Winterblüher

Ich liebe Winterblüher, sie verkürzen in trüben Zeiten die Vorfreude auf die kommende Blühsaison. Vor einer Woche hat mein Winterjasmin zu blühen begonnen (Jasminum nudiflorum). Die Strauch mit den überlangen Trieben lässt sich ähnlich wie eine Kletterpflanze an einem Spalier z.B. an einer geschützte Hauswand hoch leiten oder die Triebe können auch wie bei mir über eine Brüstung nach unten fallen. Seine sonnengelben Blüten trotzen Eis und Schnee.
Die Pflanze lässt sich übrigens leicht über Absenker vermehren. Dafür im Frühsommer gewachsene Triebe auf den Boden leiten und mit einem Stein oder einer Metallkrampe fixieren. Wo der Trieb die Erde berührt, bildet er bald Wurzeln. Später kann man ihn von der Mutterpflanze abtrennen und separat einpflanzen.

 

Finger weg vom Salbei

Bloß mediterrane Kräuter wie Salbei oder Thymian jetzt noch nicht zurückschneiden. Einmal liefern die beblätterten Triebe einen guten Winterschutz für die Basis der Pflanze, zum anderen kann man die aromatischen Südländer noch lange in den Winter hinein beernten. Gerade der Salbei ist bestens zum Gurgeln bei Erkältungen oder Halsentzündungen zu nutzen und natürlich auch in der Küche zum Würzen von Gnocchi mit Salbeibutter und Parmesan oder für dünne Putenschnitzel à la Saltimbocca - lecker! Meist verliert Salbei sein Laub erst im Spätwinter. Wenn sich im Frühjahr neuer Austrieb zeigt, schneide ich die Triebe auf etwa 10 cm zurück, damit die Pflanze kompakt wieder austreiben kann.

Dahlien im Winterschlaf

Das war‘s: Gestern noch blühend und in voller Kraft hängen die Triebe und Blätter meiner Dahlien nach der ersten Frostnacht schlapp herunter. Jetzt wird es Zeit, die dicken Knollen aus der Erde zu holen. Diese haben mittlerweile fast den ganzen Kübel eingenommen und so ordentllich Kraft für den Winter gesammelt. Ich überwintere die Knollen im Keller locker in Folientüten verpackt. Zuerst bleiben sie aber in Aussaatschalen offen liegen, bis die Erde gut abgetrocknet ist. Die Lose Erde schüttele ich dann ab und kürze die Triebe  auf ein paar Zentimeter ein. Sie trocknen später ganz ein. So überstehen die robusten Pflanzen die kalte Jahreszeit meist unbeschadet. Und im nächsten Jahr beginnt das Spiel von vorn.

 

Piepshow

Das Abendprogramm im Fernsehen ist mal wieder öde... Deshalb schalten ich erst einmal auf unsere ganz persönliche Piepshow um. Denn in unserem Vogelkasten mit Kamera ist wieder Action, das können wir auf dem Fernsehschirm verfolgen. Fast jeden Abend macht es sich eine Kohlmeise darin gemütlich und verwandelt sich beim Schlafengehen in einen flauschigen Federball, bei dem man kaum noch unterscheiden kann, was hinten oder vorne ist. Deshalb säubere ich im Herbst die Nistkästen rechtzeitig, wenn im Frühjahr darin gebrütet wurde. Wer den Vögeln dann noch etwas Gutes tun möchte, legt etwas frisches, trockenes Heu in den Kasten.

 

Gräserzeit

Im Herbst zeigen meine Gräser im Garten ihre ganze Pracht: zwei Sorten vom Chinaschilf sowie Rutenhirse, Pfeifengras, Lampenputzergras und Federgras blühen um die Wette. Und das Diamantgras (Calamagrostis brachytricha), dass seit drei Jahren am Rand des Weges zum Hauseingang wächst. An seinen graugrünen Blütenrispen funkeln am Morgen feinste Tautropfen wie kleine Edelsteine. Im Gegensatz zu den anderen Ziergräsern in meinem Garten habe ich beim Diamantgras bemerkt, dass es sich selber aussät, dass heißt es keimt hier und da an anderen Stellen im Beet und auch in den Pflasterfugen, das ist weniger schön... Aber ich möchte es trotzdem nicht missen, bereichern die Rispen doch meine spätsommerlichen Blumensträuße aus dem Garten vortrefflich

Gemüseneuling

Ich bin schon so gespannt: Auf meinem Hochbeet wachsen neben Grünkohl auch die sogenannten Flower Sprouts heran, eine englische Kreuzung aus Rosenkohl und Grünkohl. In dem Namen findet sich der englische Begriff für Rosenkohl "Brussel Sprouts" wieder und die an Blüten erinnernde Form der kleinen Röschen. Sie sind nicht dicht geschlossen wie beim Rosenkohl, sondern stark gekraust und haben eine grün-violette Farbe. Die Kultur ähnelt der vom Rosenkohl. Die kalorienarmen und vitaminreichen Kohlröschen sind schon ein Renner in den USA und werden sicher auch bei uns viele Fans finden. Ich bin gespannt, wann ich die ersten Exempalre ernten kann. Jeden Tag werden die Knospen in den Blattachseln jetzt etwas größer.

Was ist das denn?

Die Wildrosenhecke an der Gartengrenze zur Wiese hinter dem Haus trägt jetzt im Frühherbst süppigen Fruchtschmuck: Hagebutten in Orange, Schwarz oder Rot, je nach Wildrosen-Art. Eine schöne Herbstdeko, wenn die Vögel nicht vorher alles wegnaschen. Doch was ist das? An einer Rose haben sich wollige Büschel an den Zweigen gebildet. Beim Nachlesen finde ich auch gleich die Ursache heraus. Die winzige Rosen-Gallwespe hat ihre Eier im Frühling in die  Blattknospen gelegt und verursacht diese Missbildung des Gewebes. Schneidet man die wolligen, häufig verholzten Gebilde auf, kann man einzelne Kammern darin erkennen, in denen die Larven geschützt heranwachsen. Diese sogenannten Rosen- oder Schlafäpfel  schaden den Rosen kaum, da sie meist nur vereinzelt auftreten.

Saatgut-Beute

Der Herbst beginnt mit sonnigen Tagen und es wird Zeit, Samen zu ernten. An den mannshohen Blütenständen der Stockmalven haben sich im unteren Bereich bereits rundliche Samenstände gebildet, in denen die scheibenförmigen Samen dicht an dicht sitzen. Einen Teil davon ernte ich und streue sie gleich unter den Pflanzen wieder auf den Boden. Meist vermehrt sich die Pflanze so von selbst. Einige hebe ich in einer kleinen Papiertüte für nächstes Jahr auf.  Auch von der Süßdolde und der wilden Rauke habe ich bei dem sonnigen Wetter schon Samen gesammelt. Wichtig ist, die Samentüten zu beschriften, sonst weiß man im nächsten Jahr oft nicht, um welche Sorte es sich handelt. Nicht alle Samen haben ein so charakteristisches Aussehen wie die der Stockmalve.

Libellenleben

Zahlreiche Libellen surren kreuz und quer über den Teich, froh, dass heute wieder die Sonne scheint und sie deren Energie tanken können. Ich habe den Strandkorb noch einmal aufgemacht und beobachte  bei einer Tasse Kaffee das rege Treiben. Was macht so eine Libelle eigentlich, wenn es stürmt und dauerregnet, wie die letzten Tage? Wie andere Insekten verkriechen sie sich sicher irgendwo im Staudendickicht am Teichrand. Wasser ist jetzt nicht mehr ihr Element, nur ihre Kinderstube liegt unter Wasser, wo die Larven je nach Art wenige Monate und bis zu fünf Jahre verbringen, bis sie an einem Wasserpflanzenhalm an die Luft klettern und schlüpfen (Foto). Jetzt brauchen sie Luft und Sonne zum Leben. Auch auf den letzten Sommerfliederblüten ist noch reges Treiben. Jetzt sind es vor allem die Admiralfalter, die man dort flattern sieht.

Sockenwetter

Seit heute ist nun der Sommer für mich offiziell beendet. Ich habe wieder Socken angezogen, das sommerliche Barfußgefühl ist mit dem Dauerregen und den kühleren Temperaturen dem  winterlichen Kalte-Füße-Gefühl gewichen. Damit verbunden sind auch die ersten Ein- und Umräumarbeiten im Garten. Betroffen ist vor allem die Terrasse. Die Polster auf den Gartenstühlen kommen wieder in den Keller, denn jetzt werden sie auch unter der Überdachung mit der Zeit klamm.  Zum sommerlichen Terrasseninventar gehören auch der Sonnenschirmständer und die Sprudelschale. Sie wandern wieder in das Gartenhaus. Unser Gasgrill erhält wieder seine Schutzabdeckung - wir sind keine Wintergriller. Und den abgeblühten Lavendel als Tischdeko habe ich schon mal gegen eine Chrysantheme getauscht. Der Herbst kann kommen.

 

Start in den Frühherbst

Die letzten Nächte sind leider sehr kalt gewesen, am Morgen liegt Nebel über den Wiesen hinter unserem Haus. Ein Bad im Schwimmteich verkneife ich mir am frühen Morgen, die Temperatur ist unter 16 °C gesunken - meine Schmerzgrenze. Vielleicht werden die Nächte noch einmal milder, dann klappt es vielleicht die nächsten Tage wieder. Aber bald ist die Badesaison wohl leider endgültig vorbei. Dafür gibt es jetzt andere Genüsse im Garten wie aromatisch-süße Brombeeren und dicke rote Herbsthimbeeren, die bis in den Oktober täglich zu naschen sind. Die Blütenstände von Chinaschilf, Rutenhirse (Foto) und Diamantgras setzen neue Akzente in meinen Beeten und lassen den Herbst erahnen, genau wie die sich langsam verfärbenden Blütenstände der Hortensien.

Bienenmagnet

Schon am frühen Morgen, wenn ich durch unseren Vorgarten gehe, um die Zeitugn aus dem Briefkasten zu holen, ist Betrieb auf der gelbgrünen Fetthenne am Beetrand. Unsere Bienen tummeln sich dort und sammeln fleißig Nektar. Das gleiche Bild noch bei den letzten Strahlen der Abendsonne. Diese Pflanze hat es ihnen wirklich angetan. Dabei habe ich sie nicht bewusst gepflanzt. Irgendwie ist die Pflanze in meinen Garten gekommen und hat sich inzwischen prächtig entwickelt. Vermutlich hat diese Fetthennen-Sorte (Sedum telephium ssp. ruprechtii) sich selbst gesät, denn sie hat inzwischen bereits an zwei anderen Stellen neu gekeimt. Ob der Samen mit der Topferde einer anderen Staude in den Garten gelangt ist oder über Vögel oder Ameisen lässt sich nur vermuten. Auf jeden Fall erfreut sie jetzt im Spätsommer Mensch und Biene.

Grüne Schoten

Auf Mallorca haben wir sie zum ersten Mal gegessen: kleinen grüne Paprikaschoten, in Olivenöl gebraten und mit grobem Meersalz bestreut. Jetzt wachsen vier Pflanzen 'Pimientos de Patròn' in meinem Gewächshaus und tragen gut. Denn sie verzweigen sich nach oben immer mehr und setzen so reichlich Blüten an, die auch willig Früchte bilden. Das Spannende an den Pimientos ist die Tatsache, dass sie unreif milde wie normale grüne Gemüsepaprika sind und mit zunehmender Reife scharf wie Chili werden. Äußerlich ist das den Früchten aber nicht unbedingt anzusehen. Auf jeden Fall sind sie oberlecker. In diesem Jahr werde ich mal eine oder zwei Schoten ganz lange hängen lassen und für eigenes Saatgut ernten.  Saatgut gibt es z.B. von der Englischen Firma Thompson & Morgan.

Insektenmagnet Buddleja

Kaum öffnen sich seine ersten Blüten, schon sind sie alle da: Admiral, Tagpfauenauge (Foto) und Co. umschwärmen die violetten Blütenrispen vom Sommerflieder (Buddleja). Oft sind es ein Dutzend und mehr. Aber auch Bienen, Hummeln und Schwebfliegen zählen zu den Besuchern der nektarreichen Blüten. Dabei war der erste Austrieb des Strauches im Frühjahr sogar vom Spätfrost überrascht worden und sah erst recht kümmerlich aus. Jetzt blüht er so üppig wie noch nie. Man sollte Sommerflieder unbedingt in Sitzplatznähe pflanzen, um das Treiben aus der Nähe beobachten zu können. Zugucken wie Andere arbeiten ist häufig sehr entspannend...
Mir gefallen die dunkler blühenden Sorten übrigens besser, weil ihre verwelkten, braunen Blüten im Strauch nicht so auffallen wie bei den weißen oder hellviolett bühenden Exemplaren.

Mitesser

Nach Schneckeninvasion und Blattlaushorden steht mit dem Beginn der Spätsommers eine weitere Herausforderung für den Gemüsegärtner ins Haus bzw. ins Hochbeet. Gefrässige Raupen von Kohlweißling, Eulenfaltern und Co. zernagen die Blätter junger Kohlpflanzen wie hier bei meinen Setzlingen der Rosenkohl-Variante 'Flowersprouts Autumn Star'. Kennzeichen sind zuerst eher kleine Löcher in den Blättern, die dazu passenden - noch sehr winzigen - Raupen finden sich auf der Blattunterseite. Da hilft nur wachsam sein, auf erste Anzeichen achten und die Miniraupen absammeln, bevor sie noch größer und gefrässiger werden. Ein Gemüseschutznetz über das Hochbeet gespannt kann eine weitere Eiablage der zweiten Generation Ende August verhindern.

Windenprunk

Jeden Morgen freue ich mich über die im Gegenlicht blauvioletten, samtenen Windenblüten, die  in den beiden  Terrakottakübel am Wegerondell  blühen. Ohne die leicht aus Samen zu ziehenden Ranker fehlt mir im Sommer etwas. Seit vielen Jahren ziehe ich sie jedes Frühjahr selber aus Samen an. Nachschub dafür kann ich im Herbst von den Pflanzen ernten. Prunkwinden sind Frühaufsteher. Sie öffnen ihre Blüten in den Morgenstunden für einen Tag und schließen sie bereit am Nachmittag wieder. Aber es gibt viele Wochen genügend Nachschub an Knospen.
Unterpflanzt ist das Ganze mit der filigranen Euphorbie ‘Diamond Frost‘, deren weiße Blütenwolken ein schöner Kontrast sind.

Friedliches Schwirren

Was schwirrt mir da um den Kopf? Mit einer abwehrenden Armbewegung will ich die vermutliche Mücke oder Fliege verscheuchen. Da sehe ich in der Morgensonne das rege Treiben der zarten Schwebfliegen auf den Geraniumblüten. Zusammen mit Bienen und Hummeln tummeln sie sich auf der blauen Blütenwolke von ‘Rozanne‘. Den Hinterleib gelb-schwarz gefärbt, ahmen sie gefährliche Wespen nach. Das wird ihnen sicher oft zur Falle, wenn Hobbygärtner die nützlichen Insekten nicht gleich erkennen. Ihre fast durchscheinenden Larven sind Blattlausjäger, darum sollte man sie fördern. Den Namen Schwebfliegen tragen sie aufgrund ihres Fluges, bei dem sie wie schwebend in der Luft stehen können. Auch daran kann man sie von Wespen unterscheiden, deren Zickzack-Flug ganz anders ist.

Empfindsames Gemüse

Die Dicken Bohnen sind reif und geerntet. Schwupps, rein in das kochende Wasser mit den hellgrünen Bohnenkernen. Sie fangen an zu zischen und wispern.  Ein Geräusch, das man beim Gemüse kochen sonst nicht hört. Mein schlechtes Gewissen macht sich bemerkbar wie damals bei der Lenormutti (ältere Semester werden sich erinnern). Habe ich nicht neulich etwas darüber gelesen, dass Pflanzen mehr fühlen können, als wir gemein hin glauben. Einen lebenden Hummer hätte ich nicht ins kochende Wasser schmeißen können....  Aber Empfindsamkeit hin oder her, die Dicken Bohnen hatten ein schnelles Ende und waren lecker. Vermutlich hat die  plötzliche Hitzeeinwirkung eine Druckerhöhung im Inneren hervorgerufen und die ausströmende Luft konnte nur geräuschvoll durch feine Poren in der Schale entweichen.

Amselhelden

Vor kurzem war ich noch sauer auf meine Amselschar im Garten, denn irgendwie haben sie  nach ein paaar Jahren ihre Vorliebe für meine Johannisbeeren entdeckt. Erst waren die Sträucher mit den roten Beeren dran, dann schmeckten ihnen auch die hellen Beeren. Wir mussten schnell alles abernten, um noch etwas abzubekommen. Doch jetzt habe ich in den letzten Tagen zum ersten Mal gleich zweimal beobachten können, wie eine Amsel sich aus dem Bodendeckergewirr meiner Beete eine Nacktschnecke schnappt und wenn auch mit Mühe, derer habhaft zu werden versucht. Es sind nicht die ganz großen Exemplare der Spanischen Wegschnecke, mehr so die halbwüchsige Generation, aber immerhin...

Borretschblau

Die Sonne scheint und die ersten Blüten vom Borretsch (Borago officinalis) haben sich geöffnet - in einem wunderschönen, leuchtenden Blau. Hat man die einjährige Kräuterpflanze einmal im Garten ausgesät, findet sie sich die nächste Jahre eigentlich immer wieder von selber ein. Die raubehaarten Blätter und Stiele stehen im Kontrast zu den samtigweichen Blüten. Diese sind beliebt bei Bienen und Hummeln. Ich streue die Blüten gern über sommerliche Salate oder dekoriere Cocktails damit. Die jungen Blätter haben einen frischen Geschmack, der dem Kraut auch den Namen Gurkenkraut verschafft hat. Sie würzen Salate, Dipps oder Kräutersoßen. Wie die borstige Behaarung schon zeigt, gehört sie wie Beinwell oder Vergissmeinnicht zu den Raublattgewächsen und ist sogar Namensgeber der Familie Boraginaceae.