Gärtner sind glücklicher

Mitte Januar und die Tage werden wieder langsam länger und die Hoffnung auf das nächste Frühjahr wächst. Um mich in Gartenlaune zu bringen, sehe ich mir Fotos aus dem letzten Gartenjahr auf dem Laptop an, sortiere und beschrifte sie. Und da ist sie – die Vorfreude auf die nächste Gartensaison. Die bunten blütenreichen Erinnerungen aus den eigenen Beeten wirken noch besser als jeder Gartenkatalog oder jedes noch so schön illustrierte Gartenbuch. Denn man hat die Gewissheit, dass diese Blütenpracht in diesem Jahr wieder auf einen wartet und vielleicht noch schöner wird als im letzten Jahr. Es ist auch Zeit, Sämereien zu bestellen. Zum Glück habe ich mir über das vergangene Jahr einige Gemüse- oder Blumensorten notiert, deren Vorrat zu Ende geht oder die ich neu ausprobieren möchte. Auf geht's! 

 

 

Die Harten bleiben im Garten

Jetzt soll es Winter werden, mit Schnee und Dauerfrost. Doch heute ist es relativ mild und ich gucke am Vormittag noch mal nach dem Rechten im Garten. Müssen noch Kübelpflanzen in das Gewächshaus? Oder gibt es noch etwas zu ernten, was dem nächsten stärkeren Frost sonst zum Opfer fällt? Von den Äpfeln, die im Gartenhaus  lagern, kommen jetzt dei besten in den Wintergarten, bevor sie unter dem Frost leiden. Dann hole ich noch einen Korb Brennholz rein, damit wir es uns am Kamin gemütlich machen können, wenn es draußen richtig kalt wird. Ich bin noch nicht ganz fertig, da fängt es an zu regnen. Wie gut geht es einem, wann man ein Dach über dem Kopf hat und einen Garten, aus dem man ernten kann! Trotz Fernweh und Sehnsucht nach Freunden weiß ich das in diesen Zeiten einmal mehr zu schätzen.

 

Gurke am Weihnachtsbaum

Nach dem bisher sehr milden Dezember ist doch tatsächlich Schnee für den ersten Weihnachtstag angekündigt und leichter Nachtfrost. Ich bin froh, dass es noch nicht dauerhaft so kalt war, denn dadurch gibt es immer noch Staudensellerie vom Hochbeet und frischen Asiasalat, die Petersilie wächst weiter und auch viele Kräuter wie Süßdolde, Salbei oder Rosmarin kann ich noch frisch ernten und damit leckere  Weihnachtsgerichte aromatisieren.
An unserem Weihnachtsbaum hängt seit zwei Jahren immer auch eine Gurke aus der Glasbläserstadt Lauscha. Das soll Glück bringen für das nächste Jahr und das können wir ja gebrauchen. Für mich ist es auch eine Erinnerung an das viele leckere Gemüse vom Hochbeet in diesem Frühjahr, Sommer und Herbst. Frohe Festtage!

 

Schlange fliegen am Futterhaus

Das Futterhäuschen für unsere Gartenvögel und das eine oder andere vorwitzige Eichhörnchen steht wieder auf der Terrasse und wird rege besucht. Und wehe, es liegen mal keine Sonnenblumenkerne darin oder die Schale darunter ist leer und Haferflocken oder Apfelstücke fehlen. Dann kommen Amsel oder Rotkehlchen gern mal näher ans Fenster und gucken, ob wir nicht doch von den Stühlen hoch zu kriegen sind und Futter nachliefern. Das klappt auch meistens, denn man will ja nicht beim Essen andere hungern sehen. Ein Bericht über ein neues Start-Up hier im Norden hat mich gefreut: unter www.wildvogel-futter.de kann man im Norden regional produzierte Saaten für Wildvögel kaufen, die wirklich auf die Bedürfnisse der einzelnen Vogelarten abgestimmt sind. Eine gute Idee, finde ich.

 

 

Winterblüten

Ich liebe Winterblüher, sie verkürzen in trüben Zeiten die Vorfreude auf die kommende Blühsaison. Schon seit einigen Tagen steht jetzt mein Winterjasmin (Jasminum nudiflorum) in voller Blüte . Der Kletter-Strauch mit den langen, drahtigen Trieben lässt sich gut entweder an einem Spalier an einer geschützten Hauswand hoch leiten oder die Triebe können wie bei mir über eine Brüstung nach unten fallen. Die leuchtendgelben Blütensterne sind eine Augenweide. Winterjasmin lässt sich übrigens leicht über Absenker vermehren. Dafür leite ich im Frühsommer Trieb-Enden auf den Boden leiten und mit einem Stein oder einer Metallkrampe fixieren. Wo der Trieb dem Boden aufliegt, bildet er schon bald erste Wurzeln aus. Und mit dem Ableger kann man eine andere Gartenecke im Spätherbst zum Leuchten bringen...

 

0 Kommentare

Lichterketten-Alarm

Die Nachbarn haben schon aufgerüstet, es wird Zeit! Unser Garten ist noch nicht vorweihnachtlich illuminiertund der erste Advent fällt ja noch in den November dieses Jahr. Ich hole die Lichterketten und -netze aus ihrem Sommerquartier. Sie müssen nun nur noch in Eiben und Kirschlorbeer getüdelt  und angeschlossen werden, um den winterlichen Garten ins richtige Licht zu setzen. Am Tage geben jetzt Gräserhorste und Immergrüne Sträucher dem Garten Gestalt. Wenn es dunkel wird, sorgt Led- und Glübirnchentechnik für leuchtende Akzente. Vorher gilt es aber die endlosen Ketten und Lichternetze zu entwirren und in die richtige Lage zu bringen. Aber nicht ohne vorher zu prüfen, ob sie überhaupt noch funktionieren. Sonst war die ganze Mühe umsonst.

 

 

Herbstputz mit Augenmaß

Im Herbst muss ich meinen Mann immer bremsen, nicht zu viel Ordnung im Garten zu schaffen. Die meisten Stauden können noch stehen bleiben, nur wenige kann man jetzt schon zurückschneiden. So die Pfingstrosen, deren Triebe jetzt fast schwarz sind und keine Samen für Vögel und anderes Gartengetier bieten. Viele Gräser entwickeln sogar jetzt erst ihre volle Schönheit und strahlen mit ihren gelben Halmen und silbrigen Blütenständen in der tiefstehenden Herbstsonne besonders hervor. Das herabfallende Laub bleibt auch größtenteils in den Beeten liegen. Auf dem Rasen und den Wegen kehren wir es zusammen und streuen es dann unter die Hecken. Was jetzt noch auf dem Hochbeet wächst, bleibt drauf. Außer es ist frostempfindlich, dann werden die Reste nach dem ersten Frost kompostiert.

 

 

Blätterregen

Da ist es wieder, das etwas heisere Trompeten der Kraniche und beim Blick in den wolkenlosen blauen Himmel sehe ich ein Schar in v-förmiger Formation dahin ziehen. Die Laubfärbung im Garten ist voll in Gange. Kein Zweifel, es ist Herbst!  In unserem Garten segelt das rotbraune Laub der fünf alten Blutpflaumen leise zu Boden. Die haben wir mit dem Haus zusammen übernommen und halten sie durch regelmäigen Schnitt in Form. Jeden wärmenden Sonnenstrahl bei Temperaturen über 10 Grad Celsius sollte man jetzt nutzen, um in der Mittagszeit noch ein bisschen in der Sonne zu sitzen oder noch diese und jene Gartenarbeit zu verrichten: Noch mal Unkraut jäten zwischen den Stauden oder  die letzten  Blumenzwiebeln pflanzen. Also raus in den Garten, bevor es wirklich dunkel und kalt wird.

Herbstliche Genüsse

Die letzte Zucchini ist verzehrt, die Tomatenernte beendet, alle Äpfel sind gepflückt: Der Herbst ist nun auch in meinem Küchengarten angekommen. Noch gibt es leckeren Salat, Rucola, Staudensellerie und viele Kräuter. Der Grünkohl ist diesmal auch gut gelungen und wird bald beerntet werden können. Dazu freue ich mich auch noch über den einzigen Mini-Blumenkohlkopf, der die Attacken von Kohlweißling und Co. auf die Pflanzen überlebt hat.

Dank der milden Temperaturen ist das Wachstum der Herbstgemüse in vollem Gang. Und von der üppig über den Hochbeetrand wuchernde Kapuzinerkresse ernte ich jeden Tag ein paar Blüten. Die samtige Oberfläche und der leicht scharfe Geschmack sind eine leckere Ergänzung in jedem Salat und dazu eine farbenfrohe Dekofreude auf dem Teller. Bis zum ersten Frost wird sie weiterblühen.

 

Sommerblüten im Herbst

Cosmeen sind meine Lieblings-Sommerblumen und sie sind schon lange nicht mehr nur mit rosa oder weißen Blüten zu bekommen. Die Sorte ‘Apricot Lemon’ vom der britischen Pflanzenzüchter T&M hat einen tollen hellgelben Farbton mit apricotfarbenem Herz beim Aufblühen. Ich habe sie im Mai gesät und seit Mitte Juli blühen immer wieder neue Knospen auf. Damit dies auch reichlich geschieht, schneite ich die Abgeblühten regelmäßig aus und so wird es wohl noch bis zum Frost weitergehen. Blütenbesucher wie Bienen, Schmetterlinge und Schwebfliegen werden zwar inzwischen seltener, aber der Anblick erinnert mich an warme Sonnentage. Vielleicht kommen ja noch ein paar...

 

Apfel-Mania

Oktober ist Apfelerntezeit: Ob bulliger, rotbackiger Boskoop, schlanker Glockenapfel oder rotgestreifter, feinsaurer Finkenwerder Herbstprinz. Wir helfen unseren Freunden in der Nachbarschaft gern bei der Apfelernte. Das ist eine willkommene Abwechslung zur Arbeit am Schreibtisch und macht an einem sonnigen Herbsttag noch mal mehr Freude. Und die Belohnung fürs Bücken ist ein extradickes Stück saftig-aromatischer Apfelkuchen, mmmhh! Zum Glück sind die genannten Sorten Lageräpfel, die fein säuberlich in flachen Obstkisten im unserem Gartenhäuschen auch noch auf die weitere Verarbeitung warten können. Morgen gibt es zum Mittag auf jeden Fall Kartoffelpuffer mit Apfelmus von astreinen Bio-Äpfeln aus Nachbars Garten.

 

Die Urgurke

Die Bezeichnung "Urgurke" war es, die mich hat zugreifen lassen im Frühjahr im Gartencenter. Ich bin immer neugierig auf neue Gemüsesorten. Im Gegensatz zu den Gurken, die im Gewächshaus wuchsen, kam die Urgurke  ‘Jurassic’ auf das Hochbeet und erst einmal nicht so recht in Gange. Vielleicht habe ich ihr auch nicht genug Aufmerksamkeit gewidmet in diesem trockenen Sommer. Aber als die Gewächshausgurken schon langsam schlapp machten, legte die Urgurke nach einem kräftigen Regen richtig los. Und der Geschmack ist wirklich so, wie man sich Gurkengeschmack wünscht. Die weißen Pickelchen auf der dunkelgrünen Schale kann man leicht vor dem Verzehr abrubbeln, bloß nicht schälen! Nächstes Jahr werde ich die leckere Gurke selber aus Samen anziehen.

 

Blütentraum aus der Prärie

Seit Wochen erfreut mich die weißblühende Prachtkerze am Teichrand. Sie macht ihrem Sortennamen 'Whirling Butterflies’ alle Ehre. Mit den zarten, schmetterlingshaften Blüten, die immer und immer wieder nachgebildet werden, wiegen sich ihre drahtigen Triebe im Wind. Es lohnt sich nach den höheren Sorten der Gaura lindheimeri, wie sie auf botanisch heißt, Ausschau zu halten. Meist findet man eher kompakte und rotblühende Sorten im Topf angeboten. Die sind auch sehr blühfreudig, aber nicht so schön duftig wie die hohen Sorten. Mit etwas Glück kommt die Pflanze auch über den Winter, denn eigentlich ist es eine Staude. Nur zu frostig mag sie es nicht. Meine hat den letzten Winter jedenfalls überstanden und ich hoffe, den kommenden auch...

Dekorative Wespen-Abwehr

Es stört mich nicht, wenn Wespen in meinem Garten sind, morgens schon auf der Terrasse mein Konfitürenbrot ablecken und aus dem leeren, aber eben durch die Reste darin, noch sehr rutschigen Schmoothieglas nicht wieder rauskommen und ich sie retten muss. Aber das sie sich in diesem Jahr seit drei Wochen täglich einen neuen meiner

am Anfag noch nicht ganz reifen James Grieve-Apfel schnappen, mühsam ein Loch in die Schale fressen, damit diese dann Faulstellen bekommen und für die Wespen noch leckerer werden, das stört mich schon. So viele Äpfel trägt der kleine Baum nicht, über dessen frühreifende Früchte ich mich im Spätsommer besonders freue. Also habe ich um die schönsten Exemplare einfach Organza-Beutelchen gestülpt. Da kommen die Wespen nicht dran!

 

Letzte Sommersonne

Sonntag Morgen halb zehn in Norddeutschland: Ich höre weder Baustellenlärm noch Rasenmäher und auch der manchmal lästige Autobahnlärm ist wegen absoluter Windstille verstummt. Die Sonne scheint angenehm warm in meinen Strandkorb, zahlreiche Libellen schwirren schon  über den Schwimmteich, Vögel kommen zum Baden. Alles in Allem ein perfekter Spätsommer-Gartentag. Diese allerletzten schönen Sommertage sollte man besonders genießen. Auch wenn die Gartencenter schon wieder mit Blumenzwiebeln locken, man noch die eine oder andere Staude umpflanzen möchte und Himbeeren und Brombeeren reif sind zum Pflücken. Dafür ist später noch Zeit.  Erst einmal einfach sitzenbleiben und staunen über die Natur. Denn am ersten September ist ja schon Start in den Herbst.

 

 

Zufallsfund Buchweizen

Auf Anhieb habe ich sie nicht erkannt, aber dann fiel der Groschen. In meinem Blumenkasten, in dem ich eine Samenmischung für Insekten ausgebracht habe, sind auch ein paar Buchweizenpflanzen gewachsen. Das Knöterichgewächs, das eigentlich nichts mit Getreide wie Weizen zu tun hat, übt eine große Anziehungskraft auf Schwebfliegen und andere nützliche Blütenbesucher aus.

Die kleinen weißen, teilweise  rosa angehauchten Blüten sehen sehr apart aus. Ich werde auf jeden Fall Saatgut davon sammeln und im nächsten Jahr wieder aussäen. Die dreikantigen Früchte erinnern ein wenig an Mini-Bucheckersamen. An den pfeilförmig zugespitzen Blättern kann man die Zugehörigkeit zu den Knöterichgewächsen gut erkennen.

 

 

 

Salatwetter

Bloß nicht kochen bei der hochsommerlichen Wetterlage! Ich ernte lieber schon am frühen Morgen frischen Schnittsalat vom Hochbeet, eine Snackgurke, verschiedene Kräuter und ein paar kleine Buschtomaten.  Mit einer säuerlich-frischen Vinaigrette und Schafskäse oder gehobeltem Parmesan darüber wird das ein leichtes, sommerliches Mittagesssen ohne viel Tamtam. Die Gießerei macht Arbeit genug und ich sehne mich nach einem ganztägigen Landregen, der Teich, Regenwasser-Erdtank und meine eigenen Energiereserven wieder auffüllt. Aber da ist hier bei uns im Nordosten von Hamburg erst einmal wenig Aussicht drauf.

 

 

Zaubergarten

Vor der anstehenden Wochenendhitze habe ich  letzten Donnerstag den Garten von Fenna Graf besucht. Schon lange stand dieser ganz besondere Garten rund um ein altes Bauernanwesen in der Nähe des Plöner Sees auf meiner To-see-Liste. Jeden Donnerstag Nachmittag kann er im Sommer besucht werden ab 14 Uhr. Und der Garten war gut besucht, aber es verlief sich in den vielen "Gartenzimmern" mit immer wieder neuen Ausblicken und Sitzplätzen. Einige der liebevoll  arangierten und im Garten toll in Szene gesetzten Stauden kann man gleich vor Ort kaufen. Das ist eine gute Idee und natürlich habe ich auch ein Mitbringsel erstanden: Die Mini-Fetthenne  ‘Little Missy’ mit weißrandigen Blättern und rötlich angehauchten Miniblüten als sommerliche Tischdeko.

 

 

 

 

 

Eingebürgert

Da wächst etwas in unserem Garten und wir erkennen es nicht gleich? Eine ungewohnte Situation für zwei eingefleischte Botaniker wie mich und meinen Mann. Die Pflanzenfamilie war klar: Aufgrund des feingefiederten Laubes konnte es sich nur um ein Doldenblütler handeln. Aber es blühte noch nicht und so hieß es warten. Jetzt haben sich die Knospenansätze zu zarten rosa-weißlichen Doldenblüten entwickelt und  nach kurzer Buch-Recherche (ja, so etwas gibt es noch!) war klar: Es ist der Kletten-Kerbel (Torilis japonica), der sich im Halbschatten der alten Blutpflaume hinterm Teich wohlfühlt. Er ist wohl schon länger hier ansässig, da er in diesem Jahr schon einen ganzen Bestand gebildet hat. Die zarten Blütenwolken werden gern von zierlichen Wildbienen und Schwebfliegen besucht. Er darf bleiben.

 

 

Sommerkräuter

Frisches Grün aus dem sommerlichen Garten: Die Schloten der Winterhecke-Zwiebel, Wilde Rauke und Basilikum-Blätter sind ein superleckeres Trio. Ich kröne damit zum Beispiel Nudelgerichte (Foto), werte eine knusprige Pizza nach dem Backen noch damit auf oder toppe Salate damit. Mit einem Schuß guten Olivenöl darüber wird das Ganze perfekt. Das Basilikum wächst bei mir in einem kleinen Hochbeet mit Frühbeetumrandung, aber ohne Dach.  Da bekommt es die meiste Wärme und steht vor allem nachts geschützter als auf dem normalen Kräuter-Beet. Denn Basilikum mag Wärme. Ursprünglich ist die Pflanze ja auch in Indien beheimatet und gehört nicht etwa wie Rosmarin und Thymian zu den Kräutern aus dem mediterranen Raum. Schon beim Pflücken verströmt die Pflanze ihr unverwechselbares Aroma.