Wilde Kräuter

Gerade einige Wildkräuter wie Bärlauch und Süßdolde sind zeitig im Frühjahr am Start und gehören zu dem ersten, was ich ernten kann. Dafür muss ich einen Gartenspaziergang unternehmen, denn die Pflanzen wachsen nicht im Kräuterbeet, sondern an ganz verschiedenen Stellen in meinem Garten. Die Süßdolde steht am Gehölzrandbeet neben dem Weg zum Haus unter Blütensträuchern. Ihr farnartiges, hellgrünes Laub (Foto) bildet dort im Sommer einen schönen Kontrast zu den ledrigen, dunkelgrünen Blättern der Lenzrosen. Der Bärlauch wächst an der Südgrenze hinter unserer Hainbuchenhecke zur Straße und fühlt sich dort sehr wohl. Im Sommer ist es hier unter der alten Blutpflaume und hinter der dann dicht belaubten Hecke schattig und ideal zum Übersommern für die Waldpflanze.

Früh am Start

Die milde Vorfrühlings-Wetterlage lässt wieder alles sprießen, auch die Pflanzen, die man nicht so gern im Garten hat, weil sie sich zu üppig aussäen oder sonst wie vermehren. Ganz Früh am Start ist dabei das Bartige oder Garten-Schaumkraut (Cardamine hirsuta). Die kleinen Blatt-Rosetten mit den gefiederten Blättern finden jetzt überall im Garten, denn die eher unscheinbare, aber sehr robuste Pflanze bildet schon früh Blüten und zahlreiche Samen, die durch die Luft geschleudert werden. Doch bevor ich im Garten Pflanzen eliminiere, recherchiere ich erst einmal, ob sie nicht geniessbar sind. Tatsächlich schmeckt die Pflanze samt Wurzel kresseartig, enthält viel Vitamin C und Senfölglucoside, wirkt verdauungsfördernd und gegen Rheuma. Also guten Appetit nach dem "Unkrautziehen".

Düngen bei Vollmond

Heute ist Vollmond und der Frühling steht vor der Tür. Das erinnert mich daran, sass die Düngesaison wieder losgeht. Ich bin da eher nachlässig, aber in diesem Jahr will ich es richtig machen. Meine Palme im Hausflur und die überwinterten Pflanzen im Wintergarten bekommen jetzt eine Stärkung. Zum Start in die neue Wachstumsperiode freuen sie sich über eine gute Portion Stickstoff aus einem Grünpflanzendünger. Für meine Phalaenopsis-Orchideen habe ich noch Orchideen-Spezialdünger, der natürlich nicht so hoch stickstoffdosiert ist. Wichtig beim Düngen ist, dass die Erde bzw. das Orchideensubstrat nicht ausgetrocknet ist, damit beim Gießen mit der Düngerlösung die Wurzeln durch die plötzlich hohe Salzkonzentration keinen Schaden nehmen. Also Erde vorher etwas anfeuchten und dann  mit der Düngerlösung gießen (Foto: Neudorff)

Ran an die Schere

Es kribbelt im Grünen Daumen, denn die Sonne scheint und es ist windstill. Doch was kann man schon tun im Garten? Aufräumen, alte Töpfe aussortieren, im Gewächshaus nach dem Rechten sehen. Da fällt mein Blick auf die Eibe am Gartenweg zum Hauseingang. Sie könnte einen Schnitt gebrauchen, denn bald ragt ihre üppige Kugelkrone bis über den Weg. Also schnell die Heckenschere schnappen und los geht es. Die weichen grünen Triebspitzen rieseln zu Boden. Bloß nicht zu zaghaft, denn die Pflanze wird schnell wieder nachwachsen im Frühjahr.

Nach und Nach nimmt die Pflanze wieder Form an. Kaum eine andere Gartenpflanze ist so unkaputtbar wie eine Eibe. Für die Oberseite brauche ich allerdings eine Leiter, um überall anzukommen. Die kommt dann morgen dran...

Salat-Experimente

Frisches Grün aus alten Gemüseresten, ein ganzes Buch ist mit  Ideen gefüllt, aus Möhrenresten, Salatstrünken oder Ingwerstücken neues Erntegut wachsen zu lassen. "Regrow your Veggies" von Melissa Raupach und Felix Lill (Ulmer Verlag) haben ihre Erfahrungen mit Gemüseresten, Kräuterstecklingen und allerlei Knollen hier zusammengetragen. Ich habe den Versuch mit Römersalatherzen mal nachgemacht und etwa 3 cm lange Strünke der Salatpflanzen in eine kleine Schale mit Wasser gestellt. Erstaunlicherweise konnte man den neuen Blättern fast beim Wachsen zusehen. Die Ernte ist zwar bescheiden, aber immerhin. Als Nächstes werde ich versuchen, mir eine eigene Kurkumapflanze zu ziehen, ein paar frische Rhizom-Knöllchen habe ich noch.

 

Eisige Kälte

Nun ist der Winter gekommen, wie zumeist in unseren norddeutschen Breiten mit Kahlfrost und ohne Schnee. Am Morgen liegen dicke Raureifschichten auf den Ästen und Zweigen. Den Winterblühern in meinem Garten wie Winterjasmin und Zaubernuss macht der Frost kaum etwas aus. Die gerade aus dem Boden gekommenen Blütenknospen von Schneeglöckchen und Winterlingen verharren in ihrem Wachstum. Samenstände an Stauden und Bäumen, die Mini-Hagebutten an der üppigen Ramblerrose und die durchfrorenen, jetzt mürben kleinen Zieräpfel werden gern von unseren Gartenvögeln als Winternahrung angenommen. Auf der Wiese hinterm Haus sieht man wieder allerlei Vögel, die nur im Winter näher ans Haus kommen oder Durchziehen auf ihrem Weg in den Norden wie die Rotdrosseln.

Stunde der Wintervögel

Noch einmal das Thema Vögel im Garten: Die NABU-Aktion Stunde der Wintervögel gewinnt mehr Freunde. In diesem Winter habe ich auch zum ersten Mal mitgezählt. Meine Bilanz: Drei Amseln, zwei Blaumeisen, ein Kleiber, drei Feldsperlinge (Foto), eine Heckenbraunelle, drei Weidenmeisen und zwei Dompfaffen tummelten sich an diesem Morgen an unserem Futterhäuschen, auf der Terrasse und den anliegenden Beeten. Dort lassen sich die Vögel bequem durch die Terrassenfenster beobachten. Das Melden der gezählten Vögel ist online leicht durchzuführen. Um die Vögel zu bestimmen, gibt es Hilfe. Ich habe diese für die Weidenmeisen genutzt, die ich erst fälschlich für Tannenmeisen hielt. Wenn man die Fotos der Meisen online dann nebeneinander sieht, fällt die Bestimmung leicht.

 

Frohe Weihnachten!

 

 

 

 

 

Ich wünsche allen Garten- und Hochbeetfans schöne Feiertage!

Die Blätter fallen

Mit jedem Windstoß rieselt das Laub jetzt unaufhörlich zu Boden. Und je mehr von dem Geäst unseres großen, alten Feldahorns und der anderen hohen Bäume an der hinteren Gartengrenze sichtbar werden, um so mehr fallen die Vögel wieder auf, die über die Zweige hüpfen und sich an den Samen erfreuen. Es ist reichlich an Nahrung vorhanden, noch stelle ich das Futterhaus nicht raus. Da, ein Girlitzpärchen knabbert an den Samenständen der großen Birke. Erst durch das Fernglas kann ich die kleinen gelb-grünlichen Vögel genau erkennen. Mal sehen, wer dieses Jahr über den Herbst an gefiederten Gästen so alles zu Besuch kommen wird auf dem Zug ins Winterquartier.

Frostiges Erwachen

Das kam jetzt unerwartet, in der letzten Nacht hat es gefroren, am Morgen sind noch -2 °C. Darauf hat meine Wetter-App leider nicht vorbereitet, denn die sagte etwas von +2 Grad  als Tiefsttemperatur. Die Glasscheiben vom Wintergartendach sind mit wunderschönen Eisblumen geschmückt. Aber schon nach dem Frühstück ist die Pracht vorbei. Ein kurzer Gartengang zeigt das gewohnte Bild nach dem ersten Frost: Kapuzinerkresse und Dahlien hat es erwischt, deren Blütenpracht ist jetzt vorbei. Ob das Abdecken mit einem Laken oder Luftpolsterfolie geholfen hätte? Egal, jetzt ist es eh zu spät. Schade, denn es wird wieder milder die nächsten Tage und die Pflanzen hätten sicher noch eine Weile durchgehalten.

Süßkartoffel-Ernte

Der Herbst ist da, nach dem ersten richtigen Regentag seit langem hat es heute Nacht auch ordentlich gestürmt. Aber heute Morgen scheint die Sonne und ich werde die ersten Süßkartoffeln meines Lebens ernten. Mit der Grabegabel bewaffnet mache ich mich auf den Weg zu meinem Mini-Hochbeet von Juwel. Im Frühjahr haben wir das halbhohe Beet mit halbreifem Kompost und Komposterde frisch aufgesetzt.  Die im Mai gepflanzte rotschalige Süßkartoffelpflanze hat den Butternut Kürbis daneben  längst überwuchert. Der erste Stich in die lockere Erde ist schon erfolgreich und nach und nach hole ich rund ein Dutzend zum Teil riesiger Süßkartoffeln aus dem Boden. Überraschung gelungen, jetzt gibt es Süßkartoffelpommes satt die nächsten Wochen.

Türkische Erbse

Das Hochbeetjahr war speziell, manches hat bessser geklappt als sonst, manches hat sehr unter der Hitze gelitten. Meine Buschbohnen haben die Spinnmilben inzwischen masakriert, aber eine Pflanze der sogenannten Türkischen Erbse trägt und blüht munter weiter. Die etwa zwei Meter lang rankende Bohnensorte aus der Gruppe der Perlbohnen mit dem irreführenden Namen wächst seitlich am Rand vom Hochbeet um einen Bogen aus zwei Bambusstangen. Ich hatte sechs Samen ausgesät, aber nur eine war gekeimt. Mehr aus Verlegenheit habe ich die eine Pflanze dann ins Beet zu den Buschbohnen gepflanzt. Die Triebe habe ich immer mal wieder an dem Bambusbogen hin- und her geleitet. Im nächsten Jahr bekommt die Türkische Erbse auf jeden Fall einen Stammplatz auf dem Hochbeet.

Apfelsegen

Jetzt ist es schon Tradition: Zum Herbstbeginn treffen wir uns bei Freunden zur Apfelernte. In ihrem Garten stehen zwei alte, ausladende Apfelbäume, ein Boskop und ein Glockenapfel, beides aromatische Lageräpfel. Mit Apfelpflücker, Leiter und zahlreichen Körben geht es ans Werk. Die Bäume sind übervoll und schnell füllt sich Korb um Korb mit den saftigen Früchten. Um die Äpfel lagern zu können, werden nur unversehrte Exemplare in die Kisten getan. Die restlichen Äpfel mit ein paar Macken werden zur sofortigen Verarbeitung separat gesammelt. Zum Glück spielt das Wetter mit und wir können sogar nach getaner Arbeit auf der Terrasse sitzen und leckeren Apfelkuchen genießen.

 

Goldobst

Acht Jahre nach dem Pflanzen ist unsere Nancy-Mirabelle zu einem stattlichen Baum herangewachsen und liefert in diesem Sommer eine Rekordernte. Aufgrund der Höhe, die der Baum inzwischen erreicht hat, müssen wir einen Obstpflücker verwenden, um die süß-saftigen Früchte mit den roten Sprenkeln einzufangen. Ein großer Teil davon wird gleich an Freunde und Bekannte weitergereicht. Immer wieder höre ich dabei Geschichten über Mirabellenbäume, die in den Gärten der Großeltern standen und deren aromatische Früchte noch in guter Erinerung sind. Die reiche Ernte spornt die Hausfrau in mir an: Leckere Mirabellenkonfitüre mit Limette, Mirabellenchutney , Quark-Ölteig-Taschen mit Mirabellen-Mandelfüllung und  Mirabellensorbet sind so schon entstanden. Mal sehen, was als Nächstes kommt.

 

Wüstenklima

So extrem wie dieser Sommer ist, so gut kann ich jetzt im Garten beobachten, welche Pflanzen mit der Trockenheit wirklich zurecht kommen und welche nicht. Verlierer sind auf jedenfall die Phloxe, die wirklich sehr schnell erbärmlich aussahen und deshalb von mir auch gezielt gewässert werden, damit sie nicht ganz den Geist aufgeben. Auch die Hortensien leider natürlich unter der Dürre. Die habe ich beim Gießen aber auch im Auge. Hingegen unser üppiger Schmetterlingsflieder hat mich überrascht an seinem sonnigen Standort. Er hat bis jetzt gut durchgehalten ohne schlappe Blätter. Auch die drei Bodendeckerrosen 'Alfabia' (Foto) neben dem Weg zum Hauseingang blühen so üppig wie nie und sehen auch nach Wochen noch super aus. Trotzdem ist jetzt endlich mal Regen nötig...

Bienen-Liebling

Wir versuchen, unseren Garten vom Frühjahr bis zum Herbst mit vielen Nektar- und Pollenspendern zum Bienenparadies zu machen. Nicht nur, weil wir Honigbienen haben. Aber es ist immer wieder schön zu beobachten, welche Gartenstauden besonders viele Insekten anlocken. Zur Zeit sorgt neben einem Schmetterlingsstrauch und den Minzpflanzen der rosarote Kerzen-Knöterich (Polygonum amplexicaule) für geschäftiges Treiben an seinen schmalen Blütenrispen mit vielen kleinen Einzelblütchen. Neben dieser Blütenfarbe gibt es auch andere Sorten mit eher roten oder auch weißen Blütenständen. Diese blühen wochenlang und erfreuen so eine Vielzahl von Insekten. Eine Staude, die sich auch prima kombinieren lässt. Bei mir bildet sie mit dem blaßrosa blühenden Dost eine schöne Blüheinheit am Teichrand.

Feuer-Farben

Mein Lieblingsplatz im Moment: Die Hängematte auf der Terrasse im Schatten des Sonnenschirms. Dort zu lesen oder einfach nur zu dösen ist Entspannung pur.  Die leuchtenden Farben des Baumwollstoffes spiegeln sich in den Blüten einer orangerot blühenden Blattschmuck-Pelargonie auf dem Terrassentisch wieder. Sie blüht seit Ende Mai unermüdlich und hat dazu noch dekoratives, mehrfarbiges Laub.  Einmal die Woche bekommt sie jetzt etwas Blühpflanzendünger, steht aber immer noch in ihrem ursprünglichen, eher kleinen Pflanztopf. Also ist auch tägliches Wässern angesagt. Ein Hingucker, jedesmal wenn man die Terrasse betritt. Auch die Feige im Kübel auf der Terrasse hat nun endlich Früchte angesetzt, die sich bei dem sonnigen Wetter sicher gut entwickeln werden.

Gerettet!

Endlich! Schon in der letzten Nacht habe ich im Halbschlaf den Regen auf die Dachflächenfenster tropfen hören und auch am Tage regnet es mal schwächer und mal stärker vor sich hin, so dass unser Regenmesser am Abend schließlich bis fast an den Rand gefüllt ist. Kein Starkregen, kein Sturm oder starkes Gewitter, einfach nur ein schöner Landregen, der den Garten und uns aufatmen lässt. Schwimmteich, Regentonne und Wassertank im Erdreich sind nun wieder aufgefüllt. Endlich kann man wieder pflanzen und umpflanzen, der Boden ist durchdringend feucht, die Luft angenehm klar. Und der Sommer soll nun weiter gehen, was haben wir für ein Glück! Für die Landwirte wird der Regen für das Getreide aber wohl leider zu spät gekommen sein.

Mitbringsel

Natürlich hätte ich auf meiner Reise gern ausgiebig in den an die Englischen Gärten angeschlossenen Gärtnereien eingekauft. Am interessantesten war das Angebot für mich in Great Dixter. aber im Flugzeug geschweige denn im Koffer konnte ich  angetreten wurde, war die Mitnahme von Pflanzen nicht möglich. Dafür habe ich in einem Gartencenter in der Nähe unseres Hotels ein paar Kleinigkeiten erstanden, die problemlos zu transportieren waren. Neben Saatgut und einem Metallanhänger mit Libelle besitze ich jetzt eine zweizinkige Jätegabel von der bekannten Firma Burgon & Ball, die mir noch im Sortiment meiner Handgeräte fehlte. Sie war dort auch etwa 30 % preiswerter als hier, also auch noch  ein Schnäppchen! Wenn ich jetzt am Hochbeet und zwischen Stauden jäte, werde ich mich an die Gartenreise erinnern.

Angekommen!

Nach 30 Jahren als Gartenjournalistin habe ich es endlich in die berühmten Gärten Südenglands geschafft: Hampton Court Palace, Sissinghurst, Wisley Garden und Great Dexter waren für mich die wichtigsten Stationen auf meiner einwöchigen Gartenreise nach Kent und Sussex. Die beeindruckenden Bilder bekannter Pflanzenfotografen aus diesen Gärten mit den typischen Mixed-Border-Beeten und kunstvoll gestalteten Kiesgärten, überbordende Hanging Baskets und vieles mehr durfte ich schon oft für Gartenmagazine betexten - und nun endlich live erleben! Bei schönstem Sommerwetter bin ich buchstäblich durch die Pflanzenpracht geschwebt. Am besten hat mir der Landsitz Great Dixter gefallen (Foto), wo noch der Geist von Christopher Lloyd, dem bekanntesten Gartenjournalisten Englands im Haus und Garten spürbar war.