Very british

Es regnet den ganzen trüben Tag... Um meine Laune zu verbessern, schaue ich bei der britischen Gartensendung 'Gardeners World' mit Monty Don (Foto: Screenshot aus der Sendung) vorbei. Ich kenne keinen anderen Gartenexperten, der seine Begeisterung für Pflanzen und Garten so gut rüberbringt. Zudem zieht er auch leidenschaftlich gern selber Gemüse und es macht echt Spaß, ihm dabei über die Schulter zu gucken. Selbst wenn jemand des Englischen nicht so mächtig ist, ist das Betrachten entspannend und inspiriert zu eigenen Taten. Zudem werden die Namen der vorgestellten Pflanzen auch immer eingeblendet, so daß man sich Notizen machen kann. Leider ist der Kanal BBC 2 bei uns nicht zu empfangen. Einzelne Clips gibt es aber auf der Webseite der Sendung und einige Folgen auf you tube.

Was bringt das neue Jahr?

Mit Beginn des Januars erwacht trotz Schmuddelwetter die Vorfreude auf das neue Gartenjahr. Die Planung der neuen Hochbeetsaison steht damit an erster Stelle. Was will ich in diesem Jahr Neues ausprobieren? Ganz oben auf der Liste steht Staudensellerie fürs Hochbeet. Für mich eine vielfältig zu nutzende Kultur, ob gedünstet oder roh hat die Verwandte vom Knollensellerie etwas zu bieten. Außerdem lassen sich von den Pflanzen auch einzelne Triebe ernten und die Pflanze selber bleibt lange auf dem Beet und kann nachtreiben.  Wahrscheinlich werde ich den Staudensellerie aber nicht aussäen, sondern mir im Frühjahr Jungpflanzen beschaffen. Ansonsten werde ich die Tage mal meine Saatgutkiste sortieren, um für die ersten Aussaaten im Februar gerüstet zu sein.

Frohe Weihnachten!

 

 

 

 

Ich wünsche allen friedliche, geruhsame Weihnachtstage und einen guten Start in das neue Jahrzehnt!

 

 

 

 

Das Laub ist ab

Sanft segeln die Blätter von der großen Eiche, die ich vom Schreibtisch aus sehen kann, zu Boden. Kein Windhauch weht, aber der Frost der letzten Nacht hat ihren Widerstand gebrochen und lässt sie fallen. Wenn die Bäume erst einmal kahl sind, gibt es kein Zurück mehr, der Winter kommt. Und mit ihm eine ganz andere Seite des Gartens, Strukturen und Konturen der laubabwerfenden Gehölzen werden sichtbar, die von Frühling bis Herbst unter Laub und Blütenschmuck unsichtbar werden. Man erkennt die verschiedenen Wuchsformen und die artspezifischen Verästelungen, die bis in die Spitzen immer feiner werden. Für mich ist ein Garten fast nur mit immergrünen Pflanzen eher langweilig, zu wenig Wandel ist darin. Auf die richtige Mischung kommt es an.

Nachhaltige Ernte

Klimaschutz und Nachhaltigkeit stehen hoch im Kurs zur Zeit und hoffentlich auch in Zukunft. Als Hochbeetgärtner kann man hier nur Pluspunkte sammeln. Denn das eigene Gemüse vom Hochbeet verbraucht so gut wie keine Energie für die Herstellung, vor allem wenn man das Saatgut dafür  selber ernet, mit selbst gesammeltem Regenwasser gießt und die Pflanzen mit Brennessel- oder Beinwelljauche düngt.

Natürlich wird auch keine Energie verbraucht, um das Erntegut von A nach B zu befördern, schlimmstenfalls einmal durch die Republik. Nur ein paar Schritte sind es, um frisch Geerntetes vom Beet in die Küche zu tragen. Das sollte man sich immer mal wieder klar machen. Selbstgezogenes schmeckt dann noch einmal so gut.

 

Dahlien mögen keinen Frost

Das war‘s. Eben noch blühend und in voller Kraft, hängen die Triebe meiner Dahlien nach den ersten Frostnächten schlapp herunter. Jetzt wird es höchste Zeit, die Pflanzen mit den länglichen Knollen aus der Erde zu holen. Die fleischigen Knollen haben mittlerweile fast den ganzen Kübel eingenommen und stecken voller Nähr- und Speicherstoffe für den neuen Austrieb im nächsten Frühjahr. Ich überwintere die Knollen im Keller in Folientüten verpackt, die ich aber nicht luftdicht verschließe. Zuerst bleiben sie aber in Aussaatschalen geschützt offen liegen (Foto), bis sie abgetrocknet sind. Die Triebe werden auf ein paar Zentimeter eingekürzt und trocknen später ganz ein. Und im nächsten Jahr beginnt das Spiel von vorn.

Herbstleuchten

Wieder einmal haben unsere Felsenbirnen meine Aufmerksamkeit. Ihr Laub färbt sich gerade kupferrot und leuchtet schon von Weitem hinter unserem Teich Teich. Eine schöne Laubfärbung von Sträuchern oder auch Stauden ist ein so wichtiger Hingucker im Hausgarten und bringt noch einmal Farbe ins Saisonfinale. So farbenprächtig wie ihr Laub im Frühjahr beim Austrieb gekommen ist, verabschiedet sich die Felsenbirne im Herbst wieder. Dazwischen kann man sich mit den frischen Blättern zusammen an den weißen Blüten erfreuen. Und die Vögel lieben die blauschwarz reifenden Beerenfrüchte, die auch für Menschen genießbar sind und ähnlich wie Rosinen schmecken. Meist sind die Vögel aber schneller. Es sei Ihnen gegönnt.

Meine Klima-Weinrebe

Langsam werden die Trauben an meinem Rebstock 'Fanny' reif und süß. Erkennbar auch an der jetzt eher gelblichen Farbe und der feinen, rostbraunen Sommersprossen-Sprenkelung. Die Frühherbstsonne tut ein Übriges und ich muss auf der Hut sein, dass nicht alle Trauben durch die Amseln in meinem Garten weggefuttert werden. Seit  meinem Besuch in Andernach 2013 zum Kongress "Essbare Stadt" wächst die Rebe in meinem Senkgarten und rankt an der Reling über der Holzterasse entlang. Die robuste Züchtung aus Ungarn kommt mit Winterkälte gut klar und ist unempfindlich gegen Mehltau und andere Pilzkrankheiten. Jeder Kongress-Teilnehmer bekam damals eine Rebe geschenkt, mit der Aufgabe, diese zu pflanzen als C02-Ausgleich für die An- und Abreise zum Kongress.

The Winner is...

Sie fruchtet immer noch: Die Bohne 'Hestia' ist mein Gemüse des Jahres 2019 auf dem Hochbeet. Im letzten Jahr habe ich die üppig weiß-rot blühende Prunkbohne auf meiner Reise durch die Gärten Südenglands als Ampelpflanze bewundert

und mir gleich vor Ort Saatgut gekauft. Das praktische an ihr ist, dass sie besonders üppig und lange blüht, aber kompakt wächst, ähnlich wie eine Buschbohne. Die Triebe werden etwas länger, die breiten, flachen  Bohnenhülsen sind sehr aromatisch. Ich habe vier Pflanzen jeweils in zwei Ecken meiner  Hochbeete gepflanzt, so dass die Triebe über den Rand hängen können. Zwischendurch hat 'Hestia' mal etwas geschwächelt und ihre kleinen Fruchtansätze fielen vorseitig ab. Wahrscheinlich habe ich sie bei der großen Hitze nicht ausreichend gegossen.

 

Blüten für Frühaufsteher

Die samtenen, rotvioletten Blüten der Prunkwinde (Ipomoea purpurea) kann man am besten als Frühaufsteher genießen. Denn am frühen Nachmittag schließen sie sich schon wieder und blühen auch jeweils nur einen Tag. Die einjährige Rankpflanze  begleitet mich fast schon mein ganzes Gärtnerleben. Das liegt auch daran, dass sie reichlich Saatgut produziert, das nicht zu fein ist und sich leicht aussäen lässt. Häufig keimen an geeignetem Standort auch die auf den Boden gefallenen Samen von allein ab Mitte Mai. Um schneller die Blütenpracht genießen zu können, säe ich sie aber schon Ende März zu je drei Samen in kleinen Anzuchttöpfen vor und verpflanze die Sämlinge dann z. B. Mitte Mai in die beiden Kübel mit Obelisken, die im Vorgarten die Weg zum Haus eskortieren.

Kernige Früchte

Mischkultur der besonderen Art: Aus unserem großen Kirschlorbeerstrauch am Teichrand wachsen seit einigen Jahren Brombeerranken mit leckeren Früchten heraus. Das Geäst des Kirschlorbeers schützt bei der Ernte vor allzu direktem Kontakt mit den stacheligen Trieben. Tag für Tag werden die schwarzen, aromatischen Früchte jetzt reif.  Jeden Morgen landet eine Handvoll davon zusammen mit den ersten Äpfeln aus dem Garten und Melone, Ingwer, Leinöl  und Orangensaft in unserem Frühstückssmoothie. Denn was Goji und Co. können, hat die heimische Brombeere schon lange drauf. Vitamine, Mineralien, Folsäure und eine Menge Anthocyane, also Pflanzenfarbstoffe, sorgen für unsere Gesundheit. Brombeerkonfitüre habe ich auch schon gekocht. Die ist aber nur etwas für kernige Typen.

Hochbeetsommer

Auf meinen Hochbeeten wuchert es wie meist im August: Es gibt leckere Zucchini und auch die für Ampeln empfohlene Stangenbohne 'Hestia' setzt üppig Bohnenhülsen an.  Die Wilde Rauke kann, nachdem mal wieder die Kohlerdflöhe über sie hinweg gezogen sind, jetzt einen Rückschnitt gebrauchen (Foto). Dann treibt sie noch einmal frisches, scharfes Grün nach. Den Anfang Juni gesetzten Kohlrabi kann man bei dem mal feuchten, mal sonnigen Wetter beim Wachsen zugucken. Und nach einem spätabendlichen Besuch mit Taschenlampe habe ich auch die paar Schnecken, die trotz Hitze herangeschwachsen sind und schon auf dem Weg zu meinen Salatsetzlingen waren, dauerhaft davon abhalten können. Trotzdem streue ich auch noch Ferramol-Schneckenkorn um die gefährdeten Kulturen.

Ambrosie entdeckt

Gerade habe ich sie entdeckt und wiedererkannt. Das doppelt gefiederte Laub der Pflanze, die da in meinem Staudenbeet wächst gehört zum Beifußblättrigen Taubenkraut (Ambrosia artemisiifolia), meist Ambrosie genannt. Wenn sie im Spätsommer erst einmal zu blühen beginnt, produziert die Pflanze in einem Jahr bis zu einer Millionen Pollen und die sind für Allergiker sehr gefährlich. Ich habe deshalb die Pflanze rausgezogen und sie in der Komposttonne dem Gang der Dinge überlassen. Das solltet ihr auch tun, wenn sie im Garten auftaucht. Die Ambrosie gelangt immer wieder durch Vogelfutter in die Beete. Da wo die Pflanze bei mir wuchs, hingen gleich daneben im Winter immer Meisenknödel am Rankobelisken.

 

Falter im Glück

Schon früh am Morgen flattert und summt es im und um unseren Schmetterlingsstrauch. Durch das schöne Wetter ist der üppige Solitärstrauch vor unserer Küchenterrasse besonders gut besucht. Ich halte nach Raritäten Ausschau. In diesem Jahr sind es viele Distelfalter (Foto), die die nektarreichen Blüten umschwärmen. Dazu kommen Tagpfauenauge, Admiral, kleiner Fuchs und auch mal ein Zitronenfalter. Kohlweißlinge sind es bisher wenige, was mich als Gemüsegärtnerin auch nicht betrübt. Der inzwischen neun Jahre alte Strauch ist dieses Jahr besonders üppig gewachsen. Das liegt auch daran, dass wir ihn jedes Jahr im Spätwinter auf den Stock setzen und die Triebe nicht, wie oft zu sehen, nur halbherzig einkürzen. So treibt er kräftig von der Basis aus und die Blütenpracht bleibt auf Augenhöhe.

Libellen-Leben

Beim morgendlichen Schwimmen in unserem Teich bin ich mit ihr auf Augenhöhe: Eine Libelle ist am frühen Morgen geschlüpft und sitzt jetzt auf einem der grasartigen, langen Blätter einer Schwanenblume. Es ist immer wieder ein einzigartiger Moment den Übergang der Insekten vom Larvenleben im Wasser zum Leben in der Luft beobachten zu können. Einige Zentimeter tiefer klammert noch die eben verlassene Larvenhülle am Blatt. Genau wie ich würde die Libelle sich sicher etwas mehr Sonne an diesem Morgen wünschen für ihren Start ins Leben in der Luft. Aber sie ist trotzdem schon voll entwickelt und startet auch gleich zu ihrem ersten Flug als ich noch näher komme. In den nächsten Wochen werde ich sie sicher noch oft beobachten können bei ihrer Jagd nach Insekten über dem Wasser.

Kontrolle am Kohl

Den meisten Schaden auf meinen Hochbeeten durch Insekten habe ich an Kohlpflanzen wie Brokkoli oder Grünkohl. Daher beobachte ich in der Wachstumsphase genau, was sich so auf bzw. genauer gesagt unter den Blättern tut. Denn dort legen Weiße Fliegen (Foto), Kohlweißling oder Eulenfalter jetzt ihre Eigelege ab. Deren Larven bzw. bei den Schmetterlingen die Raupen saugen oder fressen dann an Blättern oder Blütenknospen.  Kontrolliert man die Kohlblätter regelmäßig und entfernt dabei Eigelege oder Schädlinge mechanisch, kann man Schlimmeres verhindern. Ein dichtmaschiges Insektenschutznetz über den Kulturen schützt vor neuen Eindringlingen und sichert eine gute Ernte ohne Fraßschäden oder Raupen im Blumenkohlgratin...

Kräutersegen

Es wird höchste Zeit, etwas von dem reichen Kräutersegen in meinem Garten zu konservieren, denn mit dem Verzehr kommen wir bei der Vielfalt eh nicht nach und im Winter freut man sich, wenn man kleine Vorräte an eingefrorener Petersilie oder Schnittlauch hat. Auch die Zitronenmelisse (Foto) friert man besser ein, als dass man sie trocknet. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass das Aroma dabei flöten geht. Bei der Zitronenmelisse wird es jetzt eh Zeit für einen Rückschnitt. So kann man bald wieder frisch ausgetriebenes Laub ernten. Trocknen kann man alle Sorten von Minze oder auch Salbei. Letzterer lässt sich aber auch fast das ganze Jahr über beernten, so dass ich mir hier die Mühe spare. Egal welches Kraut, am besten erntet man die Kräuter am zeitigen Vormittag, wenn der Morgentau abgetrocknet ist.

Dicke Backen bei Dicken Bohnen

Einige Schwarze Blattläuse turnen auch nach der scharfen Kaltwasserdusche aus dem Gartenschlauch gestern noch auf meinen Dicke Bohnen-Pflanzen herum. Leider sind sie dafür sehr empfänglich. Die eiweißreichen Bohnenkerne der auch Puffbohne genannten Pflanze ziehe ich seit ein paar Jahren regelmäßig auf dem Hochbeet, diesmal die Sorte 'Witkiem'. Ein paar Mal bin dabei schon auf die prallen, bereits erntereif aussehenden Hülsen hereingefallen. Obwohl sie schon sehr dick sind, sind die Samen darin oft noch klein. Daher drücke ich die Schoten erst einmal vorsichtig, ob sie schon ausreichend gefüllt sind, bevor ich welche pflücke. Und die erste gepflückte Bohnenhülse öffne ich und schaue nach, ob sich die weitere Ernte der wirklich sehr gesunden und leckeren Bohnenkerne lohnt.

Käfer-Ansturm auf meine Rosen

Kaum eine Blüte, in der zur Zeit nicht die kleinen schwarzen Rapsglanzkäfer herumkrabbeln und Pollen und Nektar fressen: Die etwa 2,5 mm großen Käfer sind eigentlich auf Raps und verwandte Kreuzblütler aus, aber auch was ansonsten gelbe Blüten hat oder zumindest gelbe Staubblätter im Inneren bleibt nicht verschont. Bei der üppigen Rosenblüte kann ich den Befall verschmerzen, allerdings sollen die Käfer in Ermangelung von Raps im Frühjahr auch die Rosenknospen befallen und ihre Eier hineinlegen. Das habe ich aber noch nicht erlebt und irgendwo müssen die Tiere ja hin, wenn die riesigen Monokulturen vom Raps hier bei uns im Norden verblüht sind. Die letzte richtige Plage war laut Statistik 2009, wo die Strände der Ostseeküste überschwemmt waren damit.

Strauchparade

Unsere üppige Rosen-Deutzie blüht in voller Pracht. Und die Bienen schleppen ab, was sie kriegen können und verwandeln die Nektarfülle in leckeren Honig. Die Blütenfülle größerer Sträucher liefert natürlich immer gleich eine Menge Nahrung für die Insektenwelt. Bei uns blühen vom Spätwinter bis zum Spätsommer immer wieder andere Gehölze, an denen Insekten Nahrung finden. Bald wird es wieder der Sommerflieder sein, der sie anlockt. Um den Blütenreigen bis in den Herbst perfekt zu machen, fehlt uns noch eigentlich nur noch ein Tausendblütenbaum (Euodia hupehensis), auch Honigesche genannt. Dieses ursprünglich aus China stammende Gehölz blüht von August bis in den September mit weißen Blütendolden. Wir müssen nur noch einen Platz im Garten dafür finden.