Die Zeit vergeht so schnell und bei so viel Aufgaben im Garten gerät das Schreiben ganz in den Hintergrund. Schon ist nach dem meterologischen Sommeranfang vom 1. Juni gestern am Sonntag auch die Sommersonnenwende gewesen mit dem längsten Tag im Jahr. Es hat reichlich geregnet und vor allem die Rosen stehen in voller Blüte. in den Blüten summt und brummt es, denn fast alle meine Rosen sind nur wenig bis halb gefüllt und bieten für Bienen und andere Blütenbesucher reichlich Pollen und Nektar. So auch die überreich blühende ‘Ghislaine de Féligonde‘ (Foto). Ihre zuerst apricotfarbenen und dann heller werdenden Blüten duften dazu noch herrlich.
Großblütige Tulpen wachsen bei mir im Garten fast nur noch in Kübeln. Maulwürfe und Wühlmäuse lassen eine Kultur im Beet kaum zu. Auch wenn Maulwürfe kein Interesse an den leckeren Zwiebeln haben, wühlen sie die Wurzeln frei und das wars. Mein mobiler Tulpengarten macht mir dafür um so mehr Freude. Im Herbst gepflanzt, überwintern die Zwiebelblüher unter dem Dachüberstand des Gartenhäuschens und sind so vor zu viel Nässe geschützt. Zeigen sich im Frühjahr erste Triebe, gieße ich und dünge einmal, wenn sich die ersten Blütentriebe zeigen. Dann wandern die Kübel auf die Terrasse und bilden einen blühenden Vordergrund für das noch nicht so üppig herangewachsene Sommerstauden-Beet - In jedem Jahr ein Farbspektakel.
Eigentlich hat es ja ordentlich gefroren diesen Winter. Aber kaum war der letzte Schnee getaut, waren die Schnecken wieder da. Schon die Schneeglöckchen mussten unter ihnen leiden. Bei der Gemüseanzucht auf dem Hochbeet ist daher Vorsorge gefragt. Jeden Tag kontrolliere ich die ausgelegten Schneckenbretter auf Schnecken-Nachwuchs und sammle diesen ab. Über meine frisch gepflanzten Kohlrabipflanzen habe ich Schneckenkrägen gestülpt. So haben sie die Chance ungestört kräftiger zu werden. Schon eine einzige Jung-Schnecke kann über Nacht Einiges an frisch aufgelaufenen Sämlingen vernichten. Auch meine Kupfernetzumrandung an den Hochbeeten kontrolliere ich noch einmal darauf, dass sie überall fest anliegt. So können die kleinen Schleimer nicht zuwandern.
Bei der Frühjahrsarbeit im Garten ist Wellnessen gleich mit eingebaut. Wofür andere teure Kurse buchen, gibt es bei vielen Tätigkeiten im Garten kostenlos dazu: Entspannung und Wohlbefinden. Schneide ich jetzt Lavendel, Thymian oder Rosmarin zurück, steigen die wohltuenden Düfte ihrer ätherischen Öle in meine Nase und ersetzen die Aromatherapie. Für die Fitness brauche ich keinen Trimm-Dich-Pfad. Auf mein tägliches Schrittpensum komme ich locker beim Hin- und Herlaufen auf den Gartenwegen. Und die ersten frischen Kräuter aus dem Garten liefern Well- und Fitness direkt auf den Teller. Zusammen mit kurzen Verschnaufpausen in der Sonne im Strandkorb zwischendurch ist dies doch wirklich Wellness pur.
Meine Ernte im Garten startet auch in diesem Jahr mit gesundem Grün: Die zarten Blätter des Bärlauches sprießen wieder hinter der jetzt lichter werdenden Hainbuchenhecke, auf dem Hochbeet treibt die Winterhecke kräftige Schloten und ja, auch der ungeliebte Giersch (Foto) ist mir im Frühling mit seinen noch glänzenden Blättchen eine tolle Kräuterergänzung für die Frühlingsküche. Alle drei Frühlingskräuter stecken voller Vitamine und anderer Vitalstoffe für den menschlichen Körper. Und lecker sind sie auch noch: ob im Kräuterquark, im Pesto oder in Gemüsesuppen.
Sie ragen noch hier und da silbergrau aus den Staudenbeeten. Es wird Zeit, dass ich die kräftigen Blütenstengel des Bronzefenchels aus dem letzten Sommer (Foto) zurückschneide. Dabei fällt mir auf: Sie sind teilweise hohl und ringsherum weich gepolstert. Das müssten doch ideale Kinderstuben für Wildbienen und andere Insekten sein. Ich befrage das Internet und werde bestätigt. Mit der Gartenschere schneide ich die Triebe so in etwa 12 cm lange Stücke, dass sie an einem Ende durch einen Blattknoten verschlossen sind. Alle in eine Konservendose gesteckt, ergibt dies ein prima Mini-Insektenhotel.
Schön sieht es aus, wenn tatsächlich mal die Sonne rauskommt und im Garten wieder alles von einer frischen Puderschneeschicht bedeckt ist wie die gelben Zaubernussblüten (Foto). Sie strotzen Schnee und Eis schon seit Wochen. All die Mühe ist aber vergebens, denn keine Biene verlässt bei dieser Witterung den warmen Bienenstock. Eine Amsel sitzt bewegungslos und aufgeplustert in den Zweigen der Blutpflaume, der Morgensonne zugewandt und genießt ein bisschen Wärme nach der eisigen Nacht. Meise, Kleiber und Co. stehen in den Startlöchern und mit dem nächsten Wochenende soll sich der Frühling ja auch blicken lassen. Glauben kann ich es noch nicht so ganz, wenn ich nach draußen schaue.
Die Sonne scheint und am Futterhäuschen und den anderen Stationen für unsere Gartenvögel ist am frühen Morgen Einiges los. An den Meisenknödeln tummeln sich vor allem Sperlinge. Diese kommen immer gleich in ganzen Familienclans, um zu futtern. Ab und an taucht auch ein Buntspecht hier auf. Dann bleiben für die übrige Vogelschar nur die Knödelreste unter der Futterstelle über. Denn der Specht zimmert die Knödel in Windeseile klein und pickt sich die Leckerbissen heraus.
Rotkehlchen und verschiedene Meisen-Arten sowie Heckenbraunellen sind jetzt regelmäßige Besucher. So entspannend, das emsige Treiben der Vögel bei der Futtersuche zu beobachten.
Mit den farbenfrohen Astern kann man das Gartenbeet vom Frühsommer bis zum in den Winter hinein schmücken. Jetzt blühen bei mir Herbstastern wie die Raublattaster in Violettrosa, die Kissenaster in Blauviolett und die Myrtenaster mit ihren vielen gelb-weißen Blütensternen (Foto). Die Bienen freuen sich über den späten Blütenpollen, den sie mit Honig zu Bienenbrot verarbeiten für die Aufzucht der nächsten Generation. Auch Hummeln und andere Blütenbesucher kann man noch an den Blütenständen beobachten.
In der Vase lassen Astern sich mit Gräsern und anderen Herbstblühern sowie den letzten Rosen zu duftigen Sträußen verarbeiten. Ich möchte Astern in meinem Garten nicht missen.
Ein schöner Spätsommertag, aber ich warte auf weiteren Regen, denn bei wolkigem, feuchten Wetter klappt die Aussaat von Herbst- und Wintergemüse deutlich besser. Es muss deshalb nicht gleich auch noch kalt und ungemütlich werden. Nach Durchsicht meiner Saattüten habe ich noch ein paar Gemüse-Sorten gefunden, bei denen eine Aussaat jetzt noch möglich ist. So vom Spinat ‘Monnopa‘ mit dem ich schon häufiger gute Erträge erzielt habe. Oder ich säe wie im letzten Jahr noch einmal Pflück- oder Fingersalat in mein kleines Hochbeet mit Frühbeet-Abdeckung. Davon habe ich im letzten Herbst und in diesem Frühjahr noch lange in den Frühling hinein ernten können dank der Abdeckung.
Auch mit Radieschen werde ich es noch einmal probieren, denn Sorten wie ‘Rudi’ sind für den Herbstanbau geeignet.
Zur Zeit bevölkert eine Gruppe grüner Teichfrösche unseren Schwimmteich. Sie lassen sich beim Sonnenbaden, Mücken- und Fliegenfangen und beim Schwimmen zuschauen und sind zum Teil nur wenig scheu. Es müssen fast ein Dutzend sein. Die Weibchen sind größer und kräftiger als die Teichfrosch-Männchen. Vor allem am Morgen sonnen sie sich auf den Steinen am Teichrand und springen mit einem deutlichen Platschen ins Wasser, wenn man in der Nähe entlang läuft. So viele Frösche haben wir noch nie in unserer Teich gehabt. Zum Glück quaken sie nur vereinzelt und auch nicht sehr laut.
Ich verschenke gern Blumenschmuck aus meinem Garten und hole mir auch selbst immer wieder Blüten aus dem Garten auf den Tisch. Auch, um sie auch an Regentagen vor Augen zu haben. So bunt und vielfältig wie im Hochsommer ist die Blütenpracht selten (Foto). Dabei müssen es keine großen Gebinde wie aus dem Blumenladen sein. Jede einzelne Blüte ist ein Kunstwerk für sich und kann gerade in kleinen Sträußen oder einzeln in vielen kleineren Glasvasen ein besonderer Hingucker sein. Hier sind es die frühe Herbstanemone, Storchschnabel-Blüten, Knautie, Buschmalve, Löwenmäulchen und Fenchelblüten, die zusammen mit etwas Begleitgrün das Auge erfreuen.
Thymian ist eines meiner Lieblingskräuter und die Blattvarianten des mediterranen Zwergstrauches sind vielfältig. Vier davon wachsen bei mir in einer Fiberglas-Schale am Teich (Foto). Nun habe ich eine tolle neue Sorte entdeckt: den Zitronen-Thymian ‘Lady D.‘ Die weiß-grünen Blätter und Triebe verströmen einen wirklich tollen Zitrusduft, wie ich ihn von anderen Sorten nicht kenne. Die kleingehackten Blättchen mit ihrem frisch-aromatischen Geschmack habe ich schon im Salatdressing und der Frischkäsefüllung von Involtinis genutzt. Beides Mal ein voller Erfolg. Thymian ist ein Sonnenkind und möchte es warm haben, braucht durchlässigen und nicht zu feuchten Boden
Momentaufnahme: Ende Mai öffnen sich die dicken Kugelknospen des Türkischen Mohns und zeigen ihre rot-seidigen Blütenschalen. Daneben blüht Wiesen-Iris in verschiednen Blautönen und frühe Sorten der Taglilien strahlen in Gelb. Alle drei Grundfarben lassen mich an die Bilder von Emil Nolde denken, die er in seinem Garten im nordfriesischen Seebüll gemalt hat. Ich fange den Farbdreiklang mit der Kamera ein, bevor die Blütenpracht wieder vorbei ist. Denn diese Farbkombi gibt es so nur einmal im Jahr für etwa zwei Wochen in meinem Garten.
Die jungen Blätter der Wilden Rauke bedecken jetzt fast die ganze Fläche eines meiner Hochbeete. Jeden Tag kann ich mit der Schere ernten. Noch steht auf diesem Beet nicht viel anderes, nur eine Reihe Zuckerschoten sind gesät und ein paar Erdbeerpflanzen aus dem letzten Jahr tragen zahlreiche Blüten, die leckere Früchte erwarten lassen. Das Wetter war nachts zu kalt und tagsüber zu sonnig, um schon etwas von den vorgezogenen Bohnen oder anderen wärmeliebenden Fruchtgemüse ins Beet zu pflanzen. Aber jetzt geht es los und ein Teil der Rauke wird weichen müssen. Schnell noch einen Schnitt und zusammen mit ein paar Blättern Fingersalat ergibt die Ernte frisches Grün für das Abendbrot. Und das zum Nulltarif.
Jedes Jahr das gleiche Spiel: Irgendwann im April ist der Garten wieder übersät mit Herbstlaub. Die Quelle ist der Neuaustrieb unserer langen Hainbuchenhecke zur Straße hin. Hainbuchen verlieren ihr braunen Herbstblätter größtenteils erst mit dem Neuaustrieb im Frühling. Das alte Laub auf Gartenwegen und zwischen den austreibenden Stauden ist der Preis für Sichtschutz im Winter. Wir sammeln es auf, wo es wirklich stört und streuen es dann unter die Hecke. Da kann es in Ruhe zerfallen und seine Bestandteile stehen der Hecke dann irgendwann wieder als Nährstoffe zur Verfügung. Sinnvoller Kreislauf der Natur!
Jeden Tag etwas Neues entdecken! Das gilt es jetzt im April besonders auszukosten. Es grünt und blüht dank etwas Regen und milden Temperaturen. Die Vögel sind schon am frühen Morgen hörbar und lassen hoffen, dass ein "Stummer Frühling" nicht sobald kommen wird. Das Geäst des großen Feldahorns hinter dem Haus wird jeden Tag dichter grün und im Garten blühen Mirabelle (Foto), Birne. und Felsenbirne. Die Natur hat soviel Überfluss zu bieten und wir danken es ihr so wenig. Ich freue mich auf geruhsame Ostertage mit Spaziergängen und Buddeln im Garten. Aber auch auf den morgigen Regentag, wenn ich Zeit zum Lesen haben werde und mein Garten Energie tanken kann ohne dass ich mit der Gießkanne im Einsatz sein muss. Für jeden echten Gartenfreund in dieser Zeit Entspannung pur.
Das Bärlauchbeet in meinem Waldgarten hinter der Hainbuchenhecke breitet sich immer weiter aus. Nun wächst auch ein Büschel des Frühlings-Zwiebelgewächses gleich neben den Herbstzeitlosen. Das habe ich bei der morgendlichen Bärlauch-Ernte fürs Omelett bemerkt . Ich habe schnell ein ein paar Fotos gemacht, bevor ich die giftigen Zwiebelblüher nun endlich in eine andere Gartenecke verpflanzen werde.
So direkt nebeneinander wird man Bärlauch (rechts) und Herbstzeitlose (links) in der Natur kaum finden, aber um so besser sieht man im direkten Vergleich die Unterschiede. Die Blätter von der Herbstzeitlosen sind gekielt, also am Mittelnerv in der Länge nach oben gefaltet. Und sie sind schmaler als die Blätter des Bärlauches. Diese erkennt man natürlich auch an ihrem zwiebeligen Geruch.
Sie ist mein Favorit für Minztee, weil milde im Geschmack. Ihre eher rundlichen, flauschig-behaarten Blätter laden jedes Mal zum Berühren ein, wenn ich an den Pflanzen vorbeikommen. Aber sie ist auch sehr starkwüchsig, die Apfelminze (Mentha suaveolens). Ihre meterlangen Wurzelausläufer bohren sich fast waagerecht durch die Erde und kommen dann an Stellen hervor, wo man die Minze nicht vermuten würde und meist auch nicht haben möchte. Daher ist es wichtig, jetzt im Frühjahr die Ausreißer-Minze einzudämmen. Ich lockere hierfür den Boden rund um die Pflanzstelle erst mit einer Grabegabel auf und ziehe die Wurzeln dann vorsichtig heraus. Dabei steigt mir der aromatische Minzduft in die Nase und ich freue mich trotz der Mühen auf den ersten frischen Apfel-Minztee in diesem Jahr.
Das frostige Wetter bremst gerade die Frühlingsblüher im Wachstum. Um so wichtiger ist ein bisschen mehr frische Farbe im Haus. Auf unserem kleinen Wochenmarkt hat die Tulpe am Blumenstand jetzt Hochsaison. Ich mag es bunt und kann mich an den eleganten und farbenfrohen Zwiebelblühern nicht satt sehen. Sie sind der Inbegriff einer Blüte. Schon in der Grundschule dient die Tulpe im Sachkundeunterricht als Paradebeispiel für den Aufbau einer Blüte. Alles Blütenteile sind gut zu sehen und im wahrsten Sinne auch zu begreifen. Die samtigen Blätter der Blütenkrone, die Staubblätter mit dem pludrigen Pollen daran und der Griffel in der Blütenmitte mit der dreiteiligen Narbe, an der die Bienen den Blütenstaub abstreifen. Im Fruchtknoten darunter können sich damit dann aus den Samenanlagen keimfähige Samen entwickeln.