Saatgut-Inventur

Ist das Saatgut noch keimfähig oder nicht? in jedem Winter sortiere ich meine Saatgutreserven neu: Die Guten ins Töpfchen, die schlechten.... Ja, leider kann man es den Samen nicht wirklich ansehen, ob sie noch keimfähig sind. Und das Haltbarkeitsdatum gibt auch nicht immer Aufschluss, ob sich eine Aussaat noch lohnt. Also im Zweifel einen Keimtest machen... Die meisten Gemüsesamen haben eine Keimfähigkeit von mindestens drei Jahren. Aber bestimmte Samen wie  die vom Dill oder der Pastinake sollten nicht älter als zwei Jahre sein und möglichst schnell verbraucht werden. Tomaten-, Chili-, Auberginen- und Gurkensamen hingegen können bis zu sechs Jahre keimfähig bleiben. Dazu sollte man die angebrochene Saatguttüten aber richtig lagern, nämlich gut verschlossen, dunkel, trocken und kühl.



Neues Jahr, neue Blüten

Es regnet - nicht schön - aber die Wasserspeicher im Boden füllen sich jetzt hoffentlich endlich wieder. Mit dem neuen Jahr wächst die Vorfreude auf die neue Gartensaison, erste blühende Frühlingsboten und das Erwachen des Gartens. Bis zum Frühling wird es noch eine Weile dauern, aber mit der Blüte meiner Zaubernuss (Hamamelis mollis)ist der Startschuss nun gefallen. In einer Winter-Folge der Fernsehsendung "Gardeners World" auf You Tube schwärmt die britische Gartenexpertin Frances Tophill vom Duft des Strauches mit den fädigen, frosterprobten Blüten. Diesen kann ich bei der derzeitigen Witterung leider nicht wirklich wahrnehmen, aber vielleicht scheint ja bald auch wieder die Sonne. Die Tage werden auf jeden Fall selbst bei Regenwetter jetzt immer ein Stückchen länger.

 



Frohes Fest

Auch wenn der Winterzauber schon wieder vom Nieselregen abgelöst ist, gab es wenigstens einige schöne Wintertage in der Vorweihnachtszeit. An einem dieser Tage entstand auch dieses Foto aus dem Küchenfenster.

Nun kann man die Heizung wieder herunter drehen, die Kerzen am Tannenbaum den Raum erwärmen lassen und hoffentlich die Weihnachtstage etwas zur Ruhe kommen - nach all den üblichen Vorbereitungen und Terminen.
Und man kann sich dabei vielleicht gedanklich schon mit dem nächsten Gartenprojekt beschäftigen, wer weiß...

Frohe Weihnachten und einen gesunden Start in das neue Jahr 2023 mit vielen schönen Gartenerlebnissen.



Edelstahl-Kugeln: glänzende Deko

Diese Allround-Dekoelemente möchte ich in meinem Garten nicht missen: Edelstahlkugeln verschiedener Größen kann man im Garten vielfältig verwenden. Im Moment schmücken zwei von ihnen zusammen mit immergrünen Zweigen von Kirschlorbeer, Nadelzweige und Ilex meine beiden großen Terrakotta-Kübel an der Terrasse. Gibt es im Frühling noch Lücken im Beet, drappiere ich die Kugeln mal hier- oder dorthin. Im Sommer treiben einige   über den Schwimmteich. Die hohlen Kugeln sind hohl und schwimmen prima. Also immer zugreifen, wenn man die glänzenden Kugeln im Gartencenter oder auch in Möbelkaufhäusern angeboten sieht. Sie setzen mit ihrer spiegelnden Oberfläche immer wieder neue Akzente.



Waldwuchs

Da wächst ein Walnuss-Sämling mitten im Staudenbeet und am Teichrand hat sich ein Ahorn gesät. Beim näheren Hinsehen im herbstlichen Garten kann ich immer mehr Sämlinge von Gehölzen entdecken wie den Feldahorn auf dem Foto. Es ist besser, diese jetzt gleich zu entfernen, bevor dies im nächsten Jahr  deutlich mehr Arbeit macht und man dabei benachbarte Stauden im neuen Wuchs stört. Einige Jungpflanzen finden in anderen, neuen Gärten einen Platz, andere müssen leider geschreddert werden. Auch von der Wildwiese hinterm Garten wehen Samen herüber, so dass wir auch junge Eschen, Birkensämlinge oder sogar Eichen im Garten finden. Würde man alles wachsen lassen, wäre der Garten irgendwann ein Wald. Vielleicht auch schön, aber im Haus wäre es mir dann doch zu dunkel. 

 



Astern-Reigen

Astern sollten im herbstlichen Garten nicht fehlen. Die weißen, rosa bis purpurvioletten oder fast blauen Blütensterne leuchten jetzt aus den Staudenbeeten. Der Blütenreigen beginnt bei mir schon Sommer mit der weißblühende Waldaster (Aster divaricatus), die in meinem Schattengarten mit Farnen und Funkien zusammen wächst. Wenn ihre Blüte zu Ende geht, erblüht am Teichrand die hellblau-violetten Pyrenäen-Aster ‘Lutetia‘. Die habe ich im letzten Jahr gepflanzt und sie passt prima neben die blaubereiften Halme der Rutenhirse. Die Blüte von ‘Lutetia‘ hält an bis jetzt die blauviolette Herbstastern, das weiße Septemberkraut (Foto) und die rosafarbene Rauhblattaster sich dazu gesellen. Bis zum ersten stärkeren Frost kann ich nun noch Freude an diesen Herbstblühern haben.

 



Feuerfarben

Der Herbstregen kam zum Glück in Raten und leise fallend, nur einige heftigere Schauer waren bisher dabei. Durch die fallenden Temperaturen wird nun langsam die Färbung der Blätter im Garten angeregt. Zusammen mit der Ernte von Weintrauben und Äpfeln, dem Pilzesuchen im Wald ist der Frühherbst eine schöne, wieder aktivere Zeit im Garten nach der sommerlichen Dürre und der Hitze. Nicht nur Ziersträucher wie Felsenbirne (Foto) oder Cotoneaster beginnen jetzt zum Ausklang der Gartensaison ihr Farbenspiel, auch Obstgehölze wie Heidelbeerbüsche haben eine tolle rote Herbstfärbung. Den Übergang der Jahreszeiten in unseren Breiten sollte man mit allen Sinnen genießen. Und wo geht dies besser als in Natur und Garten.

 

 



Ernte zum Herbstbeginn

Der Herbst beginnt, das Ernten geht weiter. In meinem Küchengarten gibt es jetzt zwar keine Zucchini mehr - die beiden Pflanzen haben bei den kühleren Temperaturen  das Fruchten leider eingestellt. Aber die buschig wachsende Prunkbohne ‘Hestia‘ liefert jeden Tag leckere Bohnenhülsen (Foto). Zusammen mit reifen Tomaten aus dem Gewächshaus mache ich daraus gern einen leckeren Bohnensalat. Auch Pflücksalat und Wilde Rauke liefern täglich Erntegut. Und ein paar kleine Röschen Brokkoli gibt es auch noch zu schneiden. Für die Ernte im Spätherbst habe ich zum ersten Mal den Spinat ‘Winterriesen‘ gesät. Gelbe Bete, die krause Rosenkohlvariante ‘Flowersprouts‘ und späte Möhren wachsen schon länger einer Ernte im Herbst entgegen. Das sind doch gute Aussichten!

 



Zucchini-Maße

Ich kann sie nicht mehr sehen, die Riesenexemplare von Kürbis, Zucchini und Co. Immer wieder findet man in Zeitungen und Zeitschriften stolze Hobbygärtner, die ihr  ausgeufertes Erntegut in die Kamera halten. Eine Riesenzucchini zu ernten ist keine Kunst, sie schmeckt nicht und hindert die Pflanze lange daran, neue zarte Früchte anzusetzen. Das Gardemaß für eine erntereife Zucchini liegt bei etwa 20 Zentimetern. Das ist Fakt.

Und - liebe Amis - das Heranziehen von tonnenschweren Riesenkürbissen ist eigentlich auch nur Verschwendung von Ressourcen und so was von aus der Zeit gefallen.

Ein schönes Kürbis-Event im Herbst kann man auch mit einer großen Vielfalt an Früchten interessant machen. 



Vegane Wespen

Wespen gehören nicht zu den Insekten, die man gern im Übermaß im Garten hat. Meist werden sie im August zur Plage, ob beim Kaffeeklatsch oder der Grillparty. Wespen fühlen sich von vielem angezogen, was bei uns auf den Tisch kommt oder an den Obstbäumen hängt. Meine Wespen haben es in diesem Jahr aber wohl hauptsächlich auf die Blüten des Bronzefenchels im Staudenbeet am Teich abgesehen. Es sind dieses Jahr eine Reihe von blühenden Pflanzen dort und sie sind seit kurzem dicht belagert mit den stechenden Zweiflüglern. Da müssten man mal testen, ob diese sich bei der nächsten süßen Mahlzeit im Garten nicht durch ein oder zwei Blütenstände in einer Vase von den anderen Leckereien ablenken lassen?



Trocken, trocken, trocken

Nach den letzten heißen Tagen kommt die Wahrheit ans Licht. Welche Pflanzen sind hitzestabil und kommen auch ohne zusätzliches Gießen über die Runden im Garten? 38,9  Grad Celsius im Schatten, das ist der heißeste Tag ever in meinem bisherigen Gärtnerleben. Die Rispenhortensien in den Beeten gehören zu den Verlierern, sie schlappen schon seit Tagen. Auch wenn ich sie inzwischen fast täglich wässere, nützt dies nichts. Meine Topfhortensien dagegen haben es gut, denn erstens gieße ich sie regelmäßig und zweitens kann ich ihnen bei der Hitze auch einen schattigen Platz geben. Die Schafgarbe am Teichrand hingegen reckt ihre gelben Blütenstände in die Mittagssonne als wenn nichts wäre. Oder steht sie schon mit einer Wurzel im Teich?



Nie ohne Gartenschere

Wenn Du in den Garten gehst, vergiss die Schere nicht! In Abwandlung des Nietzsche-Zitat lautet so mein Gartenappell im Juli. Denn zum Ende der Austriebszeit gibt es immer etwas zu schneiden auf dem Weg durch die Beete. Von Rosen, die mehrmals blühen, schneide ich jetzt alle verblühten Blütenstände ab. Dann geht die Kraft der Pflanzen in neue Seitentriebe und Knospen und nicht in Hagebutten. Neue, zu lange Triebe von Sträuchern, die in den Weg wachsen, kürze ich bis zur Basis ein. Auch meine immer noch nicht vom Zünsler befallene Buchshecke am Rondell braucht jetzt einen Formschnitt, bevor es wieder heiß und trocken wird. Auf dem Hochbeet schneide ich die Samenstände der Winterhecke ab, damit sie neue Schloten bildet und die Wilde Rauke, damit  frisches Grün wächst. 



Glamourkäfer auf Tour

Der große, grün metallisch schimmernde Käfer fällt mir beim Gang durch den Garten gleich ins Auge. Zumal er sich durch Nichts dabei stören lässt, die Blüten der Wiesenraute im Staudenbeet gründlich nach Pollen und Nektar abzusuchen. Ich erinnere mich, es ist ein Rosenkäfer, der sich hier genüsslich bedient. Seine Larven wachsen in morschen Baumstämmen heran, wo sie sich dann nach zwei bis drei Jahren verpuppen. Etwa drei Wochen danach schlüpfen die prächtigen Käferexemplare aus der Puppenhülle. Rosenkäfer treten nicht in Massen auf und ihr Fraß schädigt die Blüten nicht. Und morsches Holz findet er in unserem Naturgarten oder auf der Wiese mit Knick dahinter sicher auch für die Eiablage.



Model-Erbsen

Die violette Zuckerschote ‘Shiraz’ von T & M ist schon blühend ein Hingucker. Ihre Blüten sind zweifarbig: hellrosa und purpurrot. Dann wachsen langsam die kleinen violetten Hülsen aus den Blütenresten hervor und schon wenige Tage später sind sie erntereif. Beim Dampfgaren verblasst ihre ihre violette Farbe kaum. Sie sind lecker und durch die Anthocyan-Farbstoffe auch sehr gesund. Was für ein nachhaltiger Genuss im Vergleich zu den immer häufiger auch im Winter im Supermarkt aus Peru(!) zu findenden Zuckerschoten mit absolut mieser Ökobilanz. Jedes Gemüse hat seine Zeit und im Winter - wenn auf dem Hochbeet weniger zu ernten ist,  greife ich lieber zu Rotkohl, Porree oder Sellerie. 

 



Weißer Rosenzauber

Wann ist eine Rose am schönsten? Für mich ist das klar die Zeit, wenn sie ihre ersten Knospen geöffnet hat und noch keine Blüten verblüht sind. Man kann sich schon an Blüte und Duft erfreuen und das Beste kommt noch. In diesem Jahr hatte ich wenig Zeit, meine Rosen zu schneiden. So habe ich auch meine Rosa x Alba wachsen lassen und sie dankt es mir jetzt  mit reichem Knospenansatz. Dieser ist bei Strauchrosen oft um so besser, je waagerechter die Triebe stehen. Mit den überhängenden Trieben und den gefüllten, weißen Blüten mit einem zartrosa Touch hat sie etwas märchenhaftes. Diese alte, aber sehr robuste und blattgesunde Rose blüht zwar nur einmal, aber dafür besonders schön. Den Ableger habe ich vor Jahren aus der Verwandtschaft meiner Mutter bekommen. Die Mutterpflanze dazu wuchs im Garten ihres Großvaters.



Blätter wie gemalt

Alle Funkien in meinem Garten haben jetzt  ihre Blätterpracht voll entfaltet.  Ich weiß gar nicht, wie viele verschiedene Sorten es inzwischen sind. Ich werde wohl mal eine Funkien-Inventur machen müssen... Immer wenn ich zur Park & Garden-Ausstellung auf dem Stockseehof fahre um Pfingsten (dieses Jahr vom 2.-6. Juni), kann ich an dem niederländischen Funkienstand  einfach nicht vorbei gehen und schleiche lange um die unendliche Blätter-Vielfalt herum, bis ich zugreife. In jedem Jahr haben die  Funkiengärtner wieder Neuheiten dabei. Dies macht sich nicht nur in der Attraktivität der Pflanzen bemerkbar, sondern auch im Preis. Die exklusiven Neuzüchtungen sind oft dreimal so teuer wie ältere Sorten von denen ich ja die meisten auch noch nicht habe.



Zwiebelblüher eingebürgert

Als ich die blauen Blütenschöpfe im Beet entdecke, erinnere ich mich... Schon im vorletzten Frühjahr tauchte im Beet unter dem Schmetterlingsstrauch ein neuer Frühlingsblüher auf, den ich ganz sicher an diese Stelle nie gepflanzt hatte. Garten-Alzheimer? Nein, irgendwoher ist von der Schopfigen Traubenhyazinthe (Muscari comosum) Saatgut heran geweht oder durch Ameisen in meinen Garten verschleppt worden oder... ? Na, jedenfalls scheint sich die Zwiebelpflanze wohl zu fühlen, denn es sind schon deutlich mehr Blütentriebe und damit auch Zwiebelchen geworden. Wie schön, wenn einem die Natur den Garten mal mit so attraktiven Blüten mitgestaltet.



Sonnen-Blüten

Auf einmal ist die Wiese hinter unserem Haus  wieder gelb vor Löwenzahnblüten! Und auch diein den Beeten  übersehenen Pflanzen verraten sich jetzt  durch erste gelbe Blüten. Der Löwenzahn ist ein tolles Wildkraut mit vielerlei Nutzen, aber in den Staudenbeeten möchte ich ihn trotzdem nicht haben. Dafür darf er hinten im Garten unter den Obstgehölzen wachsen. Und im Vorübergehen pflücke ich immer mal wieder ein paar jüngere Blätter und esse sie. Denn die Bitterstoffe sind gesund für Leber und Galle. Naturarznei aus erster Hand. Nur den weißen Milchsaft der Blatt- und Blütenstiele sollte man sich nicht auf die Kleidung holen. Das gibt braune Flecken, die nie wieder raus gehen...



Fruchtgemüse, die Zweite

Schon ist es  Mitte April und die nächste Aussaat für das Hochbeet steht an. Sommerliche Fruchtgemüse wie Zucchini, Kürbis und Gurke säe ich jetzt und ziehe sie im Haus vor. Von Allen braucht man nur eine geringe Anzahl an Pflanzen, so dass ich sie gleich einzeln in kleine Kunststofftöpfe mit Aussaaterde säe. Legt man die Samen flach in die Erde oder hochkant? Gibt es da bei einer Variante  eigentlich Vorteile? Das recherchiere ich mal im Internet... Also, man soll die Samen hochkant mit dem etwas spitzeren Ende (siehe Foto) nach unten zeigend in die Topferde stecken. Kürbisgewächse sind Dunkelkeimer. Daher sollten sie zwei Zentimeter mit Erde bedeckt sein. Dann die Erde anfeuchten, feucht halten und warten.



Wilde Frühlingsblüten

Beim Gang durch den Garten erfreuen mich Anfang April diese kleinen Pflänzchen vom Hohlen Lerchensporn. Mit ihren rot-violetten, gespornten Blüten und dem blaugrünem Laub setzen sie Farbtupfer zwischen die frühblühenden Zwiebelblüher im Beet. Ich habe die zarte Wildstaude nie gesät oder gepflanzt. Ihre eiweißreichen, winzigen Samen werden meist durch Ameisen in den Garten ein- und darin dann auch verschleppt. Die gespornten Blütenröhren der Pflanze werden gern von einigen Wildbienen-Arten besucht der und sind für diese eine wichtige, frühe Pollen- und Nektarquelle.  Aber Achtung: Die Pflanze enthält Giftstoffe, vor allem in der rundlichen Wurzel-Knolle.