Feuerfarben

Der Herbstregen kam zum Glück in Raten und leise fallend, nur einige heftigere Schauer waren bisher dabei. Durch die fallenden Temperaturen wird nun langsam die Färbung der Blätter im Garten angeregt. Zusammen mit der Ernte von Weintrauben und Äpfeln, dem Pilzesuchen im Wald ist der Frühherbst eine schöne, wieder aktivere Zeit im Garten nach der sommerlichen Dürre und der Hitze. Nicht nur Ziersträucher wie Felsenbirne (Foto) oder Cotoneaster beginnen jetzt zum Ausklang der Gartensaison ihr Farbenspiel, auch Obstgehölze wie Heidelbeerbüsche haben eine tolle rote Herbstfärbung. Den Übergang der Jahreszeiten in unseren Breiten sollte man mit allen Sinnen genießen. Und wo geht dies besser als in Natur und Garten.

 

 



Ernte zum Herbstbeginn

Der Herbst beginnt, das Ernten geht weiter. In meinem Küchengarten gibt es jetzt zwar keine Zucchini mehr - die beiden Pflanzen haben bei den kühleren Temperaturen  das Fruchten leider eingestellt. Aber die buschig wachsende Prunkbohne ‘Hestia‘ liefert jeden Tag leckere Bohnenhülsen (Foto). Zusammen mit reifen Tomaten aus dem Gewächshaus mache ich daraus gern einen leckeren Bohnensalat. Auch Pflücksalat und Wilde Rauke liefern täglich Erntegut. Und ein paar kleine Röschen Brokkoli gibt es auch noch zu schneiden. Für die Ernte im Spätherbst habe ich zum ersten Mal den Spinat ‘Winterriesen‘ gesät. Gelbe Bete, die krause Rosenkohlvariante ‘Flowersprouts‘ und späte Möhren wachsen schon länger einer Ernte im Herbst entgegen. Das sind doch gute Aussichten!

 



Zucchini-Maße

Ich kann sie nicht mehr sehen, die Riesenexemplare von Kürbis, Zucchini und Co. Immer wieder findet man in Zeitungen und Zeitschriften stolze Hobbygärtner, die ihr  ausgeufertes Erntegut in die Kamera halten. Eine Riesenzucchini zu ernten ist keine Kunst, sie schmeckt nicht und hindert die Pflanze lange daran, neue zarte Früchte anzusetzen. Das Gardemaß für eine erntereife Zucchini liegt bei etwa 20 Zentimetern. Das ist Fakt.

Und - liebe Amis - das Heranziehen von tonnenschweren Riesenkürbissen ist eigentlich auch nur Verschwendung von Ressourcen und so was von aus der Zeit gefallen.

Ein schönes Kürbis-Event im Herbst kann man auch mit einer großen Vielfalt an Früchten interessant machen. 



Vegane Wespen

Wespen gehören nicht zu den Insekten, die man gern im Übermaß im Garten hat. Meist werden sie im August zur Plage, ob beim Kaffeeklatsch oder der Grillparty. Wespen fühlen sich von vielem angezogen, was bei uns auf den Tisch kommt oder an den Obstbäumen hängt. Meine Wespen haben es in diesem Jahr aber wohl hauptsächlich auf die Blüten des Bronzefenchels im Staudenbeet am Teich abgesehen. Es sind dieses Jahr eine Reihe von blühenden Pflanzen dort und sie sind seit kurzem dicht belagert mit den stechenden Zweiflüglern. Da müssten man mal testen, ob diese sich bei der nächsten süßen Mahlzeit im Garten nicht durch ein oder zwei Blütenstände in einer Vase von den anderen Leckereien ablenken lassen?



Trocken, trocken, trocken

Nach den letzten heißen Tagen kommt die Wahrheit ans Licht. Welche Pflanzen sind hitzestabil und kommen auch ohne zusätzliches Gießen über die Runden im Garten? 38,9  Grad Celsius im Schatten, das ist der heißeste Tag ever in meinem bisherigen Gärtnerleben. Die Rispenhortensien in den Beeten gehören zu den Verlierern, sie schlappen schon seit Tagen. Auch wenn ich sie inzwischen fast täglich wässere, nützt dies nichts. Meine Topfhortensien dagegen haben es gut, denn erstens gieße ich sie regelmäßig und zweitens kann ich ihnen bei der Hitze auch einen schattigen Platz geben. Die Schafgarbe am Teichrand hingegen reckt ihre gelben Blütenstände in die Mittagssonne als wenn nichts wäre. Oder steht sie schon mit einer Wurzel im Teich?



Nie ohne Gartenschere

Wenn Du in den Garten gehst, vergiss die Schere nicht! In Abwandlung des Nietzsche-Zitat lautet so mein Gartenappell im Juli. Denn zum Ende der Austriebszeit gibt es immer etwas zu schneiden auf dem Weg durch die Beete. Von Rosen, die mehrmals blühen, schneide ich jetzt alle verblühten Blütenstände ab. Dann geht die Kraft der Pflanzen in neue Seitentriebe und Knospen und nicht in Hagebutten. Neue, zu lange Triebe von Sträuchern, die in den Weg wachsen, kürze ich bis zur Basis ein. Auch meine immer noch nicht vom Zünsler befallene Buchshecke am Rondell braucht jetzt einen Formschnitt, bevor es wieder heiß und trocken wird. Auf dem Hochbeet schneide ich die Samenstände der Winterhecke ab, damit sie neue Schloten bildet und die Wilde Rauke, damit  frisches Grün wächst. 



Glamourkäfer auf Tour

Der große, grün metallisch schimmernde Käfer fällt mir beim Gang durch den Garten gleich ins Auge. Zumal er sich durch Nichts dabei stören lässt, die Blüten der Wiesenraute im Staudenbeet gründlich nach Pollen und Nektar abzusuchen. Ich erinnere mich, es ist ein Rosenkäfer, der sich hier genüsslich bedient. Seine Larven wachsen in morschen Baumstämmen heran, wo sie sich dann nach zwei bis drei Jahren verpuppen. Etwa drei Wochen danach schlüpfen die prächtigen Käferexemplare aus der Puppenhülle. Rosenkäfer treten nicht in Massen auf und ihr Fraß schädigt die Blüten nicht. Und morsches Holz findet er in unserem Naturgarten oder auf der Wiese mit Knick dahinter sicher auch für die Eiablage.



Model-Erbsen

Die violette Zuckerschote ‘Shiraz’ von T & M ist schon blühend ein Hingucker. Ihre Blüten sind zweifarbig: hellrosa und purpurrot. Dann wachsen langsam die kleinen violetten Hülsen aus den Blütenresten hervor und schon wenige Tage später sind sie erntereif. Beim Dampfgaren verblasst ihre ihre violette Farbe kaum. Sie sind lecker und durch die Anthocyan-Farbstoffe auch sehr gesund. Was für ein nachhaltiger Genuss im Vergleich zu den immer häufiger auch im Winter im Supermarkt aus Peru(!) zu findenden Zuckerschoten mit absolut mieser Ökobilanz. Jedes Gemüse hat seine Zeit und im Winter - wenn auf dem Hochbeet weniger zu ernten ist,  greife ich lieber zu Rotkohl, Porree oder Sellerie. 

 



Weißer Rosenzauber

Wann ist eine Rose am schönsten? Für mich ist das klar die Zeit, wenn sie ihre ersten Knospen geöffnet hat und noch keine Blüten verblüht sind. Man kann sich schon an Blüte und Duft erfreuen und das Beste kommt noch. In diesem Jahr hatte ich wenig Zeit, meine Rosen zu schneiden. So habe ich auch meine Rosa x Alba wachsen lassen und sie dankt es mir jetzt  mit reichem Knospenansatz. Dieser ist bei Strauchrosen oft um so besser, je waagerechter die Triebe stehen. Mit den überhängenden Trieben und den gefüllten, weißen Blüten mit einem zartrosa Touch hat sie etwas märchenhaftes. Diese alte, aber sehr robuste und blattgesunde Rose blüht zwar nur einmal, aber dafür besonders schön. Den Ableger habe ich vor Jahren aus der Verwandtschaft meiner Mutter bekommen. Die Mutterpflanze dazu wuchs im Garten ihres Großvaters.



Blätter wie gemalt

Alle Funkien in meinem Garten haben jetzt  ihre Blätterpracht voll entfaltet.  Ich weiß gar nicht, wie viele verschiedene Sorten es inzwischen sind. Ich werde wohl mal eine Funkien-Inventur machen müssen... Immer wenn ich zur Park & Garden-Ausstellung auf dem Stockseehof fahre um Pfingsten (dieses Jahr vom 2.-6. Juni), kann ich an dem niederländischen Funkienstand  einfach nicht vorbei gehen und schleiche lange um die unendliche Blätter-Vielfalt herum, bis ich zugreife. In jedem Jahr haben die  Funkiengärtner wieder Neuheiten dabei. Dies macht sich nicht nur in der Attraktivität der Pflanzen bemerkbar, sondern auch im Preis. Die exklusiven Neuzüchtungen sind oft dreimal so teuer wie ältere Sorten von denen ich ja die meisten auch noch nicht habe.



Zwiebelblüher eingebürgert

Als ich die blauen Blütenschöpfe im Beet entdecke, erinnere ich mich... Schon im vorletzten Frühjahr tauchte im Beet unter dem Schmetterlingsstrauch ein neuer Frühlingsblüher auf, den ich ganz sicher an diese Stelle nie gepflanzt hatte. Garten-Alzheimer? Nein, irgendwoher ist von der Schopfigen Traubenhyazinthe (Muscari comosum) Saatgut heran geweht oder durch Ameisen in meinen Garten verschleppt worden oder... ? Na, jedenfalls scheint sich die Zwiebelpflanze wohl zu fühlen, denn es sind schon deutlich mehr Blütentriebe und damit auch Zwiebelchen geworden. Wie schön, wenn einem die Natur den Garten mal mit so attraktiven Blüten mitgestaltet.



Sonnen-Blüten

Auf einmal ist die Wiese hinter unserem Haus  wieder gelb vor Löwenzahnblüten! Und auch diein den Beeten  übersehenen Pflanzen verraten sich jetzt  durch erste gelbe Blüten. Der Löwenzahn ist ein tolles Wildkraut mit vielerlei Nutzen, aber in den Staudenbeeten möchte ich ihn trotzdem nicht haben. Dafür darf er hinten im Garten unter den Obstgehölzen wachsen. Und im Vorübergehen pflücke ich immer mal wieder ein paar jüngere Blätter und esse sie. Denn die Bitterstoffe sind gesund für Leber und Galle. Naturarznei aus erster Hand. Nur den weißen Milchsaft der Blatt- und Blütenstiele sollte man sich nicht auf die Kleidung holen. Das gibt braune Flecken, die nie wieder raus gehen...



Fruchtgemüse, die Zweite

Schon ist es  Mitte April und die nächste Aussaat für das Hochbeet steht an. Sommerliche Fruchtgemüse wie Zucchini, Kürbis und Gurke säe ich jetzt und ziehe sie im Haus vor. Von Allen braucht man nur eine geringe Anzahl an Pflanzen, so dass ich sie gleich einzeln in kleine Kunststofftöpfe mit Aussaaterde säe. Legt man die Samen flach in die Erde oder hochkant? Gibt es da bei einer Variante  eigentlich Vorteile? Das recherchiere ich mal im Internet... Also, man soll die Samen hochkant mit dem etwas spitzeren Ende (siehe Foto) nach unten zeigend in die Topferde stecken. Kürbisgewächse sind Dunkelkeimer. Daher sollten sie zwei Zentimeter mit Erde bedeckt sein. Dann die Erde anfeuchten, feucht halten und warten.



Wilde Frühlingsblüten

Beim Gang durch den Garten erfreuen mich Anfang April diese kleinen Pflänzchen vom Hohlen Lerchensporn. Mit ihren rot-violetten, gespornten Blüten und dem blaugrünem Laub setzen sie Farbtupfer zwischen die frühblühenden Zwiebelblüher im Beet. Ich habe die zarte Wildstaude nie gesät oder gepflanzt. Ihre eiweißreichen, winzigen Samen werden meist durch Ameisen in den Garten ein- und darin dann auch verschleppt. Die gespornten Blütenröhren der Pflanze werden gern von einigen Wildbienen-Arten besucht der und sind für diese eine wichtige, frühe Pollen- und Nektarquelle.  Aber Achtung: Die Pflanze enthält Giftstoffe, vor allem in der rundlichen Wurzel-Knolle.



Bärlauchsession

Es vergeht kaum ein Tag, wo ich jetzt im zeitigen Frühling nicht Bärlauch pflücken gehe. Das gesunde Frühlingskraut mit den breiten hellgrünen Blättern ist mit das erste Grün, dass es in meinem Garten zu ernten gibt. Manche halten den Geschmack für überbewertet. Ich würde mir Bärlauch auch nicht für teures Geld auf dem Markt kaufen, sondern sonst vielleicht  mehr Knoblauch, Schnittlauch oder Frühlingszwiebeln verwenden. Aber wenn man die Blätterpracht in Mengen im Garten hat und weiß, was drin steckt, sollte man ihn jeden Tag in den Speisezettel einbinden. Gestern habe ich Bärlauchspätzle davon gemacht (Foto). Auch sehr lecker! Bei mir stehen die genügsamen Zwiebelpflanzen im Schutz einer Hainbuchenhecke unter einer alten Blutpflaume und vermehren sich zügig.

 



Auf Stauden ist Verlass

Wo gibt es das heute noch:  bedingungslose Verlässlichkeit. Bei Gartenstauden ist dies der Fall.
In jedem Frühjahr ist es für mich immer noch faszinierend zu beobachten, wie sich unter abgestorbenen Pflanzenresten im Beet wieder Leben regt. Besonders frisch Maigrün sind immer die jungen Triebe  der Taglilien.  Durch den milden Winterverlauf sind einige Stauden schon recht weit ausgetrieben. Doch keine Angst, es ist immer noch Zeit, sie zu versetzen oder zu teilen, falls das Miteinander im Staudenbeet zu eng wird. Einige Stauden brauchen dies  sogar regelmäßig.  So zum Beispiel die Wiesen-Iris (Foto), deren dichte Horste sonst von innen schnell verkahlen.



Nachwuchs im Staudenbeet

Jetzt haben meine Lenzrosen (Helleborus-Orientalis-Hybriden) ihren großen Auftritt. Sie stehen in voller Blüte. Das alte Laub vom Vorjahr schneide ich im zeitigen Frühjahr zurück. Oh, neuer Nachwuchs ist auch schon da. Rings um die Mutterpflanzen sprießen kleine Lenzröschen aus dem Beet und sind jetzt im sonst noch eher kahlen Beet besonders gut sichtbar. Auch als Sämling sehen sie schon robust aus, mit ihre dunkelgrünen, zuerst dreigeteilten, ledrigen  Blättchen. Es ist immer ein Stück Gärtnerglück, wenn Pflanzen sich im Garten heimisch fühlen und  auch noch von selbst vermehren. (Ausnahme sind natürlich Giersch, Schachtelhalm und Quecke...) Bei den Lenzrosen kann man dies besonders gut beobachten. 

Gartenarbeit ohne Bodenkontakt

Es ist tatsächlich trocken und ein paar Sonnenstrahlen locken nach Tagen des Dauerregens ins Freie. Ich muss meinen Garten neu erkunden, solange bin ich nicht mehr in allen Winkeln gewesen. Und es ist erstaunlich, was schon alles austreibt. Wie jedes Jahr überrascht mich der Bärlauch, dessen grüne Blattzipfel hinter der nach Süden weisenden Hainbuchenhecke schon sichtbar sind. Und es wird Zeit für den Rückschnitt von Chinaschilf und Herbsthimbeeren. Denn es regt sich schon neues Grün. Gartenarbeiten, bei denen ich den nasskalten Boden noch nicht berühren muss. Das ist auch gut so. Und zum Schluss pflücke ich mir noch einen Mini-Strauß Elfenkrokusse und Winterlingee für den Frühstückstisch. Das sorgt für gute Laune am Morgen.

 



Winter-Schnecken

Woran merkt man, dass der Winter wirklich zu milde ist? Na? Bereits die Blüten von den Schneeglöckchen werden von Schnecken angefressen! Gestern waren sie noch unversehrt, heute fällt es mir beim Gang durch den Garten gleich auf. Und beim Leeren des Bioeimers aus der Küche werde ich auch im Thermo-Komposter fündig. In den Furchen der Klappdeckel sitzen schon ein paar Mini-Exemplare der Spanischen Wegschnecke. Da können sie ja auch ruhig bleiben und zur Zersetzung der Pflanzenreste jeglicher Art beitragen. Aber ich möchte sie nicht in zwei Monaten als Halbstarke an meinen Salatkeimlingen auf dem Hochbeet wiedertreffen. Bei mir bleiben die Schneckenbretter zum Abfangen vor allem der kleineren Exemplare im Frühjahr jetzt das ganze Jahr dort liegen. 



Vorbereitet auf die neue Gartensaison

Die Wetterlage lässt wirklich keine Gartenarbeit zu, gefühlt schon seit Wochen. Es stürmt und regnet, die Erde ist  kalt und sehr nass. Auch wenn die ersten Frühblüher wie Schneeglöckchen und Winterlinge schon da sind, fehlt es an Sonne, damit ihre Blüten sich öffnen. Aber die nächste Gartensaison wird trotzdem bald wieder starten und da will ich vorbereitet sein. Aus meinen Gartennotizen vom letzten Jahr mache ich mir eine Einkaufsliste und checke meine Saatgutvorräte. Frische Aussaaterde gehört bei mir immer auf den Garten-Einkaufszettel im Frühjahr. Dann bin ich gewappnet, wenn es losgeht mit der Anzucht von Chili, Tomate und Co.