Foto) und Co. umschwärmen die violetten Blütenrispen vom Sommerflieder (Buddleja). Oft sind es ein Dutzend und mehr. Aber auch Bienen, Hummeln und Schwebfliegen zählen zu den Besuchern der nektarreichen Blüten. Dabei war der erste Austrieb des Strauches im Frühjahr sogar vom Spätfrost überrascht worden und sah erst recht kümmerlich aus. Jetzt blüht er so üppig wie noch nie. Man sollte Sommerflieder unbedingt in Sitzplatznähe pflanzen, um das Treiben aus der Nähe beobachten zu können. Zugucken wie Andere arbeiten ist häufig sehr entspannend...
Mir gefallen die dunkler blühenden Sorten übrigens besser, weil ihre verwelkten, braunen Blüten im Strauch nicht so auffallen wie bei den weißen oder hellviolett bühenden Exemplaren.

Mitesser

Nach Schneckeninvasion und Blattlaushorden steht mit dem Beginn der Spätsommers eine weitere Herausforderung für den Gemüsegärtner ins Haus bzw. ins Hochbeet. Gefrässige Raupen von Kohlweißling, Eulenfaltern und Co. zernagen die Blätter junger Kohlpflanzen wie hier bei meinen Setzlingen der Rosenkohl-Variante 'Flowersprouts Autumn Star'. Kennzeichen sind zuerst eher kleine Löcher in den Blättern, die dazu passenden - noch sehr winzigen - Raupen finden sich auf der Blattunterseite. Da hilft nur wachsam sein, auf erste Anzeichen achten und die Miniraupen absammeln, bevor sie noch größer und gefrässiger werden. Ein Gemüseschutznetz über das Hochbeet gespannt kann eine weitere Eiablage der zweiten Generation Ende August verhindern.

Windenprunk

Jeden Morgen freue ich mich über die im Gegenlicht blauvioletten, samtenen Windenblüten, die  in den beiden  Terrakottakübel am Wegerondell  blühen. Ohne die leicht aus Samen zu ziehenden Ranker fehlt mir im Sommer etwas. Seit vielen Jahren ziehe ich sie jedes Frühjahr selber aus Samen an. Nachschub dafür kann ich im Herbst von den Pflanzen ernten. Prunkwinden sind Frühaufsteher. Sie öffnen ihre Blüten in den Morgenstunden für einen Tag und schließen sie bereit am Nachmittag wieder. Aber es gibt viele Wochen genügend Nachschub an Knospen.
Unterpflanzt ist das Ganze mit der filigranen Euphorbie ‘Diamond Frost‘, deren weiße Blütenwolken ein schöner Kontrast sind.

Friedliches Schwirren

Was schwirrt mir da um den Kopf? Mit einer abwehrenden Armbewegung will ich die vermutliche Mücke oder Fliege verscheuchen. Da sehe ich in der Morgensonne das rege Treiben der zarten Schwebfliegen auf den Geraniumblüten. Zusammen mit Bienen und Hummeln tummeln sie sich auf der blauen Blütenwolke von ‘Rozanne‘. Den Hinterleib gelb-schwarz gefärbt, ahmen sie gefährliche Wespen nach. Das wird ihnen sicher oft zur Falle, wenn Hobbygärtner die nützlichen Insekten nicht gleich erkennen. Ihre fast durchscheinenden Larven sind Blattlausjäger, darum sollte man sie fördern. Den Namen Schwebfliegen tragen sie aufgrund ihres Fluges, bei dem sie wie schwebend in der Luft stehen können. Auch daran kann man sie von Wespen unterscheiden, deren Zickzack-Flug ganz anders ist.

Empfindsames Gemüse

Die Dicken Bohnen sind reif und geerntet. Schwupps, rein in das kochende Wasser mit den hellgrünen Bohnenkernen. Sie fangen an zu zischen und wispern.  Ein Geräusch, das man beim Gemüse kochen sonst nicht hört. Mein schlechtes Gewissen macht sich bemerkbar wie damals bei der Lenormutti (ältere Semester werden sich erinnern). Habe ich nicht neulich etwas darüber gelesen, dass Pflanzen mehr fühlen können, als wir gemein hin glauben. Einen lebenden Hummer hätte ich nicht ins kochende Wasser schmeißen können....  Aber Empfindsamkeit hin oder her, die Dicken Bohnen hatten ein schnelles Ende und waren lecker. Vermutlich hat die  plötzliche Hitzeeinwirkung eine Druckerhöhung im Inneren hervorgerufen und die ausströmende Luft konnte nur geräuschvoll durch feine Poren in der Schale entweichen.

Amselhelden

Vor kurzem war ich noch sauer auf meine Amselschar im Garten, denn irgendwie haben sie  nach ein paaar Jahren ihre Vorliebe für meine Johannisbeeren entdeckt. Erst waren die Sträucher mit den roten Beeren dran, dann schmeckten ihnen auch die hellen Beeren. Wir mussten schnell alles abernten, um noch etwas abzubekommen. Doch jetzt habe ich in den letzten Tagen zum ersten Mal gleich zweimal beobachten können, wie eine Amsel sich aus dem Bodendeckergewirr meiner Beete eine Nacktschnecke schnappt und wenn auch mit Mühe, derer habhaft zu werden versucht. Es sind nicht die ganz großen Exemplare der Spanischen Wegschnecke, mehr so die halbwüchsige Generation, aber immerhin...

Borretschblau

Die Sonne scheint und die ersten Blüten vom Borretsch (Borago officinalis) haben sich geöffnet - in einem wunderschönen, leuchtenden Blau. Hat man die einjährige Kräuterpflanze einmal im Garten ausgesät, findet sie sich die nächste Jahre eigentlich immer wieder von selber ein. Die raubehaarten Blätter und Stiele stehen im Kontrast zu den samtigweichen Blüten. Diese sind beliebt bei Bienen und Hummeln. Ich streue die Blüten gern über sommerliche Salate oder dekoriere Cocktails damit. Die jungen Blätter haben einen frischen Geschmack, der dem Kraut auch den Namen Gurkenkraut verschafft hat. Sie würzen Salate, Dipps oder Kräutersoßen. Wie die borstige Behaarung schon zeigt, gehört sie wie Beinwell oder Vergissmeinnicht zu den Raublattgewächsen und ist sogar Namensgeber der Familie Boraginaceae.

Blattgold

Ich liebe unkomplizierte Pflanzen und der Goldmajoran (Origanum vulgare 'Aureum', Foto) gehört dazu. Er wächst bei mir in breiten Matten auf  dem Steingartenhügel. Seine leuchtend gelben Blätter bringen vom Frühjahr bis zum Herbst Farbe in das Beet, auch ohne zu blühen. Das tut der Goldmajoran auch, aber seine Blattfärbrung ist aufregender. Andere Majoransorten sind würziger, aber zum Dekorieren von Gerichten und für Salate sind die gelben Blätter vom Gold-Majoran gut geeignet, vor allem im Kontrast mit grünen Kräutern und Blattsalaten. Wie viele meiner Pflanzen im Garten ist auch diese als Ableger aus einem anderen Garten zu mir gekommen, wo mir die leuchtende Blattfarbe gleich aufgefallen war.

Rosensommer

Im Sommer genieße ich meinen Garten am liebsten am frühen Morgen, wenn der Tau noch auf den Pflanzen liegt, die ersten Sonnenstrahlen den Strandkorb am Teich erwärmen und das Wasser zu einem erfrischenden Bad verlockt, um richtig wach zu werden. Jetzt im Juni kommt noch der herrliche Rosenduft hinzu. In der Ramblerrose 'Boby James' summt und brummt es schon am Morgen durch den intensiven Besuch ihrer cremeweißen Blütenschalen durch unsere Bienen und Hummeln. Beim Gang in den Küchengarten hinter dem Haus gehe ich durch ein Blütenmeer der apricotfarbenen 'Ghislaine de Feligonde', die über einen Rosenbogen rankt (Foto). Und an den Hochbeeten hüllt mich der zarte Duft meiner Wildrosenhecke ein. Erst einmal tief durchatmen... Dann holt mich der Gärtneralltag ein und es geht ans Gießen von Zucchini, Bohnen und Co.

Holunderwunder

Wenn der Schwarze Holunder (Sambucus nigra) blüht - bei uns im Norden wird der Wildstrauch auch "Fliederbeere" genannt - beginnt nach dem phänologischen Jahreskalender der Frühsommer. Und für mich beginnt die Einmachzeit. Aus den süßaromatisch duftenden Blüten mache ich Sirup und Gelee. Auch in Teig ausgebacken und mit Puderzucker bestäubt sind sie lecker. Dieses Jahr werde ich auch noch einige Blütenstände trocknen. Holunderblütentee ist schweißtreibend und hilft dann im Herbst und Winter gegen aufkommende Erkältungen. Hoffentlich bleiben noch genug Blütenansätze für die Holunderbeeren-Ernte im Herbst...

Bohnen am Start

ich bin spät dran mit meinen Bohnen dieses Jahr. Da die Schnecken durch das feuchte Wetter auf dem Vormarsch sind, säe ich diese lieber zuerst in eine kleine Multitopfpalette und nicht direkt ins Beet. Die schlanken braunen Samen der Buschbohne 'Maxi' (im Foto unten) und die rundlichen weißen Samen der rankenden alten Sorte 'Türkische Erbse' (im Foto rechts) sollen es sein. 'Maxi' blüht deutlich über dem Laub und das Pflücken der Hülsen ist leicht, da sie nicht zwischen den Blättern gesucht werden müssen. Die Türkische Erbse ist eine aromatische alte Sorte mit runden Hülsen ähnlich den Buschbohnen und ebenso robust wie ertragreich. Ich stecke in jedes Fach zwei Samen in Aussaaterde und lasse sie auf der Fensterbank keimen. So sind sie erst einmal unter Kontrolle. Mal sehen, wann sich die ersten Blätter zeigen? 

Rauke geht immer

Was habe ich eigentlich früher gemacht, bevor es auf meinem Hochbeet  schon im Frühjahr täglich leckere Rauke zum Ernten gab... Egal ob die milde Salatrauke (Eruca sativa) oder die mit ihren mehr geschlitzten Blättern deutlich schärfere Wilde Rauke (Diplotaxis tenuifolia): Das frische, leicht scharfe Grün ist aus meiner Küche nicht mehr weg zu denken. Wie Raps oder Senf gehört es zur großen Pflanzenfamilie der Kreuzblütengewächse. Von April bis in den Oktober hinein kommt das kalorienarme und durch seine Senfölglukoside so gesunde Kraut auf fast jedes Gericht. Egal ob Pasta oder Pizza, Salat und auf Bruscetta, Rauke geht immer. Was aus dem Raukebündel auf dem Foto links geworden ist, findet ihr als Rezeptidee auf den neuen Küchengarten-Box-Praxistipps für Juni .

Für alle Fälle Iris

Erst die Bart-Iris im Senkgarten, nun die Wiesen-Iris am Teichrand (Foto) und in der Flachwasserzone unseres Teiches zeigen sich die ersten Blütenstände der Sumpf-Iris. Ende Mai ist Iris-Zeit in meinem Garten und die wunderschönen Blüten dieser Pflanzengattung faszinieren jedes Jahr aufs neue. Vor allem, wenn man rechtzeitig auf Schnecken achtet, die es sich nicht nehmen lassen, außer an dem gras- oder schwertförmigem Laub der Pflanzen gern auch mal die saftigen Blütenstände so anzubeißen, dass sie oft noch vor dem Erblühen plötzlich herunterhängen. Da  gilt es aufzupassen und die Übeltäter in den Abendstunden abzusammeln. Das Laub der Pflanzen ist zu dem nach der Blüte bis in den Herbst attraktiv und setzt schöne Akzente zu anderen Stauden mit runden oder fingerförmigen Blättern.

 

Auf ins kühle Nass!

Endlich ist es wieder so weit und wir können unseren Schwimmteich nutzen. Das tun wir am liebsten am Morgen und ab ca. 17 °C wassertemperatur. Heute Morgen zeigt die Temperaturanzeige sogar 19,3 °C an, also nichts wie hinein. Sehr frisch, aber nach einer Bahn hin und zurück hat der Körper sich an das kalte Wasser gewöhnt. Die Sonne scheint auch noch und ich schwimme mit ein paar Teichmolchen (Foto) um die Wette, die sich jetzt auch gern in der Tiefwasserzone aufhalten. Sie sind im Hochzeitsfieber und bald werden wieder zahlreiche Babymolche durch das Wasser flitzen. Da muss man beim Algenfischen einmal mehr aufpassen, keine davon zu erwischen und versehentlich auf den Kompost zu befördern.

Gärtnerglück

Schnell noch etwas Petersilie für die Suppe aus dem Garten holen. Ich knipse ein paar Stiele ab und trage sie aus dem Garten zurück in die Küche. Auf dem Weg muß ich an die oft schlapp herabhängenden Kräuterbündel in unserem Edekamarkt denken, die - wenn sie heute nicht gekauft werden - schon morgen im Müll landen, wie so viele Tonnen aufwendig produziert und transportierter Lebensmittel. Dabei ist alles doch ganz einfach: ein paar Samenkörner, Erde, Wasser und Sonnenschein - mehr braucht es nicht, um sich eigenes "Superfood" heran zu ziehen. Und nachhaltiger kann die Beschaffung von Nahrung nicht sein, als sie aus dem eigenen Garten zu holen. Irgendwie inzwischen so selbstverständlich für mich und doch immer wieder ein großes Glück.

Ab ins Freie

Meine vorgezogenen Fruchtgemüse, also Tomaten, Kürbisse, Gurken und Co. sind reif für das Outdoorwetter. Sie kommen erst einmal an einen vor Wind und zuviel Sonne geschützten Platz auf der Ostterrasse,  um sich an die rauheren Bedingungen im Freien zu gewöhnen. Im Wintergarten hatten sie es natürlich gut, viel Licht und nicht zuviel Wärme, denn er liegt nach Norden und kann bei Bedarf schnell per Dachklappen gelüftet werden. Doch erst wenn die Pflanzen nicht mehr hinter Glas stehen, können die Blätter sich an die UV-Strahlung gewöhnen. Sie werden bald derber und grüner im Freien und sind nach ein paar Tagen pflanzbereit für Kübel oder Beet. Wenn die Temperaturen nachts unter +4 °C fallen sollen, stelle ich sie allerdings über Nacht lieber wieder rein, man weiß ja nie...

Gartenhelfer aus dem Gelben Sack

Wer die Augen aufmacht, kann aus Verpackungsmüll wie Petflaschen, Obstverpackungen und Ähnlichem praktische Hilfsmittel für die Pflanzenanzucht gewinnen. Ich habe eine ganze Sammlung an Schalen, die als Mini-Tablett und Untersetzer für Anzuchttöpfe dienen, aus O-Saftflaschen schneide ich Schneckenschutzkragen für junge Salatpflanzen im Beet. Essstäbchen für Sushi dienen als Pikierstab oder Aussaathilfe, Verpackungstrays von Weintrauben mit Deckel können zu Mini-Gewächshaus für die Fenterbank umfunktioniert werden. In größere Tablettendosen aus Kunststoff nutze ich als Behältnis für Schneckenkorn oder Streudünger. So habe ich sie am Ort des Geschehens immer griffbereit. Re- und Upcycling at its best!

Frostiger Frühling

Wieder alles frostig weiß am Morgen und Tulpen, Narzissen und Pfingstrosen lassen traurig ihre Triebe hängen... So spät im Jahr habe ich meine Stauden noch nie von so viel Raureif bedeckt gedeckt gesehen. Gestern Mittag standen alle Pflanzen wieder aufrecht, aber viele solch frostiger Nächte werden sie wohl nicht vertragen. Der Blick auf die Wetter-App gibt zum Glück Entwarnung, heute Nacht sollen die Temperaturen wieder über der Nullgradgrenze bleiben. Dann kann ich den Rhabarber wieder von seiner Abdeckung - einem alten Bienenkorb aus Stroh - befreien und die Kübel mit den knospenden Tulpen unter der Terrassenüberdachung herausholen und an ihren angestammten Platz stellen. Und es gibt Hoffnung für die Apfelblüte, die in meinem Garten zum Glück noch nicht begonnen hatte.

Kräuterfreuden

Jetzt sprießen sie wieder: Unter dem Apfelbaum zeigt die Zitronenmelisse frisches Grün, die vorwitzigen Triebe der Apfelminze kommen mitten im Rindenmulchweg aus der Erde und unter der noch nicht richtig belaubten, alten Blutpflaume an der Südgrenze meines Garten wächst vor der Hainbuchenhecke ein ganzes Feld von Bärlauch. Täglich frische Kräuter aus dem eigenen Garten pflücken zu können, ist für mich ein ganz besonderes Privileg. Im Frühling ist man besonders ausgehungert auf frisches Grün  und so vor Kraft strotzend wie jetzt sind die Kräuter das ganze Jahr nicht mehr. Meine Favoriten diese Woche: Glatte Petersilie, Schnittlauch, Süßdolde, Orangenminze und Schildampfer. Die Kräuter machen aus jedem simplen Gurkensalat eine Mini-Fitnesskur.

Blütenmeer

Blühende Bäume und Sträucher sind im Frühling ein besonderer Gartenschmuck. Jetzt, wenn die meisten Bäume noch kahl sind und sie erst auszutreiben beginnen, ist ein blütenübersäter Baum oder Strauch ein besonderer Hingucker. Viele Ziersträucher und Obstgehölze blühen vor dem Blattaustrieb, was die Wirkung der Blüten noch verstärkt.
Strahlend gelb leuchten die Forsythienblüten und weiße Blütenwolken haben sich über die Wildpflaume im Nachbargarten ergossen. Darüber freuen sich auch unsere Bienen. Genau wie über die Blütenpracht an Zierkirsche und Blutpflaume. Bei jedem Gang durch den Garten oder Blick aus dem Fenster fällt die Blütenfülle auf, erfreut die Seele und bestätigt, dass der Frühling zur Hochform aufläuft.