Blütentraum aus der Prärie

Seit Wochen erfreut mich die weißblühende Prachtkerze am Teichrand. Sie macht ihrem Sortennamen 'Whirling Butterflies’ alle Ehre. Mit den zarten, schmetterlingshaften Blüten, die immer und immer wieder nachgebildet werden, wiegen sich ihre drahtigen Triebe im Wind. Es lohnt sich nach den höheren Sorten der Gaura lindheimeri, wie sie auf botanisch heißt, Ausschau zu halten. Meist findet man eher kompakte und rotblühende Sorten im Topf angeboten. Die sind auch sehr blühfreudig, aber nicht so schön duftig wie die hohen Sorten. Mit etwas Glück kommt die Pflanze auch über den Winter, denn eigentlich ist es eine Staude. Nur zu frostig mag sie es nicht. Meine hat den letzten Winter jedenfalls überstanden und ich hoffe, den kommenden auch...

Dekorative Wespen-Abwehr

Es stört mich nicht, wenn Wespen in meinem Garten sind, morgens schon auf der Terrasse mein Konfitürenbrot ablecken und aus dem leeren, aber eben durch die Reste darin, noch sehr rutschigen Schmoothieglas nicht wieder rauskommen und ich sie retten muss. Aber das sie sich in diesem Jahr seit drei Wochen täglich einen neuen meiner

am Anfag noch nicht ganz reifen James Grieve-Apfel schnappen, mühsam ein Loch in die Schale fressen, damit diese dann Faulstellen bekommen und für die Wespen noch leckerer werden, das stört mich schon. So viele Äpfel trägt der kleine Baum nicht, über dessen frühreifende Früchte ich mich im Spätsommer besonders freue. Also habe ich um die schönsten Exemplare einfach Organza-Beutelchen gestülpt. Da kommen die Wespen nicht dran!

 

Letzte Sommersonne

Sonntag Morgen halb zehn in Norddeutschland: Ich höre weder Baustellenlärm noch Rasenmäher und auch der manchmal lästige Autobahnlärm ist wegen absoluter Windstille verstummt. Die Sonne scheint angenehm warm in meinen Strandkorb, zahlreiche Libellen schwirren schon  über den Schwimmteich, Vögel kommen zum Baden. Alles in Allem ein perfekter Spätsommer-Gartentag. Diese allerletzten schönen Sommertage sollte man besonders genießen. Auch wenn die Gartencenter schon wieder mit Blumenzwiebeln locken, man noch die eine oder andere Staude umpflanzen möchte und Himbeeren und Brombeeren reif sind zum Pflücken. Dafür ist später noch Zeit.  Erst einmal einfach sitzenbleiben und staunen über die Natur. Denn am ersten September ist ja schon Start in den Herbst.

 

 

Zufallsfund Buchweizen

Auf Anhieb habe ich sie nicht erkannt, aber dann fiel der Groschen. In meinem Blumenkasten, in dem ich eine Samenmischung für Insekten ausgebracht habe, sind auch ein paar Buchweizenpflanzen gewachsen. Das Knöterichgewächs, das eigentlich nichts mit Getreide wie Weizen zu tun hat, übt eine große Anziehungskraft auf Schwebfliegen und andere nützliche Blütenbesucher aus.

Die kleinen weißen, teilweise  rosa angehauchten Blüten sehen sehr apart aus. Ich werde auf jeden Fall Saatgut davon sammeln und im nächsten Jahr wieder aussäen. Die dreikantigen Früchte erinnern ein wenig an Mini-Bucheckersamen. An den pfeilförmig zugespitzen Blättern kann man die Zugehörigkeit zu den Knöterichgewächsen gut erkennen.

 

 

 

Salatwetter

Bloß nicht kochen bei der hochsommerlichen Wetterlage! Ich ernte lieber schon am frühen Morgen frischen Schnittsalat vom Hochbeet, eine Snackgurke, verschiedene Kräuter und ein paar kleine Buschtomaten.  Mit einer säuerlich-frischen Vinaigrette und Schafskäse oder gehobeltem Parmesan darüber wird das ein leichtes, sommerliches Mittagesssen ohne viel Tamtam. Die Gießerei macht Arbeit genug und ich sehne mich nach einem ganztägigen Landregen, der Teich, Regenwasser-Erdtank und meine eigenen Energiereserven wieder auffüllt. Aber da ist hier bei uns im Nordosten von Hamburg erst einmal wenig Aussicht drauf.

 

 

Zaubergarten

Vor der anstehenden Wochenendhitze habe ich  letzten Donnerstag den Garten von Fenna Graf besucht. Schon lange stand dieser ganz besondere Garten rund um ein altes Bauernanwesen in der Nähe des Plöner Sees auf meiner To-see-Liste. Jeden Donnerstag Nachmittag kann er im Sommer besucht werden ab 14 Uhr. Und der Garten war gut besucht, aber es verlief sich in den vielen "Gartenzimmern" mit immer wieder neuen Ausblicken und Sitzplätzen. Einige der liebevoll  arangierten und im Garten toll in Szene gesetzten Stauden kann man gleich vor Ort kaufen. Das ist eine gute Idee und natürlich habe ich auch ein Mitbringsel erstanden: Die Mini-Fetthenne  ‘Little Missy’ mit weißrandigen Blättern und rötlich angehauchten Miniblüten als sommerliche Tischdeko.

 

 

 

 

 

Eingebürgert

Da wächst etwas in unserem Garten und wir erkennen es nicht gleich? Eine ungewohnte Situation für zwei eingefleischte Botaniker wie mich und meinen Mann. Die Pflanzenfamilie war klar: Aufgrund des feingefiederten Laubes konnte es sich nur um ein Doldenblütler handeln. Aber es blühte noch nicht und so hieß es warten. Jetzt haben sich die Knospenansätze zu zarten rosa-weißlichen Doldenblüten entwickelt und  nach kurzer Buch-Recherche (ja, so etwas gibt es noch!) war klar: Es ist der Kletten-Kerbel (Torilis japonica), der sich im Halbschatten der alten Blutpflaume hinterm Teich wohlfühlt. Er ist wohl schon länger hier ansässig, da er in diesem Jahr schon einen ganzen Bestand gebildet hat. Die zarten Blütenwolken werden gern von zierlichen Wildbienen und Schwebfliegen besucht. Er darf bleiben.

 

 

Sommerkräuter

Frisches Grün aus dem sommerlichen Garten: Die Schloten der Winterhecke-Zwiebel, Wilde Rauke und Basilikum-Blätter sind ein superleckeres Trio. Ich kröne damit zum Beispiel Nudelgerichte (Foto), werte eine knusprige Pizza nach dem Backen noch damit auf oder toppe Salate damit. Mit einem Schuß guten Olivenöl darüber wird das Ganze perfekt. Das Basilikum wächst bei mir in einem kleinen Hochbeet mit Frühbeetumrandung, aber ohne Dach.  Da bekommt es die meiste Wärme und steht vor allem nachts geschützter als auf dem normalen Kräuter-Beet. Denn Basilikum mag Wärme. Ursprünglich ist die Pflanze ja auch in Indien beheimatet und gehört nicht etwa wie Rosmarin und Thymian zu den Kräutern aus dem mediterranen Raum. Schon beim Pflücken verströmt die Pflanze ihr unverwechselbares Aroma.

 

 

     

 

 

Josta-Beeren

Nach den den Roten Johannisbeeren sind jetzt auch die Jostabeeren reif. Die robuste Kreuzung aus Schwarzer Johannisbeere und Stachelbeere möchte ich nicht mehr missen in meinem Küchengarten. Sie ist robust und viel weniger krankheitsanfällig für Gallmilbenbefall oder Mehltau als Stachelbeeren. So gibt es bei mir den Stachelbeerbaiserkuchen als Jostabeerenkuchen. Auch  für Rote Grütze oder Smoothies nutze ich die aromatisch säuerlichen Früchte und was jetzt nicht frisch verzehrt wird, wird zu Konfitüre verarbeitet oder eingefroren.  Der Strauch lässt sich leicht über Stecklinge vermehren und wächst zügig heran. Meine Pflanze habe ich zu einem Hochstämmchen gezogen. Da muss man sich noch nicht einmal nach den leckeren Früchten bücken.

 

       

 

 

 

Regen satt

Nun ist endlich soweit, für Garten und Feld lang ersehnt, regnet es endlich auch hier in ausreichender Menge und nicht nur mickrige zwei Liter auf den Quadratmeter wie die letzten Wochen. Irgendwie beginnt der Tag entspannter, ich darf nur das Gewächshaus nicht vergessen am Vormittag zu gießen. Aber die Sorge, dass Pflanzen vertrocknen und die Blätter verbrennen durch die hohe Sonneneinstrahlung ist erst einmal vorbei. Der Teich ist wieder gut gefüllt und man hört die Pflanzen quasi aufatmen. Da sind die Begleiterscheinungen, dass einige Pflanzen nicht so standfest sind und durch Wind und Regen niedergedrückt wurden und ich sie nun aufrichten und stützen muss, eher Nebensache. Und am Montag soll es auch schon wieder einige Sonnenstunden geben...

 

 

     

 

Liebling Löwenmaul

Ich war noch ein Kleinkind als meine Oma Else mir in ihrem Garten das erste Mal Löwenmäulchenblüten gezeigt hat und dabei spielerisch eine der  Blüten seitlich etwas zusammendrückte. Es öffneten sich Ober- und Unterlippe  wie bei einem brüllenden Löwen. Das ist mir in Erinnerung geblieben und so denke ich jedes Jahr im Sommer daran, wenn ich Löwenmäulchen (Anthirrhinum majus) sehe. In einem Kübel mit Lilien hat sich schon im letzten Jahr Eines selbst gesät, dessen fröhliches Farbenspiel ich besonders liebe. Dank des milden Winters ist es nicht erfroren und blüht erneut. Die Blütenknospen öffnen sich rosafarben und färben sich später gelb-orange. Die Hummeln rumoren gern in den Blüten und laben sich am Nektar.

 

 

Ernte gut, alles gut?

Die Sonne scheint, auf meinem Hochbeet ranken Erbsen in die Höhe, der Salat ist erntereif, von allein ausgesäte Rauke hat sich auf einem Beet fast über die Hälfte der Fläche ausgedehnt, ein halbes Dutzend knackige Kohlrabi  und Knollenfenchel sind rund und dick. Auf einmal ist die Auswahl groß, es steigt der Druck, diese sinnvoll zu verarbeiten. Nun gilt es Ruhe zu bewahren. Freut Euch über jedes frisch aus dem Garten auf den Tisch kommende Lebens- bzw. eigentlich Genussmittel. Und was wirklich zuviel ist, geht an liebe Nachbarn oder Freunde. Vielleicht sogar im Austausch gegen anderes Erntegut aus deren Küchengarten. Und wenn gar nichts mehr geht: Über in die Höhe geschossenen Salat oder die Samenstände vom Rucola freuen sich bei mir dann noch die Hühner in der Nachbarschaft.

 

Wilder Storchschnabel

Es ist Storchschnabelzeit in meinem Garten: Am Teichrand blüht jetzt auch der Wald-Storchschnabel (Geranium sylvaticum) mit seinen blauen Blüten. Wie viele Pflanzen in meinem Garten stammt er nicht aus der Gärtnerei, sondern in diesem Fall von einer Kuhwiese aus der Eifel. Jahr für Jahr freue ich mich, wenn die Wildstaude blüht und mich an die schöne Natur der Eifel erinnert. Es gibt eine ganze Reihe heimischer Wildstauden, die es an Attraktivität mit so manchen gezüchteten Gartenstauden aufnehmen können. Auch der Schlangenknöterich (Polygonum bistorta) am Teichrand glänzt zur Zeit mit seinen weißlichen Blütenähren. Ebenso wie der Wald-Storchschnabel ein Mitbringsel aus der Eifel....

 

 

 

 

Rosen-Wettlauf

Diesmal hat die weißblühende Bodendeckerrose 'Diamant' in unserem Senkgarten die Blütezeit der Rosen in unserem Garten eingeläutet. Sie hat erste Blüten schon Ende Mai geöffnet. Eigentlich ist erst die Wildrosenhecke an der nördlichen Gartengrenze dran. Doch die hat in diesem Frühjahr einen radikalen Rückschnitt erhalten, so dass es mit dem Blühen noch dauert. Die Diamant-Rosen habe ich hingegen in diesem Frühjahr eher vernachlässig und nicht geschnitten. Deshalb sind sie nun wohl einen Schirtt voraus. Bald wird auch der Lavendel 'Munstead' daneben seine blauvioletten Blütenähren öffnen. Rose und Lavendel - mittlerweile nicht mehr als ideale Kombi empfohlen - hier funktioniert diese Partnerschaft  gut.

 

 

Molchhochzeit

Am Abend kann ich jetzt unsere Teichmolche aus nächster Nähe beobachten. Sie tummeln sich im Mai ab dem späten Nachmittag im Schwimmbereich unseres Teiches auf der Suche nach einem Partner. Bisher habe ich weder die Eigelege noch die ganz kleinen Molche zu Gesicht bekommen. Ausgewachsen sind sie allerdings recht zutraulich und in ihrem Liebestaumel kann ich ihnen auch mit der Fotokamera zu Leibe rücken. Das unglaublich vielgestaltige Leben im und am Wasser so aus nächster Nähe erleben zu dürfen entschädigt für die doch nur wenigen Monate, wo die Wassertemperatur auch das Schwimmen im Teich erlaubt. Jetzt kommt Beides zusammen und ich möchte am liebsten den ganzen Tag damit verbringen.

Blütenschmaus

Der fortschreitende Frühling liefert täglich neue Delikatessen vom Hochbeet oder aus dem Kräuterbeet. Dabei habe ich immer mehr Spaß daran, mit Blüten zu kochen. Zur Zeit sind es Bärlauchblüten, wie hier auf der Spargelquiche zusammen mit Winterheckzwiebelringen, die meine Speisen verfeinern. Auch die gelben Blüten von der letzten Winterbrokkoli-Pflanze auf dem Hochbeet sind lecker und bei mir so begehrt wie bei unseren Bienen, die zusammen mit Hummeln die Pflanze umschwirren. Auch die blauen Blüten vom Borretsch und die violetten vom Schnittlauch streue ich über Salate, schmücke damit  Gemüsesuppen oder Nudelgerichte. Das Auge isst mit und die Blüten liefern mit ihrer Farbenfülle gesunde Sekundäre Pflanzenstoffe und schmecken dazu noch lecker.

 

 

 

 

Löwenzahn-Jagd

Was ist schlimmer als Unkraut jäten? Unkraut jäten unter Bodendeckerrosen....Bewaffnet mit den dicksten Gartenhandschuhen, die ich habe, einem guten Unkrautstecher und einem Eimer mache ich mich an die Arbeit.  Tief zustechen und vorsichtig herausziehen. Ha, Treffer! Die komplette lange Pfahlwurzel kommt aus der Erde zum Vorschein. Dieser Löwenzahn wird keine Hunderte von Fallschirmchensamen mehr bilden und in meinem Garten verbreiten. Aber soviel Glück hat man nicht immer. Irgendwie sind die Wurzeln vom Löwenzahn doch länger als man denkt und es dauert nicht lange, dann sprießen neue  Blätter aus der Tiefe hervor - aus den darin verbliebenen Wurzelresten. Deshalb ist Gefühl gefragt, bei der Jagd nach der wüchsigen Pflanze.

Vergißmeinnicht

Sie blühen jetzt fast überall in meinem Garten: auf dem Steingartenhügel am Bachlauf,  im Wiesenbeet zusammen mit dem Zierlauch, unter Sträuchern und selbst unterm Apfelbaum - zartblaue Vergißmeinnicht, vom Zufall gesät. Wer einmal Vergißmeinnicht im Garten hat, hat sie immer. Aber so viele Sämlinge es auch werden, sie können eigentlich nicht lästig sein. Als bezaubernde Begleiter zu Tulpen und späten Narzissen sind sie mir im Frühlingsgarten immer willkommen. Wo man sie wirklich nicht haben möchte, lassen sie sich ganz leicht aus der Erde zupfen. Nach der Blüte entferne ich die abgeblühten Pflanzen, wo sie zu dicht wachsen und Sommerstauden Platz brauchen. Das helle Blau der kleinen Blüten ist wirklich einmalig und ich freue mich jetzt schon auf ihre Blühsaison im kommenden Frühling.

 

 

Ginster-Zeit

Wenn ich aus der Haustür trete, rieche ich ihn schon. Mein Ginster blüht! Ich mag sein Frühlingsblütezeit nach der Felsenbirne und vor dem Flieder besonders. Am liebsten ist mir der blaßgelbe Elfenbeinginster (Cytisus praecox, Foto), aber ich habe auch noch andere Sorten, die jetzt oder in den kommenden Tagen blühen. Im Vorbeigehen pflücke ich ein paar Zweige für die Vase, um den Duft und die zarten Blüten auch im Haus genießen zu können. Leider sind die Ginster-Sträucher nicht sehr langlebig. Aber mit Chance säen sie sich selber aus. Und meistens lasse ich die Sämlinge dort wachsen, wo die Samen hingefallen sind. Im dritten Jahr trägt der Nachwuchs dann schon selber Blüten. Auch außerhalb der Blütezeit ist die Pflanze mit ihren grünen Trieben ein Hingucker und so ganz anders in der Optik wie andere Blütensträucher.

Tomaten am Start

Wieder trocken! Meine Tomatensämlinge sind zu kräftigen Jungpflanzen herangewachsen, aber ich darf bei diesem Wetter keinen Tag vergessen, sie zu gießen und den Wintergarten zu lüften. Es wird Zeit, dass sie im Freien abhärten, zusammen mit den anderen Gemüsepflanzen. Jetzt aber bloß nicht in die Sonne stellen! Zuerst brauchen sie einen schattigen Platz, um sich ans Außenklima und die UV-Strahlung zu gewöhnen. Windgeschützt sollte der Standort außerdem sein. Mein Gemüsekindergarten wandert daher unter den Dachvorsprung  nach Nordosten, zum Westen hin durch den Wintergarten-Vorbau geschützt. Dort können die Pflanzen sich akklimatisieren. Solange es nachts unter 5 Grad Celsius wird,  stelle ich sie abends wieder rein. So sind sie pflanzbereit, wenn keine Fröste mehr drohen.